Micron kauft für 1,8 Milliarden Euro Chipfabrik in Taiwan
17.01.2026 - 17:39:11Der US-Speicherchiphersteller Micron stärkt seine Produktion in Asien, um die weltweite Knappheit an Hochleistungs-Speicherchips für KI-Systeme zu bekämpfen. Für 1,8 Milliarden Euro übernimmt das Unternehmen eine moderne Fabrik in Taiwan.
Micron Technology hat eine exklusive Absichtserklärung zum Kauf des P5-Werks des taiwanesischen Herstellers Powerchip Semiconductor (PSMC) unterzeichnet. Die Übernahme der 300-mm-Fertigungsstätte in Tongluo soll die DRAM-Produktion des Konzerns deutlich beschleunigen. Der Deal soll bis zum zweiten Quartal 2026 abgeschlossen sein, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen.
Das Herzstück der Transaktion ist die moderne P5-Fabrik, die in unmittelbarer Nähe zu Microns bestehenden Werken in Taichung liegt. Diese Nähe verspricht erhebliche operative Synergien. Der große Vorteil: Micron umgeht die mehrjährige Bauzeit für einen komplett neuen Fabrikationsstandort. Stattdessen übernimmt das Unternehmen eine bestehende, rund 28.000 Quadratmeter große Reinraumfläche. Nach Abschluss des Deals will Micron die Anlage schrittweise für die DRAM-Fertigung ausrüsten und hochfahren. PSMC wird seine eigenen Aktivitäten zeitgleich von dem Gelände verlagern.
Antwort auf den KI-Boom
Haupttreiber für die Expansion ist die ungebremste Nachfrage nach Hochleistungsspeichern für Künstliche Intelligenz. Je komplexer KI-Modelle werden, desto mehr schnellen Arbeitsspeicher (DRAM) benötigen sie. Branchenanalysten sehen diesen KI-getriebenen Bedarf weiter stark steigend – die angespannte Marktlage könnte bis 2027 andauern. „Diese Akquisition ergänzt unsere aktuellen Taiwan-Aktivitäten und verbessert unsere Fähigkeit, die Produktion zu steigern“, sagte Manish Bhatia, Microns Executive Vice President of Global Operations. Das Unternehmen rechnet damit, dass die neue Fabrik in der zweiten Hälfte 2027 nennenswert zur DRAM-Ausbeute beitragen wird.
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Teil einer globalen Milliarden-Strategie
Die 1,8-Milliarden-Euro-Investition in Taiwan ist ein zentraler Baustein in Microns globaler Expansionsoffensive. Sie ergänzt die massiven Investitionen des Konzerns in den USA. Erst einen Tag zuvor hatte Micron in Clay, New York, den ersten Spatenstich für einen 100-Milliarden-Dollar-Chipkomplex gesetzt – die größte Privatinvestition in der Geschichte des Bundesstaates. Zusammen sollen die Projekte in Asien und Amerika Micron in die Lage versetzen, die künftige Nachfrage zu bedienen. Langfristiges Ziel ist es, 40 Prozent der DRAM-Produktion in den USA anzusiedeln.
Positive Marktreaktion erwartet
Der Schritt erfolgt in einer Phase der Stärke für Micron. Die Aktie des Unternehmens ist im vergangenen Jahr um über 250 Prozent gestiegen, angetrieben von der globalen Speicherknappheit und der Schlüsselrolle in der KI-Lieferkette. Die Transaktion soll zudem eine langfristige strategische Partnerschaft mit PSMC begründen. Die Vereinbarung sieht eine Zusammenarbeit bei der Nachbearbeitung der Wafer und die Unterstützung für PSMCs bestehendes DRAM-Portfolio vor. Analysten bewerten die aggressive Expansion positiv und verweisen auf die hohe Nachfrage nach KI-Anwendungen und das Potenzial für steigende Profitabilität.
Nach dem für Mitte 2026 erwarteten Dealabschluss wird Micron die Integration der P5-Fabrik in sein Fertigungsnetzwerk vorantreiben. Der gestaffelte Produktionshochlauf soll Kapazitäten kontrolliert verfügbar machen. Der Zeitplan korrespondiert mit den Branchenprognosen für anhaltend hohe Speichernachfrage. Die erfolgreiche Integration der Tongluo-Anlage wird ein kritischer Schritt in Microns milliardenschwerer globaler Strategie sein, um seine Führungsposition im Markt für innovative Speicherlösungen zu festigen.


