Nestlé Aktie: Lage spitzt sich zu
15.01.2026 - 19:09:30Kaum hat sich CEO Philipp Navratil per Video für den weltweiten Rückruf von Säuglingsnahrung entschuldigt, holen die Fakten den Konzern ein. Meldungen über erste bestätigte Krankheitsfälle in Brasilien erhöhen den Druck auf den Nahrungsmittelriesen massiv. Droht nach dem bisherigen Kursminus von rund vier Prozent seit Jahresbeginn nun ein nachhaltiger Vertrauensschaden in den Schlüsselmärkten?
Erste Bestätigung von Erkrankungen
Gesundheitsbehörden im brasilianischen Distrito Federal meldeten heute, am 15. Januar 2026, dass zwei Säuglinge nach dem Verzehr betroffener Produkte erkrankt sind. Die Kinder litten unter Erbrechen und Durchfall, befinden sich nach Absetzen der Nahrung jedoch auf dem Weg der Besserung. Diese Entwicklung konterkariert die Aussage von CEO Navratil vom Vortag, wonach bis dato keine Krankheitsfälle bekannt seien.
Der Rückruf, den das österreichische Gesundheitsministerium als den größten in der Unternehmensgeschichte einstuft, umfasst mittlerweile über 800 Produkte in mindestens 53 Ländern. Ursache ist eine Kontamination mit dem Toxin Cereulid, die auf den Inhaltsstoff Arachidonsäure-Öl eines externen Zulieferers zurückgeführt wurde. Nestlé hat die Zusammenarbeit mit dem betroffenen Lieferanten bereits ausgesetzt.
China-Risiko und Analysten-Warnungen
Besonders kritisch bewerten Marktbeobachter die Situation in China. In dem für 2025 auf 26,5 Milliarden US-Dollar geschätzten Markt für Säuglingsnahrung reagieren Verbraucher aufgrund historischer Milchskandale extrem sensibel. Analysten von Barclays stufen die Lage als “ziemlich schädlich” für die dortige Marktposition ein, zumal Chinas Regulierungsbehörden Nestlé bereits öffentlich zur Verantwortung gemahnt haben.
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Auch bei den finanziellen Auswirkungen herrscht Uneinigkeit. Während das Unternehmen den betroffenen Umsatzanteil auf unter 0,5 Prozent beziffert, gehen Analysten von Jefferies und Barclays von bis zu 1,5 Prozent des Gruppenumsatzes aus. Zudem wächst die Kritik am Krisenmanagement: Die Organisation FoodWatch bezeichnet die Verzögerung zwischen der Entdeckung der Kontamination im Dezember 2025 und dem öffentlichen Rückruf im Januar als inakzeptabel.
Investoren richten ihren Fokus nun auf den 18. Februar 2026, wenn Nestlé die Ergebnisse für das vierte Quartal vorlegt. Entscheidend wird sein, ob das Management die finanziellen Rückstellungen für die Rückrufaktion konkretisieren kann. Analysten halten derzeit mehrheitlich an der Einstufung “Hold” mit einem durchschnittlichen Kursziel von 88,05 Schweizer Franken fest.
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