KI-Verordnung, Regeln

KI-Verordnung: Ab August gelten strenge Regeln für Hochrisiko-Systeme

02.02.2026 - 15:46:11

Ab dem 2. August 2026 müssen Hochrisiko-KI-Systeme in der EU konform sein. Unternehmen drohen bei Verstößen Bußgelder von bis zu 35 Millionen Euro oder 7 Prozent des Umsatzes.

Ab dem 2. August 2026 müssen Unternehmen in der EU ihre KI-Systeme auf Konformität mit der neuen KI-Verordnung überprüfen. Die Übergangsfrist für Hochrisiko-Anwendungen endet – wer nicht vorbereitet ist, riskiert hohe Strafen und Wettbewerbsnachteile.

Die EU-KI-Verordnung (AI Act) tritt schrittweise in Kraft. Während erste Verbote, wie das für Sozialbewertungssysteme, bereits gelten, markiert der kommende August den nächsten großen Meilenstein. Dann müssen alle als hochriskant eingestuften KI-Systeme strenge Auflagen erfüllen. Viele Unternehmen sind auf diese tiefgreifenden Veränderungen jedoch noch nicht vorbereitet.

Risikoklassifizierung: Der erste Schritt zur Compliance

Das Fundament der Verordnung ist ein risikobasierter Ansatz. KI-Anwendungen werden in vier Kategorien eingeteilt: von inakzeptabel über hoch und begrenzt bis minimal. Diese Einstufung bestimmt den Umfang der Pflichten.

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Unternehmen müssen jetzt eine vollständige Bestandsaufnahme aller eingesetzten oder entwickelten KI-Systeme vornehmen. Als hochriskant gelten vor allem Anwendungen in sensiblen Bereichen. Dazu zählen das Gesundheitswesen, Bildung, Personalauswahl, kritische Infrastruktur und Kreditprüfungen. Für diese Systeme greifen ab August die umfangreichsten Pflichten. Sie umfassen ein robustes Risikomanagement, wirksame menschliche Aufsicht sowie hohe Standards bei Datenqualität und Cybersicherheit.

Neue Pflichten: Von Governance bis Transparenz

Die Verordnung verlangt eine neue Ebene der unternehmerischen Kontrolle. Die Verantwortung für KI-Compliance wird zur Chefsache und geht weit über die IT-Abteilung hinaus. Unternehmen müssen nachweisen, dass ihre Hochrisiko-Systeme organisatorisch beherrscht werden. Dafür sind klare Verantwortlichkeiten entlang des gesamten Lebenszyklus einer KI nötig – von der Entwicklung bis zum Betrieb.

Parallel werden die Transparenzregeln verschärft. Systeme mit begrenztem Risiko, wie Chatbots, müssen eindeutig als KI gekennzeichnet werden. Das gleiche gilt für KI-generierte Inhalte wie Deepfakes, um die Verbreitung von Desinformation einzudämmen. Diese Pflichten sollen das öffentliche Vertrauen in die Technologie stärken.

Hohe Bußgelder drohen bei Verstößen

Die neuen Regeln sind verbindlich. Aufsichtsbehörden werden ihre Einhaltung ab August konsequent überwachen und durchsetzen. Die finanziellen Konsequenzen bei Verstößen sind massiv: Bußgelder können bis zu 35 Millionen Euro oder 7 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes betragen – je nachdem, welcher Wert höher ist.

Neben den Geldstrafen drohen weitere Sanktionen. Behörden können die Korrektur oder sogar den Rückruf nicht konformer Systeme anordnen. Das führt unweigerlich zu Betriebsstörungen und erheblichen Reputationsschäden. Eine frühzeitige Vorbereitung minimiert daher nicht nur regulatorische Risiken, sondern kann auch einen Wettbewerbsvorteil bedeuten.

Der „Brüssel-Effekt“: EU setzt globale Standards

Die KI-Verordnung steht nicht allein. Sie vernetzt sich mit anderen europäischen Regelwerken wie der DSGVO und der NIS2-Richtlinie zur Cybersicherheit. Dieses Zusammenspiel erhöht die Komplexität, erfordert aber auch einen ganzheitlichen Ansatz für digitale Governance. Die Datenschutzgrundsätze der DSGVO bilden beispielsweise eine wichtige Basis für vertrauenswürdige KI.

Experten beobachten den „Brussel-Effekt“: Die EU setzt mit ihrer umfassenden Regulierung de facto globale Standards. Jedes Unternehmen, das auf dem europäischen Markt aktiv ist, muss sich daran halten – unabhängig von seinem Firmensitz. Die Verordnung unterscheidet klar zwischen Anbietern (Entwicklern) und Anwendern (Nutzern). Während die Hauptlast bei den Entwicklern liegt, müssen auch anwendende Unternehmen die Konformität genutzter Systeme sicherstellen.

Countdown läuft: Unternehmen müssen jetzt handeln

Die verbleibenden Monate bis zum Stichtag im August sind knapp. Unternehmen sollten sie intensiv nutzen. Der erste Schritt ist die systematische Inventur und Klassifizierung aller KI-Anwendungen. Darauf aufbauend müssen Governance-Prozesse etabliert und Verantwortlichkeiten geklärt werden. Für Hochrisiko-Systeme ist zudem umfangreiche technische Dokumentation vorzubereiten.

Ein weiterer Fokus liegt auf der „KI-Kompetenz“ der Mitarbeiter. Die Verordnung fordert explizit, dass Teams, die mit KI-Systemen arbeiten, die rechtlichen und technischen Anforderungen verstehen. Gezielte Schulungen werden daher unerlässlich. Die Phase des unregulierten Experimentierens ist vorbei. 2026 wird das Jahr, in dem eine verantwortungsvolle und regulierte KI-Nutzung zur unternehmerischen Pflicht wird.

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