Niedersachsen startet 30-Millionen-Euro-Offensive gegen Cyberangriffe
29.01.2026 - 09:43:12Niedersachsen baut mit einem 30-Millionen-Euro-Projekt einen KI-gestützten Schutzwall für seine digitale Infrastruktur auf. Hintergrund ist eine massive Bedrohungslage mit täglich drei schweren Angriffen.
Das Land reagiert damit auf eine dramatisch gestiegene Cyber-Bedrohung. Laut Innenministerium müssen die Behörden täglich rund 400.000 verdächtige E-Mails abwehren. Drei gezielte, schwere Angriffe pro Tag sind mittlerweile die Regel. Ein Großteil dieser Attacken wird staatlich gesteuerten Akteuren zugeschrieben, vor allem aus Russland.
KI als digitale Schutzschild
Kern der Initiative mit dem Codenamen „Projekt Aegis“ ist eine hochmoderne Sicherheitsplattform. Sie nutzt künstliche Intelligenz, um Bedrohungen in Echtzeit zu erkennen und automatisch zu neutralisieren. Die Technologie stammt vom US-Sicherheitsriesen Palo Alto Networks.
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Das System soll Angriffsmuster identifizieren, die menschliche Analysten übersehen. Kompromittierte Systeme können innerhalb von Sekunden isoliert und bösartiger Datenverkehr blockiert werden. So soll die Verweildauer von Angreifern im Netzwerk massiv verkürzt werden.
Vom Reagieren zum Vorausschauen
„Die schiere Masse der Angriffe macht manuelle Abwehrstrategien obsolet“, erklärt ein Sicherheitsexperte. Mit der KI-Plattform will das Land den Sicherheitsansatz grundlegend ändern: von reaktiv zu proaktiv.
Die Automatisierung soll die Routineüberwachung übernehmen. Das entlastet die IT-Sicherheitsexperten des Landes. Sie können sich dann auf komplexe Fahndung und strategische Verteidigungsplanung konzentrieren. Dieser Effekt der Arbeitsentlastung ist für die Landesregierung eine zentrale Rechtfertigung der hohen Investition.
Spagat zwischen Sicherheit und Souveränität
Die Wahl eines US-Technologieanbieters wirft jedoch Fragen zur digitalen Souveränität auf. Sie zeigt das Dilemma der europäischen öffentlichen Hand: Einheimische Alternativen sind oft nicht in gleichem Maße leistungsfähig wie Lösungen aus den USA.
Das Innenministerium unter Daniela Behrens (SPD) betont die Einhaltung strenger Datenschutzstandards. Die Architektur sei so ausgelegt, dass sensible Landesdaten unter lokaler Kontrolle blieben, auch wenn die KI-Modelle von globalen Erkenntnissen profitieren. Das Projekt könnte zum Blaupause für andere Bundesländer werden.
Stufenweise Umsetzung bis in die Kommunen
Der Rollout beginnt in der zweiten Hälfte 2026 in den Kernnetzen der Landesverwaltung. Anschließend soll der Schutzschirm auf Kommunen und Universitäten in Niedersachsen ausgeweitet werden. Dies soll Sicherheitslücken bei oft schwächer geschützten lokalen Netzwerken schließen.
Das Projekt hilft zudem, die verschärften Vorgaben der EU-NIS-2-Richtlinie frühzeitig zu erfüllen. Die Zentralisierung der Cyberabwehr soll zudem das Sicherheitsniveau über alle Landesbehörden hinweg standardisieren und den Verwaltungsaufwand senken.
Künftig wird der Fokus auf der technischen Integration und der Schulung des IT-Personals liegen. Der Erfolg wird sich daran messen lassen, ob die Zahl und Schwere von Cybervorfällen in den kommenden Jahren spürbar sinkt.
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