KI-Boom treibt Speicherpreise auf Rekordniveau
17.01.2026 - 04:48:12Eine dramatische Verknappung von Speicherchips wird 2026 zu spürbaren Preisaufschlägen für PCs, Smartphones und Server führen. Grund ist die massive Umstellung der Hersteller auf KI-Komponenten.
Die Preise für Arbeitsspeicher (DRAM) und Flash-Speicher (NAND) steigen im ersten Quartal 2026 auf nie dagewesene Höhen. Marktforscher prognostizieren Vertragspreiserhöhungen von bis zu 60 Prozent für DRAM und 38 Prozent für NAND. Diese Entwicklung setzt einen extremen Preisanstieg aus dem Jahr 2025 fort, in dem sich NAND-Speicher bereits um etwa 246 Prozent verteuerte. Der Kern des Problems: Die weltweite Produktionskapazität für Halbleiter wird systematisch von Verbraucherprodukten auf hochprofitablen KI-Speicher umgestellt.
Die KI als Speicherfresser
Die unersättliche Nachfrage von KI-Rechenzentren nach Rechenleistung ist der Motor der aktuellen Krise. Marktführer wie Samsung, SK Hynix und Micron konzentrieren ihre modernsten Fertigungslinien auf lukrative Komponenten für die KI-Infrastruktur. Dazu zählen High-Bandwidth Memory (HBM) für KI-Beschleuniger und Hochleistungs-DDR5-Speicher für Server. Jede Siliziumscheibe, die für die KI-Produktion reserviert wird, fehlt somit für den RAM in neuen Laptops oder den Speicher in Smartphones. Die globalen Lagerbestände für DRAM und NAND sind auf historischen Tiefständen, was den Herstellern eine dominante Verhandlungsposition verschafft.
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Deutlich teurere PCs und Laptops
Die unmittelbarsten Folgen spüren Käufer neuer Computer. Die Kosten für RAM und SSDs haben sich seit 2024 verdoppelt und machen inzwischen einen deutlich größeren Teil der Gesamtkosten eines PCs aus. Mehrere große PC-Hersteller haben bereits signalisiert, dass die Einzelhandelspreise 2026 um 15 bis 20 Prozent steigen könnten – direkt verursacht durch die explodierenden Speicherkosten.
Um wichtige Preisklassen dennoch zu halten, könnten Hersteller bei Einsteiger- und Mittelklassegeräten die Standardausstattung reduzieren. Neue Laptops könnten dann mit weniger Arbeitsspeicher oder kleineren SSDs ausgeliefert werden als noch vor einem Jahr. Für Verbraucher bedeutet das: Die Ära günstiger und reichlicher Speicheraufrüstungen ist vorerst vorbei. Es könnte sinnvoller sein, Geräte von vornherein mit ausreichend RAM und Speicher zu kaufen.
Smartphones: Weniger Leistung für mehr Geld
Auch der Smartphone-Markt ist stark betroffen. Speicher macht bis zu 20 Prozent der Herstellungskosten eines Mittelklasse-Handys aus. Die aktuellen Preissprünge könnten die Materialkosten für neue Geräte 2026 um bis zu 25 Prozent erhöhen. Der Preis für mobilen LPDDR-Arbeitsspeicher ist bereits um über 70 Prozent gestiegen, die Kosten für NAND-Flash-Speicher haben sich verdoppelt.
Als Reaktion erwägen einige Hersteller, bei Einsteigermodellen wieder auf geringere 4-GB-RAM-Konfigurationen zurückzugreifen. Selbst bei Flaggschiffen könnte der Trend zu immer mehr Basis-Arbeitsspeicher mit jeder Generation ins Stocken geraten. Premium-Marken könnten bei den aktuellen Speichergrößen bleiben und gleichzeitig Rabatte reduzieren. Marktbeobachter rechnen sogar mit einem Rückgang der weltweiten Smartphone-Auslieferungen.
Ein neues Normal für Hardware-Kosten
Diese Speicherverknappung unterscheidet sich grundlegend von früheren konjunkturellen Abschwüngen in der Halbleiterbranche. Sie spiegelt eine langfristige strategische Neuausrichtung wider, getrieben vom KI-Boom. Die hohen Gewinnspannen bei KI- und Unternehmensverträgen machen es unwahrscheinlich, dass die Hersteller bald wieder den Verbrauchermarkt priorisieren werden. Die Preisdruck dürfte daher auch dann anhalten, wenn der Absatz von Endgeräten nachlässt.
Die Auswirkungen gehen weit über PCs und Handys hinaus. Auch die Unternehmens-IT muss sich auf massive Preissteigerungen einstellen. Die Kosten für Server-DRAM sollen allein im ersten Quartal 2026 um über 60 Prozent steigen. Das betrifft Unternehmen jeder Größe, die Cloud-Dienste nutzen oder eigene Rechenzentren betreiben. Für Verbraucher und Unternehmen markiert dies eine neue Realität: Eine fundamentale Technologiekomponente wird zum Haupttreiber der Kosteninflation. Die Ära vorhersehbar günstigerer und leistungsfähigerer Hardware von Jahr zu Jahr ist infrage gestellt.
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