Keppel, Milliarden

Keppel investiert Milliarden in australischen KI-Campus

18.01.2026 - 01:03:12

Der singapurische Konzern Keppel investiert rund 6,2 Milliarden Euro in einen Hyperscale-Campus auf einem ehemaligen Kohlekraftwerksgelände. Das Projekt soll ab 2027 KI-Rechenleistung liefern und die Region digital transformieren.

Singapurs globaler Asset-Manager Keppel baut im australischen Latrobe Valley einen milliardenschweren KI-Datenpark. Das Projekt markiert den Wandel einer ehemaligen Kohleregion zum digitalen Kraftzentrum.

Strategischer Schachzug im KI-Wettlauf

Mit einem potenziellen Investitionsvolumen von umgerechnet rund 6,2 Milliarden Euro setzt Keppel ein klares Zeichen im globalen Rennen um KI-Infrastruktur. Das 123 Hektar große Gelände nahe Morwell, 150 Kilometer östlich von Melbourne gelegen, soll mit einer Anfangsleistung von 720 Megawatt starten. Diese sogenannte „Powerbank“ vervielfacht die Datenzentrumskapazitäten des Konzerns im asiatisch-pazifischen Raum auf über ein Gigawatt.

Der Standort ist klug gewählt: Er liegt in der geplanten Gippsland Renewable Energy Zone, einem der größten Stromknotenpunkte Victorias. Diese Lage ermöglicht einen direkten Netzanschluss und umgeht so das lokale Verteilernetz – ein entscheidender Kostenvorteil für den energiehungrigen KI-Betrieb. Zudem bestehen Anbindungen an Glasfasernetze nach Melbourne, Sydney und Canberra.

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Vom Braunkohlerevier zur Digital-Hub

Symbolträchtiger könnte der Standort kaum sein: Der Campus entsteht auf dem Gelände des stillgelegten Morwell-Kraftwerks. Damit vollzieht das Latrobe Valley, jahrzehntelang Herzstück der australischen Kohleverstromung, den Schritt in die digitale Wirtschaft.

Die Transformation soll tausende Baujobs und dauerhafte Positionen in Technik und Betrieb schaffen. Sie passt perfekt zur „Future Made in Australia“-Strategie der Regierung, die lokale Industrie und kritische Infrastruktur stärken will. Nachhaltigkeit ist ein Kernziel: Der Campus soll möglichst mit Offshore-Wind- und Solarprojekten aus der Region betrieben werden – eine Grundvoraussetzung für die angesprochenen globalen Tech-Mieter.

Antwort auf explodierende KI-Nachfrage

Keppels Investment reagiert direkt auf den globalen Bedarf an Rechenleistung für generative KI. Der geplante Hyperscale-Campus könnte langfristig über ein Gigawatt Gesamtkapazität erreichen. Dies unterstreicht Keppels strategische Ausrichtung auf ertragsstarke Infrastrukturinvestments.

Das Projekt ist Teil eines größeren Trends: Australien hat Ende 2025 einen nationalen KI-Plan vorgestellt, der Entwicklung fördern und Risiken managen soll. Obwohl Keppels Investment privat finanziert ist, gibt es den nationalen KI-Ambitionen einen enormen Schub.

Ambitionierter Zeitplan bis 2027

Das Projekt soll schnell voranschreiten – getrieben von der dringenden Marktnachfrage. Die erste Bauphase des Morwell AI Data Centre Campus soll bereits 2027 abgeschlossen sein. Die Entwicklung erfolgt etappenweise, sodass Kapazitäten bedarfsgerecht skaliert werden können.

Jede fertiggestellte Phase bedeutet einen Sprung für Australiens souveräne Datenverarbeitungsfähigkeiten. Für Keppel ist das Projekt ein Schlüssel zum Wachstum als globaler Infrastrukturbetreiber. Der Milliarden-Campus ist mehr als eine Immobilieninvestition: Er soll das Fundament für Australiens Rolle in der globalen, KI-getriebenen Wirtschaft legen.

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