Kaffee, Verdauungs-Boost

Kaffee löst Verdauungs-Boost binnen Minuten aus

03.01.2026 - 17:40:12

Forschungsergebnisse zeigen, dass Kaffee die Darmtätigkeit bereits kurz nach dem Konsum steigert. Verantwortlich sind neben Koffein auch Säuren, Hormone und spezielle Darmbakterien.

Eine Tasse Kaffee bringt den Darm in Schwung – und das schneller als gedacht. Neue Studien zeigen jetzt, wie das beliebte Getränk unseren Stoffwechsel ankurbelt.

Darm reagiert in Echtzeit

Forscher der Universität Tokushima haben den Effekt erstmals live gemessen. Ihre im Fachjournal Scientific Reports veröffentlichte Studie nutzt eine neue Technologie zur Analyse von Darmgeräuschen. Das Ergebnis: Die Aktivität im Darm steigt bereits wenige Minuten nach dem ersten Schluck Kaffee deutlich an.

Interessanterweise spielt die Stärke des Gebräus eine untergeordnete Rolle. Selbst schwacher Kaffee reicht aus, um den sogenannten gastrokolischen Reflex auszulösen. Dieser Reflex bereitet den Dickdarm auf die Verdauung vor – und das noch bevor das Koffein überhaupt im Blutkreislauf ankommt.

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Ein Bakterium liebt Kaffee

Während die japanische Studie die Geschwindigkeit erklärt, liefert eine zweite Untersuchung den Grund für die langfristige Wirkung. Eine in Nature Microbiology veröffentlichte Analyse identifizierte ein spezielles Darmbakterium als Schlüsselfaktor.

Das Bakterium Lawsonibacter asaccharolyticus kommt bei regelmäßigen Kaffeetrinkern in bis zu achtfach höherer Konzentration vor. Experten vermuten, dass es die im Kaffee enthaltenen Polyphenole und Säuren besonders gut verarbeitet. Das könnte erklären, warum Kaffeekonsum oft mit einer gesünderen Darmflora einhergeht.

Mehr als nur Koffein am Werk

Die neuen Daten räumen mit einem alten Mythos auf: Es ist nicht nur das Koffein. Auch entkoffeinierter Kaffee kann den Drang auslösen, wenn auch schwächer. Verantwortlich sind vor allem zwei körpereigene Botenstoffe:

  • Gastrin: Dieses Hormon regt die Muskelbewegungen im Dickdarm an und wird durch Kaffeesäuren stimuliert.
  • Cholecystokinin (CCK): Es beschleunigt die Freisetzung von Verdauungsenzymen.

Hinzu kommt ein psychologischer Effekt. Allein der Geschmack und das Aroma scheinen über den Vagusnerv ein Startsignal an den Darm zu senden – ein Phänomen, das bei Wasser oder Tee in dieser Form nicht auftritt.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Die wissenschaftliche Bestätigung unterstreicht den Trend zu Kaffee als funktionellem Lebensmittel. Die Forschung bewegt sich hin zur personalisierten Ernährung. Könnten bald Darmtests individuelle Kaffee-Empfehlungen geben, basierend auf dem eigenen Bakterienprofil?

Eines ist schon jetzt klar: Die morgendliche Tasse ist mehr als ein Wachmacher. Sie ist der Startschuss für eine komplexe Choreografie aus Nervensignalen, Hormonen und spezialisierten Mikroben in unserem Darm.

@ boerse-global.de