Google, Khan

Google und Khan Academy bringen KI-Schreibcoach in US-Klassenzimmer

21.01.2026 - 18:23:12

Die Partnerschaft stellt den KI-gestützten 'Writing Coach' vor, der Schüler beim Verfassen von Texten unterstützt. Weitere Tools für Leseverständnis und Lehrerfortbildung folgen.

Google und die Khan Academy starten eine Bildungsoffensive: Ihr neuer KI-Schreibcoach soll Schüler beim Essay-Schreiben unterstützen, nicht ersetzen. Die Partnerschaft zielt darauf ab, die umstrittene Technologie als hilfreiches Werkzeug im Unterricht zu etablieren.

Die erste Anwendung, der „Writing Coach“, ist ab sofort für Schüler der Klassen 7 bis 12 in den USA verfügbar. Das Tool, basierend auf Googles Gemini-Modellen, fungiert als interaktiver Assistent. Es führt Nutzer durch den gesamten Schreibprozess – von der Gliederung über den Entwurf bis zur Überarbeitung. Lehrer können zwischen diesem vollständigen Modus und einem reinen Feedback-Modus wählen. Die KI soll „die Schüler dort abholen, wo sie stehen“ und mit kontextbezogenen Beispielen helfen, Schreibblockaden zu überwinden.

Noch in diesem Jahr soll ein „Reading Coach“ folgen. Dieses Tool für die Klassen 5 bis 12 wird mithilfe von Gemini individualisierte Leseverständnis-Übungen erstellen. Ein zentrales Feature: Es liefert Lehrkräften detaillierte Einblicke in den Fortschritt einzelner Schüler und der gesamten Klasse. So sollen Lernlücken früher erkannt und gezielter gefördert werden können.

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Die Partnerschaft unterstützt auch die Ausbilder selbst. Die von Sal Khan mitgegründete Nachhilfe-Plattform Schoolhouse.world setzt Gemini ein, um ihre Tutoren zu coachen. Durch Feedback und Übungssimulationen soll die Qualität der Nachhilfestunden steigen.

Googles Strategie: KI als Grundpfeiler der Bildung

Die Allianz ist ein strategischer Schachzug im Wettrennen um den Bildungsmarkt. Google integriert seine leistungsfähige KI direkt in die etablierte Plattform der Khan Academy, einer vertrauenswürdigen Non-Profit-Organisation. Das Ziel ist eine breite und sinnvolle Nutzung. Die Technologie wird als unterstützendes Werkzeug positioniert, das Lehrkräfte entlasten und individualisierte Lernpfade schaffen soll.

Damit reagieren die Partner auf ein drängendes Problem. „Eine große Herausforderung für Schulbezirke ist es, Schülern zu helfen, die akademisch zurückfallen“, erklärt Sal Khan, Gründer der Khan Academy. Die KI-Tools sollen hier ansetzen.

Die Kooperation zeigt auch den multi-plattform-Ansatz der Khan Academy. Erst kürzlich machte die Organisation ihr KI-Tool „Khanmigo“, betrieben mit Microsofts Azure OpenAI Service, für US-Lehrer kostenfrei. Die neue Partnerschaft mit Google unterstreicht den Willen, die besten KI-Modelle für die Bildungsmission zu nutzen.

Große Welle an KI-Updates für Schulen

Die Ankündigung ist Teil einer ganzen Reihe KI-zentrierter Updates von Google für den Bildungssektor. Das Unternehmen weitet den kostenlosen Zugang zu Gemini-Funktionen in Kern-Apps wie Gmail, Docs und Slides für Bildungseinrichtungen aus. Zudem führt es „Workspace Studio“ ein – ein No-Code-Tool, mit dem Lehrer eigene KI-Agenten für Routineaufgaben erstellen können.

Die langfristige Vision ist ein Klassenzimmer, in dem KI administrative Aufgaben übernimmt, personalisierte Unterstützung bietet und wertvolle Daten liefert. Das könnte Lehrkräfte freispielen, um sich mehr der direkten Interaktion mit Schülern und anspruchsvollerem Unterricht zu widmen. Die Einführung dieser Tools wird genau beobachtet werden. Ihr Erfolg oder Misserfolg könnte den Maßstab setzen, wie Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll und effektiv in den Lernalltag integriert werden kann.

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