Netflix, Aktie

Netflix Aktie: Schwankungen möglich

09.01.2026 - 15:36:31

Netflix treibt milliardenschwere Übernahme von Warner Bros. Discovery voran und sichert sich gleichzeitig mehr Flexibilität im europäischen Markt durch den Digital Networks Act.

Netflix bleibt heute im ruhigen Handel, doch strategisch stehen die Zeichen klar auf Expansion. In Europa sichert sich der Konzern mehr Spielraum bei der Regulierung, gleichzeitig treibt er die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery im Volumen von rund 82,7 Milliarden US‑Dollar voran. Anleger blicken vor allem auf die Bewertung des Deals, die Finanzierung und die anstehenden regulatorischen Hürden.

EU-Regelwerk und Fusionspläne

Netflix hat bestätigt, dass das Unternehmen sich in der Europäischen Union einem freiwilligen Rahmen unter dem Digital Networks Act unterordnet. Im Gegensatz zu anderen großen Tech-Konzernen, die unter strengere verpflichtende Vorgaben fallen, erhält Netflix damit mehr operative Flexibilität im europäischen Markt. Marktbeobachter werten dies als wichtigen Baustein für die internationale Wachstumsstrategie – gerade mit Blick auf das anstehende Großprojekt Warner Bros. Discovery.

Parallel dazu bleibt der geplante Erwerb von Warner Bros. Discovery (WBD) der zentrale Kurstreiber. Netflix will den Großteil der WBD‑Vermögenswerte übernehmen, darunter HBO Max und die Filmstudios. Der Deal ist mit rund 82,7 Milliarden US‑Dollar (Enterprise Value) bewertet. Der WBD‑Verwaltungsrat unterstützt das Netflix‑Angebot – eine Mischung aus Bar- und Aktienkomponenten im Gegenwert von 27,75 US‑Dollar je Aktie – trotz eines konkurrierenden feindlichen Barangebots von Paramount über 30 US‑Dollar je Aktie. Anleger müssen damit rechnen, dass ein Bietergefecht oder eine lange kartellrechtliche Prüfung den Prozess verzögern könnte.

Im frühen Handel ergibt sich bislang nur eine verhaltene Reaktion: Die Aktie liegt leicht im Minus und pendelt nach dem jüngsten 10‑für‑1‑Aktiensplit um die Marke von 90 US‑Dollar, nachdem der Kurs von höheren Vorniveaus rechnerisch angepasst wurde.

Strategie, Bewertung und Risiken

Mit dem WBD‑Zukauf vollzieht Netflix einen klaren Schwenk hin zu aggressivem externem Wachstum. Ziel ist es, das eigene Angebot mit etablierten Marken wie Harry Potter und dem DC Universe deutlich zu verbreitern und damit den Abstand zu Wettbewerbern im Streaminggeschäft zu vergrößern.

Der Preis hat allerdings seinen Umfang: Die Bewertung von 82,7 Milliarden US‑Dollar umfasst auch eine erhebliche Schuldenlast von Warner Bros. Discovery. Das sorgt bei Analysten für geteilte Reaktionen. Strategisch gilt die Kombination aus globaler Netflix‑Plattform und starkem Warner‑Inhaltsportfolio vielfach als sinnvoll, gleichzeitig bleibt das Umsetzungsrisiko hoch – von der technischen Integration bis zur inhaltlichen Ausrichtung.

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An der Börse spiegelt sich weiterhin ein Wachstumsanspruch wider. Das Unternehmen wird mit einem Kurs‑Gewinn‑Verhältnis von rund 38 bewertet, obwohl der nordamerikanische Streamingmarkt bereits als reif gilt. Vor diesem Hintergrund wirkt das heute bekannt gewordene EU‑Regelungsmodell wie ein Gegengewicht zu Sorgen über politischen Gegenwind und unterstreicht, dass Netflix seine regulatorischen Beziehungen aktiv steuert.

Ausblick: Quartalszahlen und Kursmarken

Im Mittelpunkt steht nun der anstehende Q4‑Bericht, der noch im Laufe dieses Monats erwartet wird. Dann will Netflix erstmals detaillierter zur finanziellen Integration der WBD‑Vermögenswerte Stellung nehmen und aktualisierte Kennzahlen vorlegen. Laut Berichten lag die weltweite Zahl der Abonnements Ende 2024 bereits bei über 300 Millionen.

Die Analystenlandschaft bleibt beim kurzfristigen Blick geteilter Meinung. Langfristig orientierte Optimisten verweisen auf den Bewertungsabschlag gegenüber klassischen Medienkonzernen, während skeptischere Stimmen vor allem die Verschuldung und Integrationskosten betonen. Charttechnisch stabilisiert sich die Aktie derzeit um 90 US‑Dollar. Ein Ausbruch über 95 US‑Dollar könnte als Signal für neuen Aufwärtsdruck gelten, während ein Rutsch unter 89 US‑Dollar die Phase der Seitwärtskonsolidierung verlängern dürfte – insbesondere solange die WBD‑Transaktion, deren Abschluss in einem Zeitraum von etwa 12 bis 18 Monaten erwartet wird, noch nicht endgültig vollzogen ist.

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