KI-Wettrüsten, Cybersicherheit

KI-Wettrüsten: Cybersicherheit im Umbruch

14.02.2026 - 03:12:11

Staatliche Hacker nutzen KI systematisch für Angriffe, während Sicherheitsfirmen wie Proofpoint und Armis mit integrierten Plattformen reagieren. Unkontrollierte KI-Nutzung in Unternehmen stellt ein großes Risiko dar.

Die Cybersicherheitsbranche befindet sich in einem fundamentalen Umbruch. Angesichts einer neuen Welle von KI-gestützten Angriffen setzen Unternehmen wie Proofpoint und Armis auf vollständig integrierte, KI-native Sicherheitsplattformen. Diese sollen nicht nur externe Bedrohungen abwehren, sondern auch die internen Risiken durch unkontrollierte KI-Nutzung eindämmen.

Staatliche Hacker nutzen KI systematisch

Ein aktueller Bericht der Google Threat Intelligence Group zeigt: Die Ära experimenteller KI-Nutzung durch Cyberkriminelle ist vorbei. Staatlich unterstützte Gruppen aus Nordkorea, China, Iran und Russland setzen große Sprachmodelle (LLMs) bereits systematisch ein. Sie nutzen die Technologie, um Schwachstellen schneller zu identifizieren, personalisierte Phishing-E-Mails ohne erkennbare Fehler zu generieren und die Malware-Entwicklung zu beschleunigen.

Besorgniserregend sind sogenannte „Distillation Attacks“. Dabei kopieren Angreifer die Logik kommerzieller KI-Modelle, um sie für eigene Zwecke zu missbrauchen. Das Ergebnis: Angriffe werden raffinierter, schneller und sind für herkömmliche Sicherheitssysteme kaum noch zu erkennen. Der Druck auf die Verteidiger steigt massiv.

Branche reagiert mit Übernahmen und neuen Plattformen

Die Industrie antwortet mit einer neuen Generation von Sicherheitslösungen. Am 12. Februar 2026 gab der Sicherheitsspezialist Proofpoint die Übernahme des KI-Governance-Experten Acuvity bekannt. Ziel ist eine einheitliche Plattform, die den gesamten „agentischen Arbeitsplatz“ absichert – also die Interaktion zwischen Mitarbeitern, Daten und autonomen KI-Assistenten.

Einen Tag zuvor stellte Armis seine KI-native Plattform „Centrix for Application Security“ vor. Sie adressiert ein drängendes Problem: KI-generierter Code enthält oft mehr Sicherheitslücken als menschlich geschriebener. Die Plattform soll den gesamten Software-Entwicklungszyklus überwachen, Anomalien erkennen und die Flut falscher Alarmmeldungen reduzieren.

Die unterschätzte Gefahr: Schatten-KI in Unternehmen

Doch die größte Gefahr lauert oft im eigenen Haus. Ein Microsoft-Bericht warnt vor den Risiken der „Schatten-KI“. Gemeint ist die nicht genehmigte Nutzung von KI-Tools durch Mitarbeiter, außerhalb der Kontrolle der IT-Abteilung.

Laut dem Bericht nutzen bereits 29 Prozent der Angestellten solche nicht genehmigten KI-Agenten. Gleichzeitig haben weniger als die Hälfte der Unternehmen spezifische Sicherheitsrichtlinien für generative KI. Diese unkontrollierte Einführung schafft massive Sicherheitslücken, da die Agenten oft ungefiltert auf sensible Unternehmensdaten zugreifen.

Das Wettrüsten beschleunigt sich

Die Cybersicherheit im Jahr 2026 gleicht einem technologischen Wettrüsten. Die Geschwindigkeit KI-gestützter Angriffe erfordert eine ebenso agile und adaptive Verteidigung. Experten sind sich einig: Der Fokus muss sich von reaktiver Erkennung hin zu proaktiver, vorausschauender Prävention verlagern.

Zukünftige Sicherheitsarchitekturen werden Identität und Daten in den Mittelpunkt stellen, da traditionelle Netzwerkgrenzen zunehmend verschwimmen. Für deutsche Unternehmen, vom DAX-Konzern bis zum Mittelständler, wird die sichere Nutzung von KI damit untrennbar mit der Einführung robuster, KI-gestützter Sicherheitsstrategien verbunden sein. Wer hier zurückfällt, riskiert seine digitale Widerstandsfähigkeit.

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