Nahverkehr in Hessen: Tarifverhandlungen gescheitert
06.02.2026 - 16:57:12Die Tarifgespräche für den öffentlichen Nahverkehr in Hessen sind nach der Ablehnung eines Arbeitgeberangebots durch den dbb beamtenbund und tarifunion gescheitert. Die Gewerkschaft spricht von einer „vertanen Chance“ und verlangt substanzielle Verbesserungen.
Die Verhandlungen über den Manteltarifvertrag (TV-N Hessen) endeten am Freitag ergebnislos. Der dbb wies das vorgelegte Angebot des Kommunalen Arbeitgeberverbandes (KAV) Hessen als „völlig unzureichend“ zurück. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Gewerkschaftsforderungen habe kaum stattgefunden, so die Kritik.
Minimalangebot mit langem Haken
Das Arbeitgeberangebot enthielt laut dbb nur minimale Verbesserungen. Diese betrafen vor allem Klarstellungen bei der Eingruppierung von Beschäftigten.
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Den geringen Zugeständnissen standen jedoch harte Gegenforderungen gegenüber:
* Verschlechterungen beim Krankengeldzuschuss
* Eine überlange Vertragslaufzeit von vier Jahren
* Die Möglichkeit zu „Restrukturierungsverhandlungen“ bei wirtschaftlichen Problemen der Verkehrsbetriebe
Für die Gewerkschaft ist dies ein Versuch, das Tarifniveau langfristig abzusenken und die Beschäftigten von künftigen Entwicklungen abzukoppeln.
Was die Gewerkschaft wirklich will
Der dbb fordert eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen, angepasst an die gestiegenen Anforderungen. Die angespannte Finanzlage der Betriebe sei eine politische Aufgabe, argumentiert die Gewerkschaft.
Zu den Kernforderungen gehören:
* Eine Ballungsraumzulage für Städte über 70.000 Einwohner
* Eine monatliche Fahrdienstzulage von rund 143 Euro
* Die volle Anerkennung von Wendezeiten als Arbeitszeit
* Mehr Urlaub: 31 Tage statt bisher 30
Im Gegensatz zu den Arbeitgebern strebt der dbb eine moderate Laufzeit von nur zwölf Monaten an, um flexibel reagieren zu können.
Drohende Eskalation nach Verdi-Streiks
Die Lage ist bereits angespannt. Parallel zu den dbb-Verhandlungen legte die Gewerkschaft Verdi mit Warnstreiks in Frankfurt, Wiesbaden und Kassel den Nahverkehr lahm. Auch dort geht es um den Manteltarifvertrag.
Nach einem Eklat in ihren eigenen Gesprächen hat Verdi für die kommende Woche bereits neue Streiks angekündigt. Die hohe Streikbereitschaft zeigt: Die Geduld der Beschäftigten ist am Ende.
Steht Hessen vor einem Verkehrschaos?
Mit der klaren Absage des dbb stehen die Verhandlungen vor dem Aus. Die Gewerkschaft macht klar: Nun sind die Arbeitgeber am Zug. Sie müssen ein ernsthaftes Verhandlungsangebot vorlegen.
Sollte der KAV Hessen nicht nachbessern, droht eine weitere Eskalation. Der dbb hat zwar noch keine eigenen Streiks angekündigt, doch die Stimmung ist aufgeheizt. Die Fahrgäste müssen sich auf mögliche weitere Beeinträchtigungen einstellen. Da Hessen nicht Mitglied der Tarifgemeinschaft deutscher Länder ist, muss die Lösung im Land selbst gefunden werden. Die Zeit dafür wird knapp.
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