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Intel Panther Lake: Neuer 18A-Chip soll Laptop-Markt aufmischen

11.01.2026 - 20:09:12

Intel stellt mit seinen Core Ultra Series 3 Prozessoren die Weichen für die Zukunft. Der unter dem Codenamen „Panther Lake“ entwickelte Chip ist der erste auf dem neuen Intel 18A-Fertigungsprozess und soll die Konkurrenz von AMD und Apple im Mobilbereich herausfordern. Die Auslieferung der ersten Geräte beginnt am 27. Januar.

Der Kern der Neuheit liegt in der Fertigung. Die Recheneinheit des Prozessors wird erstmals seit Jahren wieder in den USA produziert, ein strategischer Schwenk. Grundlage ist der lange erwartete 18A-Prozess, Intels Antwort auf die führenden Technologien des taiwanischen Konkurrenten TSMC.

Zwei Schlüsseltechnologien kommen hier zum Einsatz: RibbonFET, eine neue Transistor-Architektur für mehr Leistung bei weniger Strom, und PowerVia, eine Technologie zur Stromzufuhr von der Chip-Rückseite. Sie soll für bessere Signalqualität und eine höhere Packungsdichte sorgen. Einzelne Chips-Komponenten werden jedoch weiterhin von externen Partnern gefertigt, um Kosten und Ausbeute zu optimieren.

Architektur: Mehr Kerne, deutlich längere Laufzeit

„Panther Lake“ setzt auf eine verfeinerte Hybrid-Architektur. Die neuen Performance-Kerne („Cougar Cove“) und Effizienz-Kerne („Darkmont“) sollen Geschwindigkeit und Akkulaufzeit in Balance bringen. Das Spitzenmodell Core Ultra X9 388H verfügt über 16 Kerne.

Der Clou: Eine Verdopplung der Effizienz-Kerne im Haupt-Computing-Block und ein separater „Low-Power-Island“ für Hintergrundaufgaben. Intel verspricht dadurch bis zu 60 Prozent mehr Multi-Thread-Leistung bei gleichem Stromverbrauch wie die Vorgängergeneration. Die Akkulaufzeit soll in Videowiedergabe auf bis zu 27 Stunden steigen.

Grafik und KI: Gaming-Power und 120 TOPS für AI-PCs

Auch die integrierte Grafik macht einen Sprung. Die neue Xe3 „Celestial“-Architektur bringt bis zu 12 Grafikkerne und soll in ersten Benchmarks bis zu 77 Prozent schneller sein als die alte Generation. Sie unterstützt Raytracing und KI-basiertes Upscaling.

Das Herzstück für den „AI-PC“ ist die NPU 5 (Neural Processing Unit). Sie allein schafft bis zu 50 TOPS für KI-Berechnungen. Zusammen mit CPU und GPU kommt die Plattform auf über 120 TOPS. Das soll generative KI-Assistenten und Echtzeit-Videobearbeitung direkt auf dem Laptop ermöglichen – ohne den Akku zu leeren.

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Marktstart und Bedeutung für Intels Zukunft

Die Lancierung ist ein Lackmustest für Intel. Nach Führungswechseln 2024 muss CEO Lip-Bu Tan beweisen, dass der Konzern seine Roadmap einhalten kann. Die pünktliche Vorstellung von „Panther Lake“ ist dafür ein wichtiges Signal. Die Branche reagiert vorsichtig optimistisch, warnt aber vor der Bewährungsprobe in dünnen Ultrabooks.

Ab dem 27. Januar liefern Hersteller wie HP, Dell, Lenovo und Samsung die ersten Laptops mit den neuen Chips aus. Sie treten direkt gegen AMDs Ryzen AI 300 und Apples M4 an. Intel kündigte zudem an, die Architektur noch in diesem Jahr für Handheld-Spielekonsolen zu adaptieren. Der Erfolg von „Panther Lake“ wird auch darüber entscheiden, wie attraktiv Intels eigene Chipfabriken für externe Kunden sind.

@ boerse-global.de