Google verlängert Fitbit-Kontoumzug – Nutzer erhalten Aufschub bis Mai
04.02.2026 - 16:10:12
Die Frist für die Zwangsmigration von Fitbit-Konten zu Google-Accounts wurde überraschend verlängert. Millionen Nutzer erhalten drei Monate Aufschub, bevor ihre Geräte und Gesundheitsdaten gesperrt werden.
Letzte Gnadenfrist für langjährige Nutzer
Kurz vor dem ursprünglichen Stichtag am 2. Februar 2026 hat Google eine Schonfrist gewährt. Der neue Termin für die verpflichtende Kontoumstellung ist nun der 19. Mai 2026. Wer bis dahin nicht migriert, verliert den Zugriff auf die Fitbit-App, die Synchronisation des Trackers und alle historischen Gesundheitsdaten. Eine endgültige Löschung der Daten ist für den 15. Juli 2026 vorgesehen. Danach sind Jahre an Aktivitätsprotokollen, Schlaf- und Herzfrequenzdaten unwiederbringlich verloren.
Diese Verschiebung ist bereits die zweite größere Verzögerung seit der Übernahme des Fitness-Tracker-Herstellers durch Google im Jahr 2021. Sie deutet darauf hin, dass noch immer eine beträchtliche Zahl aktiver Nutzer den Wechsel vollziehen muss.
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Der neue Zeitplan: Zwei kritische Daten
Der Umzugsprozess zieht sich seit Jahren hin. Der jüngste Aufschub bis ins Frühjahr 2026 scheint die letzte Gnadenfrist zu sein. Der neue Zeitplan ist strikt:
* 19. Mai 2026 („weiche“ Deadline): Der Zugang zur Fitbit-App und die Gerätesynchronisation werden für nicht migrierte Konten eingestellt.
* 15. Juli 2026 („harte“ Deadline): Google beginnt mit der endgültigen Löschung aller nicht migrierten Fitbit-Kontodaten.
Hintergrund der forcierten Integration ist die Einbindung von Fitbit in das größere Google-Ökosystem, zu dem auch die Pixel Watch und Nest-Geräte gehören. Eine einheitliche Account-Struktur ist für KI-gestützte Gesundheitsanalysen und die tiefe Integration in Android notwendig.
So sichern Sie Ihre Gesundheitsdaten
Nutzer mit einem alten Fitbit-Login (eine vor 2021 speziell für Fitbit erstellte E-Mail-Adresse und Passwort) sollten trotz der Verlängerung zeitnah handeln. Der Migrationsprozess soll nahtlos verlaufen und alle historischen Daten übertragen.
Um den Wechsel abzuschließen, müssen Nutzer die Fitbit-App öffnen, in die Einstellungen gehen und die Option „Konto verschieben“ wählen. Dabei wird man mit einem bestehenden Google-Konto angemeldet oder kann ein neues erstellen. Alle bisherigen Statistiken, Abzeichen und Gesundheitstrends werden automatisch übernommen.
Die Migration bietet auch Sicherheitsvorteile: Sie aktiviert Google-Standards wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung und zentralisierte Datenschutzeinstellungen. Für Nutzer, die aus Datenschutzgründen nicht migrieren möchten, bleibt nur der Export ihrer Daten über das Fitbit-Dashboard vor dem Juli-Stichtag – und die Aufgabe des Dienstes.
Warum die Verzögerung?
Google hat keine offizielle Begründung für die Verschiebung genannt. Marktbeobachter sehen zwei Hauptgründe: Die schiere Masse an Alt-Konten und anhaltenden Widerstand bei den Nutzern.
Zum Zeitpunkt der Übernahme hatte Fitbit fast 30 Millionen aktive Nutzer. Die Migration einer so großen Datenbank ohne Verluste ist technisch komplex. Gleichzeitig zögern viele Nutzer und Datenschützer, ihre sensiblen Gesundheitsdaten mit dem umfangreichen Google-Ökosystem zu verknüpfen. Die stille Verlängerung über die Support-Seiten – ohne große PR-Kampagne – wirkt wie eine pragmatische Betriebsanpassung, um einen öffentlichen Aufschrei zu vermeiden.
Das endgültige Aus für Fitbit als eigenständige Marke
Die Migration markiert das endgültige Ende von Fitbit als unabhängige Einheit. Seit der Übernahme für 2,1 Milliarden US-Dollar hat Google den eigenen Fitbit-Online-Shop eingestellt, die Produktlinie in „Google Fitbit“ umbenannt und die Technologie in die Pixel-Watch-Serie integriert.
Ab der zweiten Hälfte 2026 wird Fitbit nur noch als Dienst innerhalb des Google-Portfolios existieren – ähnlich wie YouTube oder Nest. Die Botschaft an die Verbraucher ist klar: Die Ära des eigenständigen Fitness-Tracker-Kontos geht zu Ende. Das Ziel bleibt dasselbe, auch wenn die Frist auf Mai verschoben wurde.
PS: Betreiber von Diensten, die sensible Gesundheitsdaten verarbeiten, sollten prüfen, ob eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) nötig ist. Ein praktischer Leitfaden erklärt, wann eine DSFA Pflicht wird, liefert Muster‑Vorlagen und Checklisten zur rechtssicheren Umsetzung – ideal für Datenschutzverantwortliche und Dienstanbieter im Gesundheitsbereich. Jetzt DSFA-Muster herunterladen

