KI-Boom, Smartphones

KI-Boom beendet Ära der günstigen Smartphones

04.01.2026 - 02:42:12

Die rapide Ausbreitung von KI-Rechenzentren führt zu einer neuen Halbleiterkrise. Sie trifft besonders preissensible Smartphone-Modelle und könnte den globalen Absatz um über fünf Prozent einbrechen lassen.

Die aktuelle Knappheit unterscheidet sich grundlegend von den logistikbedingten Engpässen der Pandemie-Jahre. Sie ist struktureller Natur. Große Speicherhersteller wie Samsung Electronics und SK Hynix haben ihre Produktionslinien aggressiv umgestellt. Der Fokus liegt nun auf High-Bandwidth Memory (HBM) und fortschrittlichen DRAM-Modulen für KI-Server.

Diese strategische Wende hat die Versorgung mit Standard-Chips für den Massenmarkt ausgedünnt. Besonders betroffen sind die LPDDR4- und LPDDR5-Komponenten für Mobiltelefone. Während KI-Unternehmen langfristige Lieferverträge für Server-Hardware sichern, konkurrieren Smartphone-Hersteller um einen schrumpfenden Pool älterer Chips. Experten sprechen von einem „Verdrängungseffekt“: Die lukrativen Margen im KI-Geschäft machen die Produktion günstiger Chips für Einsteiger-Smartphones unattraktiv.

Einsteigergeräte unter Druck

Während Flaggschiffe von Apple und Samsung oft durch langfristige Verträge abgesichert sind, trifft es die Budget- und Mittelklasse am härtesten. Berichten zufolge haben taiwanesische Chip-Hersteller die Produktion der 4GB-RAM- und 64GB-Speicher-Konfigurationen fast eingestellt. Diese galten lange als Standard für Einsteigergeräte.

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Die Materialkosten für Smartphones unter 200 Euro sind im letzten Quartal 2025 um 20 bis 30 Prozent gestiegen. Hersteller stehen vor einer schwierigen Wahl: die Kosten schlucken und Margen verlieren – oder sie an preisbewusste Kunden weitergeben.

Im Markt beobachten Analysten zunehmend „Shrinkflation“. Statt die Preise anzuheben, reduzieren einige Marken die Ausstattung. Für den gleichen Preis gibt es dann weniger Arbeitsspeicher oder Speicherplatz. Da der alte 4GB/64GB-Standard jedoch kaum noch verfügbar ist, steigt der Mindestpreis für ein funktionsfähiges Smartphone unweigerlich.

Düstere Prognosen bis mindestens 2027

Die Schwere der Lage hat zu deutlichen Warnungen aus der Industrie geführt. Führungskräfte von Xiaomi und anderen OEMs signalisieren, dass die Lieferketten-Probleme 2026 die des Vorjahres übertreffen werden. Analysten sagen voraus, dass die Engpässe bis mindestens 2027 anhalten werden. Signifikante neue Kapazitäten für Verbraucher-Chips sind vorher nicht in Sicht.

Die International Data Corporation (IDC) hat ihre Prognose für 2026 angepasst. In einem pessimistischen Szenario könnte der globale Smartphone-Markt um bis zu 5,2 Prozent schrumpfen. Treiber sind vor allem Erschwinglichkeitsprobleme. Der Konsens unter Experten: Der Markt hat einen Wendepunkt erreicht. Die Ära des billigen, reichlich verfügbaren Speichers für Unterhaltungselektronik geht zu Ende.

Was bedeutet das für Verbraucher?

Für den europäischen Markt könnte die Kategorie der Sub-200-Euro-Smartphones deutlich schrumpfen. Händler dürften weniger Ultra-Budget-Geräte im Sortiment haben. Die steigenden Komponentenkosten werden wahrscheinlich auch die 5G-Einführung in Schwellenländern verlangsamen. Die Kombination aus teuren 5G-Chipsätzen und teurem Speicher macht 5G-Handys unter 150 Euro nahezu unmöglich.

Käufer von Einsteigergeräten müssen im ersten Quartal 2026 mit sofortiger Preisschwankung rechnen. Der bisherige „Sweet Spot“ für Preis-Leistung – oft in älteren Mittelklasse-Modellen zu finden – könnte verschwinden, sobald die Lagerbestände aufgebraucht sind.

Die Branche erwartet eine Neujustierung der Preisklassen. Was 2024 noch als Budget-Preis galt, könnte Mitte 2026 nur noch ein einfaches Feature-Phone oder ein generalüberholtes Gerät sichern. Bis die Speicherhersteller neue Kapazitäten schaffen – ein Prozess, der Jahre dauert –, scheint die „KI-Steuer“ auf Unterhaltungselektronik auf absehbare Zeit Realität zu bleiben.

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