IBM, Lücke

IBM warnt vor kritischer Lücke in API Connect

03.01.2026 - 18:13:12

Eine schwerwiegende Schwachstelle in IBM API Connect mit maximaler Gefahrenbewertung erlaubt die Umgehung der Authentifizierung. IBM hat Patches und Workarounds veröffentlicht.

Eine kritische Sicherheitslücke in IBMs weit verbreiteter API-Management-Plattform API Connect stellt Unternehmen weltweit vor massive Cyberrisiken. Mit einem maximalen Gefahrenwert von 9,8 ermöglicht die Schwachstelle Angreifern den vollständigen Umgehung der Authentifizierung.

Alarmstufe Rot für Unternehmens-APIs

IBM hat eine Sicherheitswarnung der höchsten Dringlichkeitsstufe herausgegeben. Die als CVE-2025-13915 geführte Lücke in IBM API Connect erreicht auf der CVSS-Skala die nahezu maximale Bewertung von 9,8 von 10 Punkten. Betroffen sind die Versionen 10.0.11.0 sowie 10.0.8.0 bis 10.0.8.5 der Plattform, die in Banken, Gesundheitswesen und Handel weit verbreitet ist.

Die Schwachstelle ermöglicht es externen Angreifern, die Authentifizierungsmechanismen des API-Gateways komplett zu umgehen. Ohne gültige Anmeldedaten könnten sie so auf sensible interne Anwendungen und Unternehmensdaten zugreifen. Die Entdeckung zum Jahreswechsel stellt IT-Abteilungen vor eine akute Herausforderung.

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Einfache Ausnutzung, komplexe Folgen

Technisch betrachtet ist die Lücke von geringer Komplexität auszunutzen – ein Albtraum für Sicherheitsteams. Jeder Angreifer mit Netzwerkzugang zum System könnte die Schwachstelle ausnutzen, ohne besondere Berechtigungen zu benötigen. Das API-Gateway, das eigentlich als Sicherheitswache zwischen Systemen fungieren soll, wird damit zum Einfallstor.

IBM betont, die Lücke sei bei internen Tests entdeckt worden. Bisher gebe es keine Hinweise auf aktive Angriffe in der Praxis. Doch Sicherheitsexperten warnen: Die öffentliche Bekanntgabe eines solchen „Jagdzeit“-Fehlers löst meist ein Wettrennen zwischen Patch-Management und Angreifern aus. Die Cyber Security Agency von Singapur hat bereits eine Warnung herausgegeben.

Dringende Patches und Workarounds verfügbar

IBM hat bereits temporäre Fixes („iFixes“) bereitgestellt und drängt alle betroffenen Kunden zur sofortigen Installation. Für Unternehmen, die während der Feiertage oder aus operativen Gründen nicht sofort patchen können, gibt es eine Notlösung: Administratoren sollten die Self-Service-Registrierung (Sign-up) im Developer Portal deaktivieren.

Dieser Workaround schließt zwar nicht die grundlegende Lücke, verkleinert aber die Angriffsfläche erheblich. Analysten betonen jedoch: Es handelt sich nur um eine Übergangslösung. Die einzig vollständige Lösung ist das Update auf die gepatchte Version. Für Installationen auf VMware, OpenShift oder Kubernetes stehen spezifische Anleitungen bereit.

API-Sicherheit im Fokus der Angreifer

Der Vorfall unterstreicht einen besorgniserregenden Trend: Immer mehr Cyberangriffe zielen auf die API-Infrastruktur von Unternehmen ab. APIs sind zum zentralen Nervensystem der digitalen Transformation geworden – und damit zum lukrativen Ziel. Ein kompromittiertes Gateway untergräbt das grundlegende Vertrauen in die gesamte Architektur.

Die Lücke folgt auf eine Phase verstärkter regulatorischer Aufmerksamkeit für API-Sicherheit. Behörden wie die US-Cybersicherheitsbehörde CISA haben 2025 vermehrt Unternehmenssoftware-Lücken katalogisiert und strikte Patch-Fristen vorgegeben. CVE-2025-13915 könnte bald in diesen Katalog aufgenommen werden.

Was bedeutet das für deutsche Unternehmen?

Für IT-Verantwortliche hierzulande ist die Botschaft klar: Die „set-and-forget“-Mentalität bei API-Gateways ist nicht mehr tragbar. Die Sicherheit von Programmierschnittstellen muss zum Kernbestandteil des Risikomanagements werden. In den kommenden Wochen ist mit einer Welle von Patch-Aktivitäten zu rechnen, sobald die Teams aus den Ferien zurückkehren.

Langfristig dürfte der Vorfall einen stärkeren Fokus auf Zero-Trust-Prinzipien in der API-Sicherheit befördern. Perimeter-Sicherheit allein reicht nicht mehr aus. Unternehmen benötigen mehrschichtige Verteidigungsstrategien mit kontinuierlicher Überwachung und Anomalie-Erkennung. Die Geschwindigkeit, mit der IBM reagiert hat, ist ein positives Signal – doch nun liegt es an den Unternehmen, die Lücke zu schließen, bevor Angreifer sie ausnutzen.

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