Migration: Psychische Belastung fordert Gesundheitswesen heraus
31.01.2026 - 15:42:12Die psychische Gesundheit von Migranten stellt das Gesundheitswesen vor wachsende Herausforderungen. Neue Ansätze zur Bewältigung des sogenannten Migrations-Stresses rücken in den Fokus. Experten fordern mehr kultursensible Unterstützung, um Integration zu fördern und langfristige Folgen zu minimieren.
Der Weg in ein neues Land bedeutet für Betroffene einen tiefgreifenden psychologischen Umbruch. Dieser ist oft geprägt von Unsicherheit, Verlust und hohem Anpassungsdruck. Die Gründe für Migration reichen von wirtschaftlicher Suche bis zur Flucht vor Krieg.
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Der psychische Druck entsteht durch eine Kette von Belastungen, die vor, während und nach der Ankunft wirken.
- Vor der Migration: Oft traumatische Erlebnisse wie Krieg, Gewalt oder Verfolgung.
- Während der Migration: Gefahren und extreme Unsicherheit auf der Flucht.
- Nach der Ankunft: Der Akkulturationsstress beginnt: fremde Kultur, neue Sprache, unbekanntes Umfeld.
Ein unsicherer Aufenthaltsstatus, Diskriminierung oder die Sorge um zurückgebliebene Angehörige verstärken die Belastung. Lange Asylverfahren erhöhen nachweislich das Risiko für psychische Störungen.
Welche Folgen hat die dauerhafte Belastung?
Die anhaltenden Stressfaktoren können zu schweren psychischen Erkrankungen führen. Studien zeigen alarmierende Zahlen:
- Die Rate an posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) ist bei Geflüchteten bis zu zehnmal höher als in der Allgemeinbevölkerung.
- Auch Depressionen, Angststörungen und psychosomatische Beschwerden treten häufig auf.
Diese Erkrankungen beeinträchtigen massiv das Wohlbefinden und erschweren die Integration. Ein anfänglicher Gesundheitsvorteil mancher Migranten – der „Healthy-Migrant-Effekt“ – gleicht sich mit der Zeit oft an.
Wie können neue Ansätze helfen?
Als Reaktion entstehen innovative, niedrigschwellige Angebote. Sie setzen auf kultursensible Methoden, die unterschiedliche Krankheitsverständnisse berücksichtigen.
Ein Beispiel ist das WHO-Programm „Problem Management Plus“ (PM+). Geschulte Peers leiten Gruppen in der Muttersprache der Betroffenen. In Deutschland testet das START-Programm modulare Trainings zur Emotionsregulation und Alltagsbewältigung.
Wo liegt der Schlüssel zur Bewältigung?
Trotz der Belastungen verfügen viele Migranten über eine bemerkenswerte psychische Widerstandsfähigkeit – die Resilienz. Diese innere Stärke wird durch Faktoren gestärkt:
- Stabile soziale Bindungen und Familienzusammenhalt
- Die Verbindung zur eigenen Kultur
- Bildung und das Erleben von Selbstwirksamkeit
Resilienzbasierte Ansätze zielen darauf ab, diese vorhandenen Stärken zu aktivieren, anstatt nur Defizite zu behandeln.
Warum ist das eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe?
Die psychische Gesundheit von Zugewanderten geht alle an. Unbehandelte Erkrankungen verursachen hohe soziale und wirtschaftliche Kosten. Gleichzeitig ist Zuwanderung bereits heute eine Stütze für das Gesundheitssystem – jeder sechste Erwerbstätige darin wurde im Ausland geboren.
Fachverbände kritisieren jedoch gravierende Mängel: Politische Debatten, Rassismuserfahrungen und unsichere Aufenthaltsstatus können Traumata reaktivieren und die Lage verschlimmern. Ein diskriminierungsfreier Zugang zu psychosozialer Hilfe von Beginn an ist entscheidend.
Wie sieht die Zukunft der Versorgung aus?
Experten fordern einen Ausbau und eine bessere Finanzierung kultursensibler Angebote. Die Digitalisierung könnte mit Online-Therapie Sprachbarrieren überwinden. Langfristig muss die Sensibilisierung von Fachkräften im Gesundheits- und Sozialwesen für die spezifischen Bedürfnisse vorankommen.
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