Herzschwäche-Therapie, Problem

Herzschwäche-Therapie: Das größte Problem ist die Motivation

21.01.2026 - 07:40:12

Eine Studie bestätigt die Wirksamkeit von Bewegung bei Herzinsuffizienz, doch nur die Hälfte der Patienten hält das Programm dauerhaft durch. Experten fordern bessere Betreuung.

Ein Jahr nach der bahnbrechenden Ex-DHF-Studie steht fest: Gezieltes Training hilft bei Herzschwäche. Doch die dauerhafte Umsetzung im Alltag scheitert oft. Experten sehen in der mangelnden Therapietreue die größte Hürde für den Behandlungserfolg.

Die Studie, Anfang 2025 in Nature Medicine veröffentlicht, belegte die Wirksamkeit von kombiniertem Kraft- und Ausdauertraining für Millionen Patienten mit Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF). Sie verbesserten ihre Belastbarkeit und Lebensqualität signifikant. Doch der Teufel steckt im Detail – oder besser: in der Disziplin.

Der Haken an der Erfolgsstory

Die Analyse offenbarte einen entscheidenden Schwachpunkt. Nur rund 48 Prozent der Studienteilnehmer hielten das empfohlene Trainingspensum über das gesamte Jahr durch. Dabei zeigte sich: Je konsequenter die Patienten trainierten, desto größer war ihr gesundheitlicher Gewinn.

„Die reine Verschreibung von Bewegung reicht nicht aus“, lautet das Fazit von Kardiologen. Gerade ältere Patienten mit mehreren Erkrankungen für eine dauerhafte Lebensstiländerung zu motivieren, bleibt die zentrale Herausforderung. Es braucht strukturierte Programme und engmaschige Betreuung.

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So sieht das ideale Training aus

Was empfehlen Experten heute? Ein kombiniertes Programm, individuell angepasst an den Patienten:
* Ausdauertraining: 3-5 Mal pro Woche (z.B. Fahrradfahren, zügiges Gehen), Beginn bei 30 Minuten.
* Krafttraining: 2 Mal pro Woche für die großen Muskelgruppen.
* Grundvoraussetzung: Eine ärztliche Untersuchung vor Start, um Risiken auszuschließen.

Dieser Ansatz gilt als essenzielle Ergänzung zu modernen Medikamenten, die seit den Leitlinien von 2023 ebenfalls zur Standardtherapie bei HFpEF zählen.

Die Zukunft ist personalisiert und digital

Die Forschung stellt sich nun der eigentlichen Frage: Nicht ob Training wirkt, ist geklärt, sondern wie man Patienten langfristig dabei hält. Im Fokus stehen:
* Noch stärker personalisierte Trainingspläne.
* Der Einsatz digitaler Helfer wie Fitness-Tracker und Telemedizin für Motivation und Kontrolle zu Hause.
* Das Ziel, Bewegungstherapie als festen, kassenfinanzierten Bestandteil der Regelversorgung zu etablieren.

Der Weg zu mehr Lebensqualität bei Herzschwäche ist bekannt. Die Kunst wird sein, die Patienten dauerhaft auf diesen Weg zu bringen.

@ boerse-global.de