Google Workspace übersetzt nun Gespräche live in Echtzeit
04.02.2026 - 18:39:12Google Meet macht internationale Meetings natürlich: KI übersetzt Sprache direkt in Sprache und erhält dabei sogar den Tonfall. Das Feature soll Sprachbarrieren in globalen Teams einreißen und steht ab sofort ausgewählten Business-Kunden zur Verfügung.
Vom Text zur Stimme: KI als Dolmetscher
Der Schritt geht weit über bestehende Untertitel-Funktionen hinaus. Statt nur Text anzuzeigen, erzeugt das System eine vertonte Audio-Übersetzung, die leiser über die Originalstimme gelegt wird. So bleiben emotionale Nuancen und Sprechmelodie erhalten. Teilnehmer sprechen in ihrer Muttersprache und werden in der Zielsprache gehört.
Zum Start übersetzt die KI bidirektional zwischen Englisch und mehreren Sprachen, darunter Deutsch, Spanisch, Französisch, Portugiesisch und Italienisch. Pro Meeting ist ein Sprachenpaar aktivierbar, etwa Englisch-Deutsch. Verfügbar ist das Feature für Kunden mit Business Plus, Enterprise Plus oder speziellen AI-Abonnements.
Seit dem 1. August 2024 gelten neue Regeln für KI-Systeme – viele Unternehmen riskieren unwissentlich Bußgelder, wenn sie Kennzeichnungspflichten oder Dokumentationspflichten übersehen. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden zur EU‑KI‑Verordnung fasst verständlich zusammen, welche Pflichten für Anbieter und Nutzer gelten, wie Sie Ihr System richtig klassifizieren und welche Fristen zu beachten sind. Besonders für Firmen, die KI-Funktionen in Collaboration-Tools einsetzen, sind die Checklisten und sofort umsetzbaren Schritte hilfreich. Jetzt kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden herunterladen
Inklusion im digitalen Arbeitsumfeld
Die Technologie zielt auf die Bedürfnisse verteilter, internationaler Teams. Sie soll spontanere Gespräche ermöglichen, da Teilnehmer nicht ständig Untertitel lesen müssen. „Der Fokus auf Inklusion ist ein Schlüsseltreiber“, analysieren Branchenbeobachter. Die Bewahrung des Tonfalls helfe, Ausdruckskraft zu vermitteln, die in reiner Textübersetzung oft verloren gehe.
Für Google ist es auch ein strategischer Schachzug im Wettbewerb mit Microsoft Teams und Zoom. Deren Live-Übersetzungen konzentrieren sich oft auf Text. Die betonte Sprach-zu-Sprach-Übersetzung könnte ein entscheidender Unterschied im umkämpften Markt für Kollaborationstools werden.
Aktuelle Grenzen und geplante Erweiterungen
Die Technologie hat jedoch noch Einschränkungen. Sie ist zunächst nur für Computer-Nutzer verfügbar. Support für Android- und iOS-Apps soll in den kommenden Monaten folgen. Nutzer von Konferenzraum-Hardware können Übersetzungen hören, ihre eigene Sprache aber nicht übersetzen lassen. Pro Meeting ist nur ein Sprachenpaar möglich, und Aufzeichnungen oder Live-Streams werden nicht unterstützt.
Google arbeitet daran, die Qualität zu verbessern und das Sprachangebot auszubauen. Die geplante Mobil-Verfügbarkeit ist ein kritischer nächster Schritt für hybride Arbeitskräfte. Mit fortschreitender KI-Entwicklung soll die Latenz weiter sinken – und das Erlebnis einem menschlichen Dolmetscher immer näherkommen.


