Stress, Krisen

KI senkt emotionalen Stress in Krisen um 36 Prozent

11.02.2026 - 19:54:11

Eine europäische Untersuchung zeigt, dass Kommunikation mit Künstlicher Intelligenz den empfundenen Stress deutlich reduziert, da sie Bewertungsängste abbaut.

Eine neue europäische Studie zeigt: Künstliche Intelligenz kann den Umgang mit belastenden Situationen fundamental verändern. Die Kommunikation mit einer KI senkte den empfundenen Stress der Teilnehmer um mehr als ein Drittel.

Die Hochschule Fresenius Hamburg veröffentlichte heute eine bahnbrechende Untersuchung im Auftrag des FinTech-Unternehmens PAIR Finance. Kern der Studie mit 3.500 Verbrauchern aus elf Ländern war ein simuliertes Inkasso-Gespräch. Das Ergebnis ist eindeutig: Wer mit einem KI-System sprach, fühlte sich deutlich weniger gestresst als die Vergleichsgruppe mit menschlichen Beratern.

Der Schlüssel: KI baut Bewertungsdruck ab

Die Forscher identifizierten einen entscheidenden psychologischen Faktor: die Angst vor Verurteilung. Gerade bei finanziellen Schwierigkeiten sind Scham und dieses Gefühl oft die größten Hürden. Die Studie belegt, dass KI diese Barriere wirksam abbaut.

Warum? Eine KI schafft psychologische Distanz. Sie hat keine Mimik, keine verurteilende Tonlage und sendet keine impliziten sozialen Signale. Das ermöglicht es den Betroffenen, sich stärker auf die sachliche Problemlösung zu konzentrieren. Interessanterweise blieb das Vertrauen in die Korrektheit der Informationen dabei auf dem Niveau einer menschlichen Interaktion.

Ein Werkzeug für mehr Selbstfürsorge?

Die Ergebnisse berühren grundlegende Fragen des emotionalen Wohlbefindens. Chronischer Stress und Scham untergraben das Selbstwertgefühl und führen oft zu lähmendem Vermeidungsverhalten. Kann Technologie helfen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen?

„Wenn Menschen sich weniger verurteilt fühlen, sind sie eher bereit, proaktiv zu handeln“, so die Schlussfolgerung der Studienautoren. Diese Handlungsfähigkeit in schwierigen Situationen sei ein zentraler Akt der Selbstfürsorge und stärke die persönliche Resilienz.

Mensch und Maschine: Die hybride Zukunft

Die Studie macht jedoch auch klar: Der Mensch bleibt unersetzlich, wenn es um echte Empathie und das Gefühl von Fairness geht. Die ideale Lösung ist daher keine vollständige Automatisierung.

„Es gibt keine One-size-fits-all-Strategie“, betont Prof. Dr. Minou Goetze von der Hochschule Fresenius. Stattdessen zeichnet sich ein hybrides Modell ab. Die KI könnte als emotionaler „Puffer“ in der Erstkommunikation dienen, um Gespräche zu entpersonalisieren und zu deeskalieren. Komplexe Fälle, die Fingerspitzengefühl erfordern, würden dann an menschliche Berater übergeben.

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Weitreichende Implikationen für stressbehaftete Bereiche

Das Anwendungspotenzial dieses Ansatzes geht weit über den Finanzsektor hinaus. Ähnliche KI-Modelle könnten in vielen Bereichen zum Einsatz kommen, in denen schwierige Nachrichten übermittelt werden müssen.

Denkbar sind Anwendungen im Gesundheitswesen, bei behördlicher Kommunikation oder im Personalmanagement. Überall dort, wo Gespräche mit Stress und Scham behaftet sind, könnte Technologie die emotionale Belastung für die Betroffenen minimieren. Die Zukunft der Dienstleistungskommunikation liegt wohl in der intelligenten Verknüpfung von technologischer Effizienz und menschlichem Mitgefühl.

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