Hamburger Gericht zwingt Ticket-Plattformen zu Transparenz
05.01.2026 - 10:04:11Ein Urteil des Landgerichts Hamburg könnte den umstrittenen Zweitmarkt für Eintrittskarten in Deutschland grundlegend verändern. Die Richter verpflichteten die Plattform Viagogo, Käufer aktiv auf das Risiko ungültiger Tickets hinzuweisen. Das ist ein Sieg für Veranstalter und Verbraucher.
Urteil gegen irreführende Verkaufspraktiken
Das Gericht gab einer Klage des Bundesligisten FC St. Pauli gegen Viagogo statt. Die Richter sahen es als wettbewerbswidrig an, dass die Plattform Tickets anbot, ohne deutlich zu machen, dass der Club den Weiterverkauf in seinen AGB verbietet. Diese Unterlassung wertete das Gericht als irreführende geschäftliche Handlung.
„Die Plattform erweckte beim Käufer fälschlicherweise den Eindruck, mit dem erworbenen Ticket stünde der Einlass sicher“, heißt es in der Urteilsbegründung. Künftig müssen Resale-Plattformen aktiv offenlegen, wenn die Ticket-Bedingungen des Veranstalters eine Übertragung ausschließen. Verbraucher sollen so vor dem Kauf teurer, aber möglicherweise wertloser Eintrittsrechte gewarnt werden.
Passend zum Thema Online-Käufe: Beim Kauf von Tickets auf Zweitmärkten lohnt es sich, die Zahlungswege abzusichern. Das kostenlose PayPal-Startpaket erklärt Schritt für Schritt, wie Sie PayPal einrichten, den Käuferschutz nutzen, Rückbuchungen vorbereiten und sicher mit Drittanbietern bezahlen. Inklusive bebilderter Anleitung, Checkliste für Streitfälle und fünf Profi-Tipps, damit teure Fehlkäufe am Zweitmarkt seltener passieren. Jetzt kostenloses PayPal-Startpaket sichern
Mehr Schutz für Fans und Vereine
Für die Veranstaltungsbranche ist das Urteil ein großer Erfolg. Clubs wie St. Pauli setzen auf personalisierte Tickets und Verkaufsbeschränkungen, um Preise niedrig zu halten und Fan-Gruppen zu trennen. Bisher konnten Plattformen diese Schutzmechanismen oft unterlaufen.
Das Hamburger Gericht schloss eine entscheidende Informationslücke: Die bloße Möglichkeit, ein Ticket zu kaufen, garantiert noch lange nicht den Einlass. Das Verschweigen dieses Risikos verletzte das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Viagogo muss nun klar und unübersehbar darauf hinweisen, dass die Tickets gegen die AGB des Veranstalters verkauft werden und der Einlass verweigert werden kann.
Wettbewerbsrecht setzt neue Maßstäbe
Die Richter stützten ihre Entscheidung auf den Tatbestand der „irreführenden Unterlassung“. Die Ticket-Gültigkeit sei ein wesentliches Produktmerkmal. Indem die Plattform diese Information vorenthalten habe, habe sie die Kaufentscheidung der Verbraucher unlauter beeinflusst.
Zudem bestätigte das Gericht ein direktes Wettbewerbsverhältnis zwischen dem Primärverkäufer (Club) und der Zweitmarkt-Plattform. Das stärkt die Position der Veranstalter erheblich. Sie können Plattformen, die ihre Ticket-Regeln untergraben, nun direkt auf Unterlassung verklagen. Die Beweislast für Transparenz liegt künftig beim Betreiber der Handelsplattform.
Folgen für den gesamten Ticket-Markt
Die Entscheidung wird wohl unmittelbare Auswirkungen auf den deutschen Online-Ticketmarkt haben. Andere große Resale-Plattformen dürften ihre Benutzeroberflächen anpassen müssen, um ähnlichen Klagen zu entgehen.
Für Verbraucher bedeutet das mehr Schutz. Die Risiken beim Kauf auf dem Zweitmarkt müssen nun vor dem Kauf klar kommuniziert werden. Das könnte die Nachfrage nach überteuerten „Scalper“-Tickets dämpfen. Wer informiert ist, zahlt vielleicht keinen Aufpreis für ein Ticket, das am Einlass scheitern kann.
Ob Viagogo in Berufung geht, ist noch offen. Rechtsbeobachter rechnen jedoch damit, dass der Fall aufgrund seiner grundsätzlichen Bedeutung noch den Bundesgerichtshof (BGH) beschäftigen könnte. Bis dahin gilt die Botschaft aus Hamburg: Im Ticket-Zweitmarkt ist Transparenz keine Option, sondern eine gesetzliche Pflicht.
Übrigens: Wenn Sie Tickets häufig per Smartphone kaufen, sollten Sie auch das Gerät schützen. Ein kostenloses Sicherheitspaket für Android erklärt die fünf wichtigsten Schutzmaßnahmen für Ihr Mobilgerät – von sicheren App-Einstellungen über Passwort-Manager bis hin zu sicheren Zahlungs- und Banking-Optionen. So reduzieren Sie das Risiko, dass Betrüger an Zahlungsdaten oder Zugangsdaten gelangen. Jetzt kostenloses Android-Sicherheits-Paket herunterladen


