Krebsprävention, Minuten

Krebsprävention: Schon 3,5 Minuten Power pro Tag wirken

19.01.2026 - 03:01:12

Neue Studien belegen, dass schon wenige Minuten intensive Bewegung im Alltag das Krebsrisiko deutlich reduzieren und die Therapie unterstützen können.

Kurze, intensive Alltagsaktivitäten senken das Krebsrisiko deutlich. Das zeigen neue Studien zum Konzept VILPA – Bewegung ohne Sportstudio.

Die Forschung rückt von der Idee des langen Workouts ab. Stattdessen stehen wenige Minuten maximaler Anstrengung im Fokus: vom Sprint zur Bushaltestelle bis zum schnellen Treppensteigen. Diese „Vigorous Intermittent Lifestyle Physical Activity“ (VILPA) lässt sich leicht in jeden Tag integrieren.

So schützt der Power-Kick den Körper

Die Wirkung entfaltet sich auf zellulärer Ebene. Bei intensiver Muskelarbeit schüttet der Körper entzündungshemmende Botenstoffe, Myokine, aus. Chronische Entzündungen gelten als Risikofaktor für Krebs.

Gleichzeitig wird das Immunsystem aktiviert. Natürliche Killerzellen patrouillieren verstärkt und können entartete Zellen frühzeitig beseitigen. Manche Studien deuten sogar an, dass der starke Blutfluss während der Belastung Krebszellen direkt schädigen könnte.

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Die verblüffenden Zahlen der VILPA-Studie

Eine Schlüsselstudie im Fachblatt JAMA Oncology wertete Daten von über 22.000 unsportlichen Personen aus. Sensoren an ihrem Handgelenk maßen ihre Alltagsaktivität.

Die Ergebnisse sind eindeutig:
* 3,5 Minuten VILPA pro Tag senkten das allgemeine Krebsrisiko um bis zu 18 Prozent.
* Bei bewegungsabhängigen Krebsarten wie Brust- oder Darmkrebs waren 4,5 Minuten mit einem bis zu 32 Prozent geringeren Risiko verbunden.

Die Botschaft: Jeder intensive Moment zählt – und wirkt.

Bewegung als Therapie-Begleiter

Das Potenzial geht über die Vorbeugung hinaus. Hochintensives Intervalltraining (HIIT) wird zunehmend als Therapie-Begleitung erforscht.

Eine Studie mit Brustkrebspatientinnen zeigte: Schon eine einzige HIIT- oder Kraft-Einheit erhöhte den Spiegel krebshemmender Myokine. Ihr Blutserum konnte im Labor das Wachstum von Krebszellen bremsen. Auch bei Lungenkrebspatienten unter Immuntherapie förderte HIIT die Mobilisierung wichtiger Abwehrzellen.

Wird Bewegung zur Standard-“Medizin”?

Die neuen Erkenntnisse verändern die Gesundheitsempfehlungen. Die Intensität der Bewegung rückt vor die Dauer. Große Studien wie CHALLENGE bei Darmkrebspatienten belegen bereits, dass Bewegung das krankheitsfreie Überleben verbessern kann.

Onkologen fordern deshalb, qualitätsgesicherte Bewegungstherapien fest in die Krebsbehandlung zu integrieren. Die Zukunft könnte Bewegung als feste Säule der Medizin etablieren – ohne Rezept und ohne Nebenwirkungen.

@ boerse-global.de