KI-Verordnung, Regeln

KI-Verordnung: Ab August gelten strenge Regeln für Hochrisiko-KI

22.01.2026 - 07:17:12

Ab August 2026 gelten verbindliche Pflichten für Hochrisiko-KI, während nationale Behörden wie die Bundesnetzagentur die Aufsicht übernehmen. Unternehmen müssen jetzt ihre Systeme prüfen und umsetzen.

Die EU-KI-Verordnung wird 2026 zur operativen Realität – und setzt Unternehmen unter Druck. Ab August gelten strenge Regeln für Hochrisiko-Systeme, während nationale Behörden wie die Bundesnetzagentur ihre Aufsicht vorbereiten. Die Zeit der Vorbereitung ist vorbei, jetzt zählt die Umsetzung.

Die entscheidende Deadline im August

Am 2. August 2026 tritt der zentrale Teil der Verordnung in Kraft: die verbindlichen Regeln für Hochrisiko-KI-Systeme. Diese KI-Anwendungen bergen erhebliche Risiken für Gesundheit, Sicherheit oder Grundrechte. Betroffen sind Systeme in kritischer Infrastruktur, Medizinprodukten, Personalentscheidungen und Strafverfolgung.

Hersteller müssen umfassende Nachweise erbringen. Dazu gehören ein durchgängiges Risikomanagement, qualitativ hochwertige Daten zur Vermeidung von Verzerrungen und detaillierte technische Dokumentation. Die Systeme müssen zudem menschliche Eingriffe ermöglichen und hohe Standards bei Genauigkeit und Cybersicherheit erfüllen. Diese Pflichten sind kein einmaliger Test, sondern ein fortlaufender Prozess.

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Nationale Aufsicht nimmt konkrete Form an

Während die Verordnung EU-weit gilt, liegt die Durchsetzung bei den Mitgliedstaaten. In Deutschland entsteht gerade die Aufsichtsstruktur. Das geplante KI-Marktüberwachungs- und Innovationsförderungsgesetz (KI-MIG) sieht die Bundesnetzagentur als zentrale Aufsichtsbehörde vor. Für den Finanzsektor wird die BaFin zuständig sein.

Auch andere Länder wie Luxemburg konkretisieren ihre Pläne. Dort soll die Finanzaufsicht CSSF für KI-Systeme im Banken- und Versicherungsbereich verantwortlich werden. Diese klaren Zuständigkeiten machen regulatorische Konsequenzen für Unternehmen spürbarer – wer nicht einhält, muss mit konkreten Ansprechpartnern rechnen.

Transparenzpflichten für alle KI-Systeme

Neben den Hochrisiko-Systemen gelten ab August auch allgemeine Transparenzregeln. Unternehmen müssen Nutzer klar darauf hinweisen, wenn sie mit einem Chatbot kommunizieren. Künstlich erzeugte Inhalte, sogenannte Deepfakes, müssen als solche gekennzeichnet werden. Ziel ist es, Manipulation und Täuschung einzudämmen.

Parallel entwickelt das europäische KI-Büro freiwillige Verhaltenskodizes für Allgemeine KI-Modelle. Diese sollen Best Practices etablieren und künftige Standards maßgeblich beeinflussen. Unternehmen, die solche Modelle entwickeln oder intensiv nutzen, sollten diesen Prozess aktiv begleiten.

Fragmentierte globale Regulierungslage

Die EU setzt mit ihrem risikobasierten Ansatz globale Maßstäbe, doch andere Regionen verfolgen unterschiedliche Wege. In den USA fehlt ein umfassendes Bundesgesetz, was zu einem Flickenteppich aus Landesregelungen führt. Großbritannien setzt weiter auf einen innovationsfreundlichen, sektorgeführten Ansatz.

Für multinationale Konzerne bedeutet diese Zersplitterung eine erhebliche Herausforderung. Sie müssen verschiedene, teils widersprüchliche Regelwerke gleichzeitig beachten. Die EU-Kommission versucht mit ihrem „Digital Omnibus“-Vorschlag von Ende 2025, das eigene Regelwerk zu harmonisieren. Doch bis dahin müssen Unternehmen flexible Compliance-Programme entwickeln.

Vom Plan zur praktischen Umsetzung

Die Fristen 2026 erfordern jetzt entschlossenes Handeln. Der erste Schritt für jedes Unternehmen ist eine Bestandsaufnahme: Welche KI-Systeme werden genutzt oder entwickelt? In welche Risikokategorie fallen sie? Für Hochrisiko-Systeme müssen umgehend die technischen und organisatorischen Maßnahmen umgesetzt werden.

Rechtsexperten raten, nicht auf jede letzte Klarstellung zu warten. Entscheidend ist die Etablierung eines KI-Governance-Rahmens, der Verantwortlichkeiten und Compliance in der Unternehmensstruktur verankert. Unternehmen, die die KI-Verordnung erfolgreich umsetzen, minimieren nicht nur finanzielle und reputative Risiken. Sie positionieren sich auch als Vorreiter für vertrauenswürdige und verantwortungsvolle KI.

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