Kaffee, Experten

Kaffee am Morgen: Warum Experten jetzt zur 90-Minuten-Pause raten

02.02.2026 - 11:09:11

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass ein früher Kaffee die natürliche Energieproduktion stört und zu einem Nachmittagstief führt. Experten empfehlen, mindestens 90 Minuten nach dem Aufstehen zu warten.

Der Griff zur Kaffeetasse direkt nach dem Aufstehen könnte der falsche Start in den Tag sein. Neue Erkenntnisse aus Chronobiologie und Ernährungswissenschaft stellen das klassische Morgenritual infrage. Die Empfehlung lautet nun: Mindestens 90 Minuten warten.

Der Cortisol-Konflikt: Kaffee sabotiert den natürlichen Wachmacher

Der Körper startet morgens mit einem hormonellen Hochfahren. Dabei spielt Cortisol eine zentrale Rolle – es ist der natürliche Wachmacher. Sein Spiegel erreicht etwa 30 bis 45 Minuten nach dem Aufwachen seinen Höhepunkt.

Trinkt man in dieser Phase Kaffee, kommt es zur Kollision. Das Koffein stimuliert die Cortisolproduktion zusätzlich. Die Folge? Die belebende Wirkung des Kaffees verpufft, weil der Körper bereits auf Hochtouren läuft. Langfristig gewöhnt sich der Körper an den externen Kick und produziert weniger eigenes Cortisol. Man braucht also immer mehr Koffein für den gleichen Effekt.

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Die Adenosin-Falle: So entsteht der Mittagstief

Ein zweiter Mechanismus erklärt den berüchtigten Nachmittags-Crash. Im Gehirn baut sich über den Tag der Botenstoff Adenosin auf – er erzeugt Müdigkeit. Koffein blockiert seine Rezeptoren und unterdrückt so das Signal.

Das Problem am Morgen: Direkt nach dem Aufwachen ist oft noch Rest-Adenosin vorhanden. Der frühe Kaffee blockiert zwar die Rezeptoren, beseitigt den Stoff aber nicht. Lässt die Wirkung nach, flutet das gestaute Adenosin das Gehirn schlagartig. Das Ergebnis ist das bleierne Tief am frühen Nachmittag.

Die viel diskutierte 90-Minuten-Regel setzt genau hier an. Wer wartet, gibt dem Körper Zeit, das Adenosin natürlich abzubauen. Der spätere Kaffee wirkt dann effektiver und der Absturz bleibt aus.

Blutzucker außer Kontrolle: Kaffee auf nüchternen Magen

Besonders heikel ist der schwarze Kaffee vor dem Frühstück. Studien zeigen: Er kann die Blutzuckerkontrolle bei der darauffolgenden Mahlzeit massiv stören. Der Blutzuckerspiegel steigt dann bis zu 50 Prozent stärker an.

Dieser Effekt ist nach einer schlechten Nacht besonders ausgeprägt. Genau dann greifen viele instinktiv zum Kaffee – und kombinieren so Schlafmangel mit Koffein auf leeren Magen. Die Blutzuckerspitzen begünstigen später Heißhunger und Konzentrationsschwankungen.

Die optimale Morgenroutine: Drei Schritte vor dem Kaffee

Experten empfehlen eine neue Abfolge, die den natürlichen Rhythmus unterstützt:

  • Wasser statt Kaffee: Starten Sie mit einem großen Glas Wasser, um den Flüssigkeitsverlust der Nacht auszugleichen.
  • Licht tanken: Gehen Sie in den ersten 30 Minuten nach draußen oder ans helle Fenster. Das Tageslicht unterstützt den natürlichen Cortisol-Peak.
  • Kaffee verzögern: Genießen Sie Ihren ersten Kaffee erst, wenn Sie etwa 90 Minuten wach sind – also typischerweise im Büro oder nach der ersten Arbeitsphase.

Diese Abkehr vom Früh-Kaffee ist keine Askese, sondern eine Optimierung. Koffein wird so vom notwendigen Wachmacher wieder zum strategisch eingesetzten Genussmittel.

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