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KI-Graben vertieft sich: Nur wenige Firmen profitieren finanziell

20.01.2026 - 04:33:12

Eine globale CEO-Befragung zeigt, dass nur 12 Prozent der Unternehmen Umsatz- und Kostenvorteile durch KI realisieren. Erfolgreiche Firmen setzen auf strategische Integration und Mitarbeiterqualifizierung.

Die meisten Unternehmen sehen trotz hoher KI-Investitionen noch keinen finanziellen Nutzen. Das zeigt eine neue globale CEO-Studie von PwC, die anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos veröffentlicht wurde. Demnach berichten 56 Prozent der befragten Vorstandsvorsitzenden, dass ihre KI‑Projekte bisher keinen signifikanten finanziellen Vorteil gebracht haben. Nur zwölf Prozent konnten sowohl Umsatzsteigerungen als auch Kosteneinsparungen realisieren.

Was die Gewinner anders machen

Die Studie identifiziert klare Unterschiede zwischen den wenigen erfolgreichen und der großen Mehrheit der noch zögerlichen Unternehmen. Der entscheidende Faktor ist nicht die Höhe der Investition, sondern die strategische Integration. Die führenden Firmen setzen KI zwei- bis dreimal häufiger umfassend in ihren Kernprozessen ein – von der Produktentwicklung bis zur strategischen Entscheidungsfindung.

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Diese Unternehmen erzielen laut Analyse bis zu vier Prozentpunkte höhere Gewinnmargen. Ein weiterer Erfolgsfaktor sind klare Rahmenwerke für verantwortungsvolle KI und integrierte Technologieumgebungen. CEOs mit solchen Fundamenten melden dreimal häufiger finanzielle Erfolge. „Die Kluft zwischen Vorreitern und Nachzüglern zeigt sich bereits im Vertrauen und in der Wettbewerbsfähigkeit und wird sich voraussichtlich schnell vergrößern“, kommentiert PwC-Globalvorsitzender Mohamed Kande.

Sinkende Zuversicht und technologischer Druck

Die KI-Herausforderungen verschärfen eine ohnehin gedrückte Stimmung in den Chefetagen. Das Vertrauen der CEOs in die Umsatzaussichten der nächsten zwölf Monate ist auf nur noch 30 Prozent gesunken – der tiefste Stand seit fünf Jahren. Die rasante technologische Veränderung bereitet 42 Prozent der Führungskräfte die größten Sorgen, noch vor Innovationsfähigkeit oder langfristiger Geschäftsentwicklung.

Hinzu kommen weitere globale Risiken: Ein Drittel der CEOs sieht Cyber-Bedrohungen als großes Risiko, jeder Fünfte fürchtet Verluste durch internationale Handelszölle. Dieser komplexe Risikomix erschwert Investitionsentscheidungen und könnte ausgerechnet die dringend benötigten KI-Investitionen ausbremsen.

Der Weg aus der Experimentier-Phase

Für die Nachzügler ist die Botschaft der Studie eindeutig: Die Zeit isolierter Pilotprojekte ist vorbei. Es braucht jetzt eine fundamentale Strategieänderung und Unternehmenskultur, die KI in den Kern der Geschäftsprozesse stellt. Die größten Hürden sind die Ausrichtung der KI-Initiativen auf die Geschäftsstrategie, fragmentierte Datensysteme und der Mangel an Qualifizierung.

Eine parallele Analyse von EY legt nahe, dass Unternehmen bis zu 40 Prozent der möglichen KI-Produktivitätsgewinne verschenken, weil Mitarbeiter nicht ausreichend geschult sind oder nicht verstehen, wie KI ihre Arbeit verbessern soll. Die entscheidende Frage für 2026 lautet also: Schaffen es die Firmen, ihre Belegschaft mitzunehmen?

Wettbewerbskluft droht sich zu verfestigen

Die wirtschaftlichen Konsequenzen der KI-Spaltung sind gravierend. Die Vorreiter generieren bereits heute höhere Margen und Effizienzgewinne, die sie in weitere KI-Innovationen reinvestieren können. Dies könnte einen sich selbst verstärkenden Kreislauf in Gang setzen und den Vorsprung immer weiter ausbauen.

Für die 56 Prozent der Unternehmen ohne messbaren Return steigt der Druck dramatisch. Die kommenden 12 bis 24 Monate werden entscheidend sein. Gelingt es der Mehrheit nicht, von Experimenten zu skalierter Integration überzugehen, droht die KI-Kluft zu einem dauerhaften Wettbewerbsnachteil zu werden. Die Weichen für die AI-getriebene Wirtschaft der Zukunft werden jetzt gestellt.

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