KI-MIG: Kabinett ebnet Weg für deutsche KI-Regulierung
21.01.2026 - 01:22:12Die Bundesregierung hat den Weg für klare Regeln zur Künstlichen Intelligenz freigemacht. Mit einem neuen Gesetzentwurf setzt sie den EU-weiten KI-Rechtsrahmen in nationales Recht um und schafft so dringend benötigte Planungssicherheit für Unternehmen.
Das sogenannte KI-Marktüberwachungs- und Innovationsförderungsgesetz (KI-MIG) legt die Aufsichtsstrukturen fest und definiert nationale Sanktionen. Es ist der entscheidende Schritt, um Deutschlands Anschluss an die EU-Vorgaben zu sichern, die ab August 2026 vollständig gelten. Für die Wirtschaft bedeutet das: Endlich Klarheit, unter welchen Bedingungen sie KI entwickeln und einsetzen darf.
Hybrides Aufsichtsmodell soll Bürokratie vermeiden
Herzstück des Entwurfs ist ein zweigleisiges Kontrollsystem. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) wird zur zentralen Marktüberwachungsbehörde und ersten Anlaufstelle für alle KI-Fragen. Gleichzeitig bleiben die Fachaufsichten in ihren Bereichen zuständig. Die Finanzaufsicht BaFin überwacht also weiterhin KI im Bankensektor, während Medizinprodukte bei den dafür vorgesehenen Stellen bleiben.
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Dieser hybride Ansatz soll Doppelstrukturen verhindern und das spezifische Wissen der Branchenaufsichten nutzen. Damit die vielen beteiligten Behörden einheitlich handeln, plant die BNetzA ein neues Koordinierungs- und Kompetenzzentrum (KoKIVO). Es soll für abgestimmte Rechtsauslegungen sorgen.
Reallabore sollen Innovation fördern
Die Regierung betont: Regulierung soll Entwicklung nicht bremsen, sondern kanalisieren. Ein Schlüsselelement sind deshalb KI-Reallabore, die von der Bundesnetzagentur betrieben werden. In diesen geschützten Testumgebungen können vor allem Startups und Mittelständler ihre KI-Systeme unter Aufsicht erproben, bevor sie auf den Markt kommen.
Bereits aktiv ist ein KI-Service-Desk der BNetzA. Er bietet Unternehmen Orientierung im regulatorischen Dickicht. Branchenverbände wie Bitkom begrüßen diesen praxisnahen Ansatz. Ihr Appell: Die Aufsicht sollte bei Verstößen zunächst auf Abmahnungen setzen, bevor sie Bußgelder verhängt.
Deutschland unter Zeitdruck
Die Zustimmung des Kabinetts kommt spät. Eigentlich hätten die Mitgliedstaaten ihre Aufsichtsstrukturen bereits im August 2025 benennen müssen. Deutschland verpasste diese Frist – auch wegen vorgezogener Wahlen, die den Gesetzgebungsprozess verzögerten.
Jetzt drängt die Zeit. Der Entwurf muss noch Bundestag und Bundesrat passieren. Die Beratungen sollen zügig verlaufen, damit die Vorgaben der EU rechtzeitig umgesetzt werden können. Für die Wirtschaft steht viel auf dem Spiel: Nur mit rechtlicher Sicherheit kann Deutschland im globalen Technologiewettlauf mithalten.
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