KI-Betrüger, Milliarden

KI-Betrüger erbeuten Milliarden mit gefälschten Stimmen

22.01.2026 - 08:55:12

Kriminelle nutzen täuschend echte KI-Fälschungen für Erpressungen, was zu massiven finanziellen Verlusten und einer Erosion des digitalen Vertrauens führt.

Eine neue Welle von KI-gestützten Betrugsangriffen verursacht Milliardenschäden. Kriminelle nutzen täuschend echte, künstlich generierte Stimmen und Videos, um Geld von Unternehmen und Privatpersonen zu erpressen. Die Schäden explodieren – allein bei sogenannten „Fake-President“-Betrügereien stiegen die Verluste im vergangenen Jahr um 81 Prozent.

So funktionieren die perfiden KI-Fälschungen

Im Zentrum stehen zwei Technologien: Voice Cloning und Deepfakes. Für eine geklonte Stimme reichen Kriminellen oft schon wenige Sekunden Audiomaterial aus einem Social-Media-Post. Die KI generiert dann jeden gewünschten Satz in der Originalstimme. Parallel erschaffen Deepfake-Videos täuschend echte Aufnahmen, in denen Personen Dinge sagen, die nie passiert sind.

Diese Fälschungen sind so gut, dass sie selbst für geschulte Augen und Ohren kaum zu erkennen sind. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor dem massiven Schadenspotenzial für Reputation und Sicherheit.

Ihr Smartphone ist das Hauptziel der Betrüger

Die Angreifer nutzen gezielt die digitale Lebensader vieler Menschen: das Handy. Über personalisierte Phishing-Nachrichten, Anrufe (Vishing) und Messenger wie WhatsApp gehen sie auf Jagd. Besonders perfide ist der „Enkeltrick 2.0“.

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Ihr Smartphone ist heute das Hauptziel für KI‑gestützte Betrüger. Viele Nutzer wissen nicht, welche Einstellungen und einfachen Maßnahmen wirklichen Schutz bieten – und fallen so auf Fake‑Anrufe, betrügerische Links oder KI‑generierte Shops herein. Das kostenlose Sicherheitspaket erklärt die fünf wichtigsten Schutzmaßnahmen für Android‑Smartphones, inklusive Schritt‑für‑Schritt‑Anleitungen für WhatsApp, App‑Berechtigungen, sichere Backups und Erkennungsmerkmale gefälschter Anrufe. Sofort umsetzbare Checklisten helfen, Ihr Risiko spürbar zu reduzieren. Gratis-Sicherheitspaket für Ihr Android-Smartphone anfordern

Dabei hören Opfer die vermeintlich echte, panische Stimme eines Angehörigen, der dringend Geld für eine angebliche Kaution braucht. Die emotionale Wucht der gefälschten Stimme setzt rationale Schutzmechanismen außer Kraft. Verbraucherschützer warnen zudem vor einer Flut KI-generierter Fake-Shops in sozialen Netzwerken.

Behörden warnen vor „am schnellsten wachsender Bedrohung“

Sicherheitsbehörden schlagen Alarm. Europol hat KI-Kriminalität als eine der am schnellsten wachsenden Bedrohungen identifiziert. Das Bundeskriminalamt (BKA) informiert regelmäßig über neue Masche. Die Herausforderung für Ermittler ist riesig: Täter agieren oft aus dem Ausland, nutzen Anonymisierungsdienste und hinterlassen kaum Spuren.

Experten sind sich einig: Der beste Schutz ist Aufklärung. Wer die Methoden kennt, kann sich schützen.

Das digitale Vertrauen bröckelt

Die Konsequenzen gehen weit über finanzielle Schäden hinaus. Wenn weder der Anruf der Chefin noch das Video eines Politikers als sicher gelten, gerät eine Grundlage unserer vernetzten Welt ins Wanken. Für Unternehmen bedeutet das: Einfache telefonische Zahlungsanweisungen sind nicht mehr sicher. Mehrstufige Verifizierungsverfahren werden zum Muss.

So schützen Sie sich vor KI-Betrug

Die Bedrohung wird weiter wachsen. Die Technologie wird zugänglicher, die Fälschungen noch überzeugender. Sicherheitsexperten empfehlen diese konkreten Schutzmaßnahmen:

  • Misstrauen Sie unerwarteter Dringlichkeit: Seien Sie skeptisch bei Aufforderungen zu sofortigen Geldüberweisungen.
  • Rufen Sie zurück: Beenden Sie verdächtige Gespräche und kontaktieren Sie die Person über eine bekannte, offizielle Nummer.
  • Stellen Sie Fangfragen: Fragen Sie nach Details, die nicht öffentlich einsehbar sind.
  • Schützen Sie Ihre Daten: Minimieren Sie die Veröffentlichung von Stimmen- und Videomaterial in sozialen Netzwerken – es dient Kriminellen als Trainingsgrundlage.
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