Handwerkskammern, Umfrage

Handwerkskammern starten Umfrage zu E-Rechnungspraxis

22.01.2026 - 12:24:12

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks sammelt Daten zu technischen Problemen bei der E-Rechnung, um Druck auf Softwareanbieter und Politik für eine Verschiebung der Stichtage auszuüben.

Die deutschen Handwerkskammern drängen ihre Mitgliedsbetriebe zur Teilnahme an einer bundesweiten Umfrage. Ziel ist es, die größten Hürden bei der Einführung der elektronischen Rechnung aufzudecken. Die Ergebnisse sollen auf politischer Ebene für Fristverlängerungen genutzt werden.

Druck wächst vor verbindlichen Fristen

Seit Anfang 2025 müssen alle Unternehmen elektronische Rechnungen empfangen und archivieren können. Die Praxis zeigt jedoch erhebliche Probleme. Viele Handwerksbetriebe kämpfen mit der Integration neuer Abläufe und unzuverlässiger Software. Die Umfrage des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) soll nun belastbare Daten liefern – jenseits von Einzelberichten.

Die Eile ist begründet: Die Übergangsfristen laufen bald ab. Ab dem 1. Januar 2027 müssen Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz über 800.000 Euro elektronische Rechnungen auch ausstellen. Ein Jahr später gilt dies für alle Betriebe, unabhängig von der Umsatzgröße. „Die verbleibende Zeit muss genutzt werden, um die am Markt verfügbare Software an die Bedürfnisse der Werkstätten anzupassen“, warnt die Handwerkskammer Ulm.

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Software-Lücken als Hauptproblem

Ein zentraler Kritikpunkt ist die mangelnde Eignung aktueller Softwarelösungen. Viele Programme erfüllen die gesetzlichen Anforderungen nicht vollständig oder passen nicht in die spezifischen Arbeitsabläufe des Handwerks. Diese Lücke birgt ein erhebliches Risiko: Betriebe könnten trotz aller Bemühungen unbeabsichtigt gegen Steuervorschriften verstoßen.

Die Online-Umfrage, die bis zum 27. Februar 2026 läuft, fragt gezielt nach diesen technischen und organisatorischen Schwierigkeiten. Der ZDH will damit Druck auf Software-Anbieter ausüben und der Politik beweisen: Die in der Gesetzgebung unterstellte „digitale Bereitschaft“ entspricht oft nicht der Realität in den Betrieben.

Systemversagen statt Unwilligkeit

Die Initiative zeigt ein grundsätzliches Problem der deutschen Digitalisierung. Die E-Rechnungspflicht soll Steuerverwaltung modernisieren und Mehrwertsteuerbetrug bekämpfen. Die Last der Umsetzung trifft jedoch vor allem kleine und mittlere Unternehmen. Anders als Großkonzerne haben diese oft keine eigene IT-Abteilung.

Der proaktive Schritt des ZDH signalisiert eine wichtige Erkenntnis: Eine erfolgreiche Digitalisierung braucht funktionierende Werkzeuge, nicht nur gesetzliche Vorgaben. Mit konkreten Daten zu den „Implementierungsschmerzen“ will der Verband argumentieren, dass Compliance-Probleme oft systemisch bedingt sind – und nicht am mangelnden Willen der Unternehmer liegen.

Ausblick auf politische Verhandlungen

Nach Abschluss der Umfrage wird der ZDH die Ergebnisse analysieren und dem Bundesfinanzministerium vorlegen. Beobachter rechnen damit, dass bei umfassenden technischen Problemen der Druck auf die Politik wächst. Eine Verschiebung der Stichtage 2027 und 2028 wäre dann wahrscheinlicher.

Betrieben wird geraten, sich an der Umfrage zu beteiligen. Nur so fließt ihre betriebliche Realität in künftige Entscheidungen ein. Parallel dazu sollten sie weiter Softwarelösungen testen. Denn eines steht fest: Die grundsätzliche Verpflichtung zur Digitalisierung der Rechnungsprozesse bleibt bestehen.

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