Nokia Aktie: Vor Q4-Zahlen
23.01.2026 - 03:45:31Nokia geht mit Rückenwind in die Berichtssaison für das Schlussquartal 2025. Neue Großaufträge, ein optimistischer Blick der Analysten und sogar ein eigener gehebelter ETF sorgen im Vorfeld der Zahlen für Aufmerksamkeit. Im Zentrum steht nun die Frage, ob die kommenden Ergebnisse den jüngsten Optimismus untermauern.
Erwartungen an Q4 und aktueller Rückenwind
Nokia will seinen Bericht zum vierten Quartal und zum Gesamtjahr 2025 am 29. Januar 2026 am Morgen finnischer Zeit vorlegen. Im Anschluss ist eine Analystenkonferenz mit Präsentation und Fragerunde geplant.
Für Q4 2025 erwartet der Konsens ein Ergebnis je Aktie von 0,17 US‑Dollar bei rund 6,1 Milliarden US‑Dollar Umsatz. Die Messlatte liegt damit höher als im dritten Quartal, in dem Nokia die Schätzungen bereits übertroffen hatte: Damals lag das Ergebnis mit 0,07 US‑Dollar je Aktie leicht über den erwarteten 0,06 US‑Dollar, der Umsatz von 5,61 Milliarden US‑Dollar deutlich über den prognostizierten 4,67 Milliarden US‑Dollar. Das entsprach einem Wachstum von 11,6 % im Jahresvergleich und liefert nun den Ausgangspunkt für die nächste Berichtsrunde.
Analysten werden zuversichtlicher
Die jüngste Serie positiver Einschätzungen kommt vor allem von großen Häusern an der Wall Street. Morgan Stanley stufte die Aktie am 15. Januar 2026 von „equal weight“ auf „overweight“ hoch und nahm sie in die „Top Picks“‑Liste für 2026 auf. Begründung: Nokia habe sich erfolgreich ein Stück weit von der Abhängigkeit klassischer Telekom-Betreiber gelöst und baue ein wachstumsstarkes Standbein in den Bereichen KI und Cloud auf.
Der entsprechende Geschäftsbereich steuert inzwischen rund 6 % zum Umsatz bei und wächst den Angaben zufolge etwa um einen Prozentpunkt pro Quartal. Morgan Stanley rechnet damit, dass der Markt für KI- und Cloud-Lösungen bis 2028 jährlich um 16 % zulegt – ein Umfeld, in dem Nokia seine neue Position ausbauen könnte.
Bereits am 7. Januar hatte Kepler Capital Markets von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft, was kurzfristig für einen Sprung im Kurs sorgte. Laut MarketBeat liegt das Konsensrating aktuell bei „Moderate Buy“: Acht Analysten empfehlen den Kauf, drei stufen die Aktie mit „Halten“ ein. Das durchschnittliche Kursziel beträgt 6,77 US‑Dollar.
Neue Verträge stärken die Pipeline
Glasfaser-Offensive mit Altafiber
Auf der operativen Seite meldete Nokia mehrere Aufträge, die das zukünftige Umsatzprofil stützen sollen. Am 19. Januar 2026 gab das Unternehmen bekannt, dass Altafiber Nokia für eine umfassende Multi-Gigabit-Netzwerkerweiterung in Ohio und Hawaii ausgewählt hat. In Hawaii tritt Altafiber unter der Marke Hawaiian Telcom auf.
Kern der Vereinbarung ist der Einsatz von Nokias 25G‑PON‑Technologie, IP-Routing-Lösungen und optischen Netzelementen. Zum Paket gehören die Lightspan‑Plattform für 25G PON, hochkapazitive 7750 Service Router sowie der 1830 Photonic Service Switch und Interconnect‑Produkte. Die modulare Architektur erlaubt den gleichzeitigen Betrieb von 10G‑, 25G‑ und 50G‑PON auf derselben Infrastruktur und erleichtert spätere Upgrades.
Laut Altafiber-Chief Network Officer Ron Beerman soll die Kooperation besonders hohe Bandbreiten und Zuverlässigkeit für Kunden ermöglichen. Das Projekt unterstützt das Ziel von Hawaiian Telcom, Hawaii bis Ende 2026 zum ersten vollständig mit Glasfaser erschlossenen US‑Bundesstaat zu machen.
Cloud-native Modernisierung bei Proximus
Nur einen Tag später, am 20. Januar 2026, folgte der nächste Auftrag: Der belgische Telekommunikationskonzern Proximus beauftragte Nokia mit der Modernisierung seines Online-Charging-Systems und der Sprachplattform im Kernnetz.
Proximus will seine gesamte Kundenbasis – Festnetz und Mobilfunk – sowie mehr als 1.000 Produkte auf Nokias cloud-native Converged‑Charging‑Lösung migrieren. Der Vertrag umfasst den vollständigen Austausch eines Wettbewerbersystems und beinhaltet zusätzlich Nokias cloud-native Voice Core, Subscriber Data Management und Policy‑Lösungen. Technisch soll alles auf der eigenen Cloud-Infrastruktur von Proximus laufen, basierend auf Red Hat OpenShift.
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Diese Projekte unterstreichen, dass Nokia nicht nur Hardware liefert, sondern zunehmend auch software- und cloudbasierte Kernnetzfunktionen adressiert – ein Bereich mit höheren Margenpotenzialen.
Neuer 2x-ETF als Stimmungsbarometer
Am 21. Januar 2026 startete Defiance ETFs den „Defiance Daily Target 2X Long NOK ETF“ (Ticker: LNOK). Es ist der erste börsengehandelte Fonds, der den Tagesertrag der Nokia-Aktie mit einem Hebel von zwei abbilden soll.
Der ETF zielt darauf ab, 200 % der täglichen prozentualen Kursveränderung der Nokia‑Aktie zu liefern und richtet sich damit explizit an kurzfristig agierende Trader, die verstärkte Bewegung suchen. Die Auflage dieses Produkts gilt als Indiz für gestiegenes Interesse an der Aktie – auch im Zuge der strategischen Neuausrichtung hin zu KI‑ und Rechenzentrumsinfrastruktur, unterstützt durch die 2,3‑Milliarden‑US‑Dollar schwere Übernahme von Infinera, die Anfang 2025 abgeschlossen wurde.
Technische Lage und Marktumfeld
Charttechnisch bewegt sich Nokia derzeit leicht unterhalb der Hochs des vergangenen Jahres, nachdem der Kurs in den letzten zwölf Monaten deutlich zugelegt hat. Heute schloss die Aktie bei 5,58 Euro und liegt damit merklich über dem 52‑Wochen‑Tief, aber noch ein gutes Stück unter dem Jahreshoch.
Der Relative‑Stärke‑Index (RSI) auf 14‑Tage‑Basis notiert bei 19,3 und signalisiert damit kurzfristig ein stark überverkauftes Niveau. Zusammen mit der im Vergleich sehr hohen 30‑Tage‑Volatilität von gut 97 % zeigt sich, dass die Aktie zuletzt heftigen Schwankungen ausgesetzt war, trotz des insgesamt positiven Trends im Jahresverlauf.
Wichtige Termine und mögliche Katalysatoren
Kurzfristig richtet sich der Blick klar auf den 29. Januar 2026, wenn Nokia seine Q4‑ und Jahreszahlen 2025 veröffentlicht und im Analystencall Auskunft über die Geschäftsentwicklung gibt. Bis dahin befindet sich das Unternehmen in der üblichen geschlossenen Periode vom 30. Dezember 2025 bis zur Zahlenvorlage.
Im weiteren Jahresverlauf stehen zusätzliche Termine an: Der Geschäftsbericht „Nokia in 2025“ soll in der Woche ab dem 2. März 2026 erscheinen, die Hauptversammlung ist für den 9. April 2026 angesetzt, und die Zahlen für das erste Quartal 2026 sind für den 23. April 2026 geplant.
Inhaltlich wird es vor allem darauf ankommen, wie Nokia den Integrationsfortschritt bei Infinera, das Wachstum im KI‑ und Cloud‑Geschäft sowie die Investitionsbereitschaft der Telekom-Betreiber kommentiert. Diese drei Punkte dürften maßgeblich bestimmen, ob der aktuelle Optimismus in konkrete Wachstums- und Margenperspektiven für die kommenden Quartale übersetzt werden kann.
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