Mounjaro, China

Mounjaro erobert China, Wegovy kontert mit Hochdosis

01.01.2026 - 22:24:12

Novo Nordisk erhält Zulassung für eine stärkere Wegovy-Dosis, während Eli Lillys Mounjaro in China erstattungsfähig wird. Neue Studien warnen vor Risiken beim Absetzen der Adipositas-Medikamente.

Mounjaro kommt auf Chinas Erstattungsliste, während Wegovy mit einer neuen Hochdosis nachlegt. Gleichzeitig warnen neue Daten vor gefährlichen Folgen beim Absetzen der Medikamente.

Wegovy 7,2 mg: Novo Nordisk holt im Wirkstoff-Duell auf

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) gab kurz vor dem Jahreswechsel grünes Licht für eine neue Hochdosis von Wegovy (Semaglutid). Die 7,2-mg-Variante zeigt in Studien beeindruckende Ergebnisse: Probanden verloren durchschnittlich 20,7 Prozent ihres Körpergewichts binnen 72 Wochen. Ein Drittel der Teilnehmer schaffte sogar mehr als 25 Prozent.

Das ist ein klarer Schlag gegen den Konkurrenten Mounjaro (Tirzepatid) von Eli Lilly. Bislang galt dessen dualer Wirkmechanismus als überlegen. Die neue Hochdosis könnte für Patienten, die auf die Standarddosis von Wegovy nicht ansprechen, eine Alternative zum Wechsel bieten. Experten mahnen jedoch: Mit der höheren Dosis steigt auch das Risiko für Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich.

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Mounjaros Vorsprung: Die SURMOUNT-5-Studie

Die Bedeutung des neuen Wegovy-Schlags wird im direkten Vergleich klar. Die SURMOUNT-5-Studie verglich im letzten Jahr Mounjaro direkt mit der Standarddosis von Wegovy (2,4 mg). Das Ergebnis war eindeutig:

  • Mounjaro führte zu 20,2 Prozent Gewichtsverlust.
  • Wegovy (2,4 mg) erreichte 13,7 Prozent.
  • Mounjaro-Patienten hatten eine fast dreimal höhere Chance auf extreme Gewichtsverluste.

Diese Daten zementierten 2025 Mounjaros Ruf als wirksamste Option. Jetzt verschiebt sich der Wettbewerb: Es geht nicht mehr nur um den Wirkstoff, sondern um die Dosierung. Kann eine höhere Dosis Semaglutid den Vorteil des dualen Ansatzes ausgleichen?

Gefährlicher Rebound: Herzschutz schwindet nach Absetzen

Während die Hersteller um Prozentpunkte kämpfen, mahnt eine aktuelle Studie im JAMA Internal Medicine zur Vorsicht. Sie bestätigt nicht nur die gefürchtete Gewichtszunahme nach dem Absetzen. Viel alarmierender ist ein anderer Effekt: Die schützende Wirkung auf Herz und Kreislauf verschwindet ebenfalls rapide.

Patienten, die Mounjaro absetzten und wieder zunahmen, verloren fast alle zuvor erreichten Verbesserungen bei Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten. Für Kardiologen ist das ein klares Signal: Adipositas ist eine chronische Erkrankung. Die Vorstellung einer zeitlich begrenzten “Kur” mit diesen Medikamenten ist damit hinfällig. Das hat massive finanzielle Folgen für Gesundheitssysteme, die sich auf lebenslange Therapiekosten einstellen müssen.

Globaler Kampf um Märkte und Patienten

Parallel zum klinischen Wettrennen expandieren die Konzerne global. Seit heute steht Mounjaro auf Chinas nationaler Erstattungsliste – ein Zugang zu einem der größten Märkte der Welt. Dieser Schritt wird die ohnehin angespannte Produktion bei Eli Lilly weiter unter Druck setzen.

In Europa hat die EMA die Zulassung für Mounjaro erweitert: Nun dürfen auch Jugendliche ab 10 Jahren mit Typ-2-Diabetes behandelt werden. Diese Entscheidung unterstreicht die wachsende Sorge um Stoffwechselerkrankungen bei jungen Menschen.

Paradigmenwechsel: Von der Hype-Spritze zur Dauermedikation

Die Entwicklungen markieren einen Wendepunkt. Der Fokus verschiebt sich vom anfänglichen Hype hin zu differenzierten Langzeitstrategien. Die zentrale Frage lautet nicht mehr nur, welches Mittel mehr Gewicht reduziert, sondern: Wie sichert man die Gesundheit der Patienten dauerhaft und bezahlbar?

Aus gesundheitsökonomischer Sicht ist die Erkenntnis zur Dauertherapie die wichtigste. Wenn der Herzschutz an die kontinuierliche Einnahme gebunden ist, werden aus Lifestyle-Präparaten essenzielle Dauermedikamente. Diese Debatte wird die Preisverhandlungen mit Krankenkassen im Jahr 2026 dominieren.

Für Patienten und Ärzte steht bald eine schwierige Wahl an: die etablierte Doppel-Wirkung von Mounjaro oder die neue Hochdosis des bewährten Wegovy. Gleichzeitig arbeitet die Industrie bereits an oralen Alternativen, um die unbeliebten Spritzen irgendwann abzulösen.

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