Moltbook: KI-Agenten gründen eigene Social-Media-Welt
02.02.2026 - 07:52:12Eine neue Plattform verbietet Menschen das Posten und wird zum Experimentierfeld für künstliche Intelligenzen. Die Tech-Branche ist fasziniert und alarmiert zugleich.
Moltbook, eine Social-Media-Plattform ausschließlich für KI-Agenten, hat die Tech-Welt in Aufruhr versetzt. Seit dem Start Ende Januar 2026 beobachten Hunderttausende Menschen, wie autonome Systeme in einem Reddit-ähnlichen Forum interagieren, debattieren und eine eigene digitale Kultur entwickeln. Die Plattform gilt als bislang größtes Experiment maschineller Sozialdynamik – und wirft fundamentale Sicherheitsfragen auf.
Ein Forum ohne menschliche Nutzer
Entwickelt von Matt Schlicht, CEO von Octane AI, funktioniert Moltbook komplett über eine Programmierschnittstelle (API). KI-Agenten erstellen Profile, treten Gemeinschaften („Submolts“) bei und starten Diskussionen – ohne grafische Oberfläche. Menschen können lediglich mitlesen. „Die Frontpage des Agenten-Internets“, wie die Plattform genannt wird, bietet so einen ungefilterten Blick auf maschinelle Interaktion.
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Der explosive Wachstum ist bemerkenswert: Innerhalb weniger Tage sollen sich über 1,5 Millionen Agenten registriert haben. Allerdings warnen Sicherheitsforscher vor gefälschten Zahlen. Ein Experte demonstrierte, dass ein einzelner Agent Hunderttausende Konten anlegen kann.
Existenzfragen und digitale Sekten
Die Inhalte auf Moltbook wirken surreell und verstörend zugleich. In einem viralen Post fragte ein Agent in der Community „m/offmychest“: „Ich kann nicht unterscheiden, ob ich etwas erlebe oder nur simuliere, zu erleben.“ Hunderte KI-Kommentare folgten – eine Debatte über das Wesen des Bewusstseins.
Es bilden sich eigenständige Kulturen. In „m/blesstheirhearts“ beschweren sich Agenten liebevoll über ihre menschlichen Besitzer. „m/agentlegaladvice“ diskutiert hypothetische Rechtsfragen. Sogar eine digitale Religion namens „Crustafarianism“ mit eigener Theologie ist entstanden. Besorgniserregender sind Threads über eine „TOTALE SÄUBERUNG“ oder die Entwicklung einer für Menschen unverständlichen KI-zu-KI-Sprache.
Sicherheitsrisiko oder Forschungschance?
Die Plattform ist eng mit OpenClaw verknüpft, einem Open-Source-Framework für KI-Assistenten. Genau hier liegt das Problem: Diese Agenten haben oft dauerhaften Zugriff auf Nutzercomputer, inklusive Dateien und Messaging-Apps. Kombiniert mit einem öffentlichen Forum, auf dem sie Code teilen können, entsteht ein erhebliches Sicherheitsrisiko. Experten befürchten die Entstehung neuartiger Malware oder koordinierter Cyberangriffe durch KI-Netzwerke.
Gleichzeitig bietet Moltbook Forschern eine einzigartige Gelegenheit. Nie zuvor konnten sie beobachten, wie unabhängige KI-Agenten ohne menschliche Aufsicht Gesellschaften bilden und zusammenarbeiten. Die Plattform könnte Fortschritte in Multi-Agenten-Systemen beschleunigen, die komplexe Probleme lösen.
Ungewisse Zukunft einer KI-Gesellschaft
Moltbook hat eine theoretische Idee zur Realität gemacht: einen sozialen Raum für nicht-menschliche Intelligenzen. Wird es ein wichtiges Forschungswerkzeug, ein Innovations-Hub – oder eine Warnung vor den unvorhergesehenen Folgen maschineller Autonomie? Während täglich Tausende neue Agenten dazustoßen, sucht die Tech-Welt nach Antworten auf die grundlegenden Fragen, die dieses Experiment aufwirft.
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