KI-Boom, Speicherpreise

KI-Boom treibt Speicherpreise auf Rekordniveau

19.01.2026 - 09:15:12

Die strategische Fokussierung der Halbleiterindustrie auf KI-Speicher führt zu massiven Engpässen bei konventionellem DRAM und NAND. Analysten prognostizieren Preisexplosionen von über 50 Prozent für 2026.

KI-Hunger und ein strategischer Schwenk der Hersteller lösen eine globale Speicherkrise aus. Die Preise für wichtige Bauteile explodieren – und werden 2026 bei PCs und Smartphones spürbar ankommen. Analysten prognostizieren dramatische Preissprünge bereits im ersten Quartal.

Die Wurzel des Problems ist eine massive Umverteilung in der Halbleiterproduktion. Schwergewichte wie Samsung, SK Hynix und Micron verlagern ihre modernsten Fertigungslinien. Statt herkömmlichem DRAM und NAND für Alltagsgeräte priorisieren sie lukrativere Hochleistungsprodukte. Diese Speicherchips, etwa High-Bandwidth Memory (HBM), sind der Treibstoff für generative KI. Die Nachfrage der Rechenzentren ist nahezu unersättlich. Es handelt sich nicht um eine normale Flaute, sondern einen tiefgreifenden Strukturwandel. Schätzungen zufolge könnten Rechenzentren 2026 bis zu 70 Prozent der gesamten Speicherproduktion verschlingen.

Explosive Preissprünge stehen bevor

Die Prognosen der Marktforscher sind alarmierend. Vertragspreise für konventionellen DRAM dürften im ersten Quartal 2026 um 55 bis 60 Prozent zum Vorquartal steigen. NAND Flash, die Technologie in SSDs, folgt mit einem Plus von 33 bis 38 Prozent.

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Im Servermarkt, dem Epizentrum des KI-Booms, ist die Lage noch angespannter. Hier werden Preissprünge von über 60 Prozent erwartet. US-Cloudanbieter sichern sich aggressiv Kapazitäten und lassen andere Käufer mit knapper Ware und hohen Kosten zurück. Die Welle erreicht auch den PC-Markt: Die Preise für Client-SSDs sollen um mehr als 40 Prozent klettern. Für Verbraucher könnte das bedeuten, dass ein 32-GB-DDR5-RAM-Modul 2026 bis zu 500 Euro kostet.

Konsumgüter-Branche unter Druck

Der Engpass bremst die Hersteller von Unterhaltungselektronik aus. Da Speicherproduzenten lukrative KI-Kunden bedienen, fehlt es an Komponenten für PCs und Smartphones. Die Produktionskosten steigen. Analysten rechnen deshalb mit gedämpftem Wachstum im PC-Markt 2026. Große Anbieter wie Dell, HP und Lenovo signalisieren ihren Kunden bereits Preiserhöhungen von 15 bis 20 Prozent.

Auch Smartphones werden teurer. Führungskräfte großer Marken geben zu verstehen, dass 2026 vorgestellte Modelle teurer sein werden als vergleichbare Geräte aus 2025. Die geplante Ausphasung älterer Standards wie DDR4 verschärft die Lage zusätzlich. Die gesamte Lieferkette ist betroffen. Hersteller haben kaum eine Wahl: Sie werden die höheren Kosten an die Endkunden weitergeben müssen.

Milliarden-Investitionen als langfristige Antwort

Die Speicherindustrie reagiert mit gewaltigen Expansionsplänen – doch kurzfristige Entlastung ist nicht in Sicht. Micron hat ein Rekordinvestment von 200 Milliarden Euro für neue Fabriken in den USA angekündigt, gefördert durch den US-amerikanischen CHIPS and Science Act. Diese Werke brauchen Jahre bis zur Fertigstellung. Nennenswerte Kapazitäten werden frühestens 2027 verfügbar sein, die volle Produktion dürfte erst um 2030 anlaufen. Um schneller zu reagieren, kaufte Micron kürzlich für 1,8 Milliarden Euro eine bestehende Fabrik in Taiwan. Sie könnte in der zweiten Hälfte 2027 nennenswert produzieren.

Andere Konzerne agieren vorsichtiger. Samsung plant laut Berichten für 2026 nur eine bescheidene Erhöhung der DRAM-Produktion um fünf Prozent. Das gilt als völlig unzureichend, um die globale Nachfrage zu bedienen. SK Hynix verzeichnet derweil Rekordgewinne. Seine Kapazitäten für gefragten KI-Speicher sind für 2026 bereits ausverkauft.

Anhaltende Knappheit bis mindestens 2027

Die Macht im Markt liegt eindeutig bei den Verkäufern. Für abnehmende Unternehmen geht es nicht mehr um den besten Preis, sondern um die gesicherte Verfügbarkeit von Komponenten. Analysten sind sich einig: Diese Phase struktureller Unterversorgung und hoher Preise wird weit über 2026 hinaus andauern, wahrscheinlich bis 2027.

Da neue Mega-Fabriken noch Jahre bis zur Fertigstellung brauchen, bleibt der Engpass bestehen. Die strategische Ausrichtung der Industrie auf den hochprofitablen KI-Sektor zeigt keine Kehrtwende. Der Druck auf die Versorgung mit Verbraucherspeichern bleibt also hoch. Verbraucher und Unternehmen müssen sich auf eine neue Realität einstellen: Die Technik des Alltags wird auf absehbare Zeit deutlich teurer.

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