Netflix Aktie: Zahlen im Fokus
20.01.2026 - 10:00:32Netflix steht heute mit seinen Quartalszahlen und der geplanten Großübernahme von Warner Bros. Discovery (WBD) vor einem wichtigen Tag. Der Markt erwartet kräftiges Wachstum, zugleich belastet die Unsicherheit rund um das milliardenschwere M&A-Projekt den Kurs. Entscheidend wird, ob das Management heute Abend Kurs aufklären und Vertrauen zurückgewinnen kann.
Erwartungen an das vierte Quartal
Die Optionenpreise deuten auf deutliche Schwankungen nach Börsenschluss hin: Der Markt stellt sich auf eine Kursbewegung von rund ±7 bis 8 % nach den Zahlen ein.
Konsensschätzungen für das vierte Quartal:
- Umsatz: rund 11,97 Milliarden US‑Dollar (etwa +17 % gegenüber Vorjahr)
- Ergebnis je Aktie (EPS): 0,55 US‑Dollar (knapp +30 % im Jahresvergleich)
Im Mittelpunkt stehen die Netto-Neukunden. Optimistische Prognosen rechnen mit über 12 Millionen zusätzlichen Abonnenten, unterstützt durch das werbefinanzierte Abo-Modell. Ebenfalls wichtig: die Entwicklung im Bereich Live-Formate.
Am Weihnachtstag 2025 erreichten Streaming-Dienste in den USA zusammen einen Rekordanteil von 54 % an der gesamten TV-Nutzung. Netflix trug maßgeblich dazu bei: Die Übertragung des NFL-Spiels Lions gegen Vikings kam im Schnitt auf 27,5 Millionen Zuschauer – die meistgestreamte NFL-Partie in der US-Geschichte.
Warner-Deal und Gegenangebot
Über den Zahlen schwebt der geplante Einstieg bei Warner Bros. Discovery. In einem Interview mit der New York Times vom 16. Januar verteidigte Co-CEO Ted Sarandos den vorgeschlagenen Teilkauf im Volumen von 82,7 Milliarden US‑Dollar.
Sarandos stellte klar, dass Netflix im Erfolgsfall eine exklusive Kinoauswertung von 45 Tagen für Warner-Bros.-Filme einhalten will. Das wäre ein deutlicher Schritt hin zu einer stärkeren Präsenz an den Kinokassen und eine Abkehr von der früheren, strikt „streaming-first“ orientierten Ausrichtung.
Parallel dazu liegt ein feindliches Gegenangebot von Paramount Skydance über 108,4 Milliarden US‑Dollar auf dem Tisch. Der WBD-Verwaltungsrat hat sich öffentlich zugunsten des Netflix-Modells einer „Streaming-plus-Studio“-Struktur positioniert. Gleichwohl sorgen die Komplexität der Transaktion und mögliche regulatorische Hürden für Unsicherheit. Die Aktie hat sich seit den Höchstständen im Sommer 2025 um rund 30 bis 34 % zurückgezogen.
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Stimmung, Bewertung und Brancheneffekte
Der Rückgang auf etwa 88 US‑Dollar spiegelt Zweifel an der Finanzierung und Integration eines so großen Deals wider. Operativ zeigt das Unternehmen jedoch Stärke: Die Werbeeinnahmen sollen im abgelaufenen Quartal bereits mehr als 1 Milliarde US‑Dollar beisteuern.
Im Analystenlager prallen zwei Sichtweisen aufeinander: Auf der einen Seite steht die Wachstumsstory eines globalen Streaming-Anbieters, auf der anderen die Herausforderungen beim Zukauf eines etablierten Medienkonzerns. Die Unsicherheit um das Paramount-Gegenangebot und den finalen Ausgang des WBD-Prozesses bremst die kurzfristige Dynamik der Aktie.
Die heutigen Zahlen und mögliche Neuigkeiten zur Übernahmesituation haben Signalwirkung für die gesamte Medienbranche 2026. Die Zusage, klassische Kinofenster einzuhalten, unterstreicht eine strategische Neuausrichtung hin zu einem hybriden Modell aus Kino und Streaming, das bestehende Marktstandards verschieben könnte.
Zusätzliche politische Aufmerksamkeit erhält das Thema dadurch, dass Berichten zufolge Präsident Trump nach Bekanntwerden der ursprünglichen Vereinbarung Anleihen sowohl von Netflix als auch von Warner Bros. Discovery erworben hat.
Ausblick auf den Abend
Die Telefonkonferenz heute nach Börsenschluss rückt drei Punkte in den Vordergrund:
- Ausblick 2026: Wie schnell und profitabel soll das werbefinanzierte Abo ausgebaut werden?
- Deal-Struktur: Details zur Finanzierung des 82,7‑Milliarden‑US‑Dollar-Angebots für WBD und zum Umgang mit dem Paramount-Gegenangebot.
- Free Cashflow: Bestätigung, dass der freie Cashflow für hohe Content-Investitionen und die geplante Transaktion ausreicht.
Charttechnisch notiert die Aktie an einer wichtigen Unterstützungszone. Positive Überraschungen bei Wachstum, Ausblick und Klarheit zur WBD-Transaktion könnten den Weg in Richtung der Marke von 100 US‑Dollar öffnen. Fallen die Prognosen schwächer aus und bleibt die Lage um den Deal angespannt, rücken dagegen Kursbereiche um 75 bis 82 US‑Dollar als nächste Unterstützungen in den Blick.
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