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Intel Panther Lake: Comeback mit 18A-Chipsatz begeistert Anleger

10.01.2026 - 11:53:12

Intels neue Panther-Lake-Prozessoren demonstrieren erstmals die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen 18A-Fertigung und lösen einen deutlichen Kursanstieg aus.

Intels Aktie erreicht nach erfolgreichem CES-Auftritt den höchsten Stand seit zwei Jahren. Der neue Core Ultra Series 3 beweist die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen 18A-Fertigung.

Intel schließt eine Schicksalswoche mit einem Paukenschlag ab. Der Aktienkurs des Halbleiterriesen kletterte am Freitag auf 45,55 US-Dollar – ein Niveau, das zuletzt Anfang 2024 erreicht wurde. Auslöser des 15,7-prozentigen Wochenanstiegs ist die erfolgreiche Premiere der „Panther Lake“-Prozessoren auf der CES 2026. Die Chips der Core Ultra Series 3 sind die ersten, die in Intels eigener, hochmodernen 18A-Fertigungstechnologie produziert werden. Für Marktbeobachter ist dies der lang erwartete Beweis: Der milliardenschwere Turnaround-Plan des Konzerns beginnt zu tragen.

18A-Prozess enttäuscht die Skeptiker

Die Erleichterung an den Märkten ist greifbar. Jahrelang hatte Intel mit Verzögerungen und technologischen Rückschlägen zu kämpfen, während der taiwanesische Konkurrent TSMC die Führung in der Chipfertigung übernahm. Mit der 18A-Technologie will der US-Konzern nun zurück an die Spitze. Die in Las Vegas vorgestellten Panther-Lake-Prozessoren sind der erste kommerzielle Beweis, dass dies gelingen könnte.

Technische Details zeigen das Potenzial: Durch neue „RibbonFET“-Transistoren und eine innovative Stromversorgung auf der Chip-Rückseite („PowerVia“) soll die neue Generation bis zu 40 Prozent energieeffizienter sein als ihre Vorgänger. Die Mehrkernleistung steigt laut Intel um bis zu 60 Prozent. Diese Zahlen sind nicht nur für Notebook-Käufer relevant. Sie signalisieren vor allem externen Kunden von Intel Foundry Services, dass die Fabriken des Konzerns wettbewerbsfähige Spitzentechnologie liefern können. Analysten sprechen von einem entscheidenden „Proof of Concept“.

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Leistungssprung bei Grafik und KI

Die Core Ultra Series 3, ab 27. Januar in ersten Notebooks erhältlich, zielt auf das Premium-Segment. Das Flagship-Modell Core Ultra X9 388H kombiniert verschiedene Rechenkerne für maximale Effizienz. Besonders hervor stechen die verbesserten Grafik- und KI-Fähigkeiten.

Die integrierte Arc B390-Grafikeinheit auf Basis der neuen Xe3-Architektur soll bis zu 77 Prozent schneller sein. In Demonstrationen hielt sie mit dedizierten Einsteiger-GPUs wie der NVIDIA GeForce RTX 4050 mit – bei deutlich geringerem Stromverbrauch. Im Rennen um den KI-PC setzt Intel mit seiner neuen NPU-5-Architektur ebenfalls ein Ausrufezeichen. Mit 50 Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS) übertrifft der Chip die Voraussetzungen für Microsofts Copilot+ PC-Zertifizierung deutlich und stellt sich gegen die Konkurrenz von AMD und Qualcomm.

Strategische Weichenstellungen zeigen Wirkung

Der Kursanstieg ist mehr als eine Reaktion auf ein neues Produkt. Er spiegelt wachsendes Vertrauen in die unter CEO Lip-Bu Tan stabilisierte Führung und die langfristige Strategie wider. Externe Faktoren verstärken den Optimismus: Positive Signale aus der US-Regierung zur heimischen Halbleiterproduktion und die strategische Partnerschaft mit NVIDIA, die eine Investition von fünf Milliarden US-Dollar umfasst, stützen das Fundament.

Die Handelsvolumina am Freitag sprachen eine klare Sprache: Mit über 180 Millionen gehandelten Aktien lag der Umsatz mehr als doppelt so hoch wie im Tagesdurchschnitt – ein Zeichen für starkes institutionelles Interesse. Analysten von Deutsche Bank und Mizuho Securities passten ihre Einschätzungen nach der CES an. Sie sehen die Roadmap für Client-CPUs nun als deutlich weniger riskant.

Angriff auf neue Märkte geplant

Mit Panther Lake will Intel nicht nur den Notebook-Markt zurückerobern. Der Konzern kündigte an, die neuen Prozessoren auch für Handheld-Spielegeräte zu optimieren. Damit greift er den bisherigen Marktführer AMD direkt an, der Chips für Geräte wie den Steam Deck oder den ROG Ally liefert. Partner wie MSI und Acer zeigten auf der CES bereits Prototypen, die im zweiten Quartal 2026 auf den Markt kommen sollen.

Die größte strategische Bedeutung hat der 18A-Erfolg jedoch für das Foundry-Geschäft. Gerüchte auf der Messe besagten, dass sogar Apple die Technologie für künftige Designs evaluiere. Offizielle Verträge gibt es zwar noch nicht, doch allein die Möglichkeit solcher Großaufträge verändert die Erzählung um Intel grundlegend: vom Sorgenkind zum zurückkehrenden Champion.

Die Bewährungsprobe steht noch aus

Die eigentliche Bewährungsprobe beginnt Ende Januar, wenn die ersten über 200 Notebook-Designs von Partnern wie Dell, HP und Lenovo in den Verkauf gehen. Frühe Benchmark-Leaks deuten an, dass Intel mit der Akkulaufzeit sogar ARM-basierte Konkurrenten übertrumpfen könnte. Das würde den aktuellen Schwung von „Windows on ARM“ deutlich bremsen.

Investoren werden den Blick nun gespannt auf den Quartalsbericht im April richten. Erste Zahlen zu Ausbeute und Absatz der 18A-Chips werden erwartet. Doch die Botschaft von Las Vegas ist bereits angekommen: Intel hat der Welt bewiesen, dass es noch immer in der Lage ist, die fortschrittlichsten Chips der Welt zu bauen. Die Ära der Zweifel ist vorbei.

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