KfW, Firmenschließungen

KfW warnt vor 100.000 Firmenschließungen jährlich

10.01.2026 - 14:14:11

Über 100.000 KMU jährlich droht die Schließung mangels Nachfolger. Die KfW stellt für 2026 erweiterte Förderkredite und die Rückkehr von Zuschussprogrammen in Aussicht.

Berlin – Deutschlands Mittelstand steht vor einer demografischen Zeitenwende. Die staatliche Förderbank KfW warnt vor einer Welle von Betriebsschließungen, weil immer weniger Nachfolger Handwerksbetriebe übernehmen können. Gleichzeitig weist sie auf verstärkte Finanzierungsinstrumente hin, die den Generationswechsel erleichtern sollen.

Über 100.000 Betriebe ohne Nachfolger

Die Zahlen sind alarmierend: Laut einem neuen Bericht von KfW Research könnten jährlich über 100.000 kleine und mittlere Unternehmen schließen, weil kein Nachfolger in Sicht ist. Besonders betroffen ist das Handwerk, wo Meisterbetriebe das Rückgrat der lokalen Wirtschaft bilden.

„Erstmals sehen wir einen leichten Überschuss von Betrieben, die schließen wollen, gegenüber denen, die einen Nachfolger suchen“, heißt es in der Analyse. 57 Prozent der Inhaber sind bereits 55 Jahre oder älter. Bis 2029 droht so ein massiver Verlust an wirtschaftlicher Substanz.

Die Herausforderung wird durch steigende Übernahmepreise verschärft. Im Schnitt verlangen ausscheidende Inhaber mittlerweile fast 500.000 Euro für ihren Betrieb – eine hohe Hürde für junge Handwerksmeister.

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ERP-Kredit als Rettungsanker

Als zentrale Stütze für 2026 gilt der ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge. Das Programm kombiniert günstige Kredite mit umfassenden staatlichen Garantien.

Die wichtigsten Neuerungen:
* 100-prozentiger Risikoschutz: Hausbanken gehen kein Risiko ein. KfW und Bürgschaftsbanken übernehmen die komplette Haftung bei Kreditausfällen.
* Subventionierte Zinsen: Die Konditionen liegen deutlich unter Marktniveau und wirken wie ein indirekter Zuschuss.
* Erweiterter Umfang: Bis zu 35 Prozent der Projektkosten – maximal 500.000 Euro – können für Übernahmeausgaben finanziert werden.

„Für 2026 erwarten wir eine Belebung der Investitionstätigkeit“, prognostiziert KfW Research. Das Wachstum bei Unternehmenskrediten könnte auf drei Prozent steigen.

Comeback der Direktzuschüsse

Ab Frühjahr 2026 kehrt auch das beliebte KfW-Zuschussprogramm 455-B zurück. Die 50 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt unterstützen Handwerker indirekt, indem sie Hausbesitzern altersgerechte Umbauten ermöglichen.

„Die Rückkehr des Programms ist ein wichtiges Signal“, betonen Branchenvertreter. Für junge Unternehmer stabilisieren diese Aufträge die Einnahmen in den kritischen ersten Betriebsjahren.

Handwerk fordert weniger Bürokratie

Die Reaktion der Verbände fällt gemischt aus. ZDH-Präsident Jörg Dittrich mahnt: „2026 muss ein Jahr des Reformmuts werden.“ Zwar seien die Förderprogramme hilfreich, doch die bürokratische Last bleibe ein Hemmnis.

Experten empfehlen angehenden Unternehmern eine Kombination aus Bundesmitteln und Landesprogrammen. Meistergründungsprämien einzelner Bundesländer – echte Direktzuschüsse – können so mit ERP-Krediten verknüpft werden.

Für tausende Betriebsinhaber im Ruhestandsalter und ihre potenziellen Nachfolger beginnt jetzt ein Wettlauf gegen die Zeit. Ob der Mittelstand die demografische Krise meistert, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell die Fördergelder fließen.

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