Google treibt personalisierte KI mit Gemini 3 voran
25.01.2026 - 13:12:12Google setzt mit einer Offensive personalisierter Künstlicher Intelligenz neue Maßstäbe. Innerhalb weniger Tage integrierte der Konzern sein „Personal Intelligence“-System in die Suche und rüstete den Sprachassistenten Gemini Live für Multitasking auf. Begleitet wird der Vorstoß von einer neuen Abo-Architektur mit einem Premium-Tier für 250 Euro monatlich.
Ab sofort kann die KI in der Suche auf persönliche Daten zugreifen. Das am 22. Januar gestartete Update erlaubt es dem Gemini 3-Modell, Informationen aus Gmail, Google Fotos und Kalender zu verknüpfen. Sucht ein Nutzer nach „Aktivitäten für den Trip“, erstellt die KI automatisch ein Tagesprogramm – basierend auf Flugbestätigungen aus dem Postfach und Wettervorlieben, die aus Urlaubsfotos abgeleitet werden.
Laut Produktchefs Robby Stein und Rhiannon Bell trainiert das System nicht mit den privaten Daten. Es nutzt eine Retrieval-Augmented Generation (RAG)-Methode, um punktuell Informationen abzurufen und zu verknüpfen. Die Funktion ist derzeit nur für zahlende US-Nutzer verfügbar und erfordert eine aktive Einwilligung. Gesundheits- und Finanzdaten bleiben tabu.
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Der Schritt markiert einen strategischen Wechsel: weg von generativer KI, die Inhalte neu erschafft, hin zu kontextueller KI, die das digitale Leben des Nutzers organisiert. Könnte dies Googles entscheidender Vorteil im Wettlauf mit OpenAI werden?
Gemini Live wird zum Multitasking-Assistenten
Bereits am 24. Januar folgte das nächste Update: Gemini Live erhält eine schwebende Schnellstart-Schaltfläche. Nutzer können so während einer Sprachunterhaltung mit der KI parallel andere Apps bedienen – ein lange geforderter Komfort.
Diese „Overlay“-Fähigkeit macht den Assistenten praktikabler für komplexe Aufgaben. Etwa wenn man beim Navigieren in einer Liefer-App per Sprachbefehl die Adresse korrigieren möchte. Die Barriere zwischen Sprachdialog und visueller Interaktion fällt damit.
Neue Abo-Modelle: Pro für 20 und Ultra für 250 Euro
Parallel zu den Funktionen führt Google eine neue Abo-Struktur ein. Die alte „Gemini Advanced“-Bezeichnung wird durch „Google AI Pro“ und das neue Top-Angebot „Google AI Ultra“ ersetzt.
Das AI Pro-Abo (19,99 Euro/Monat) bietet getrennte Kontingente: 300 Anfragen täglich für das „Thinking“-Modell bei komplexen Aufgaben und 100 für das Standard-„Pro“-Modell. Eine Reaktion auf Nutzerfeedback, das mehr Transparenz forderte.
Der AI Ultra-Plan (250 Euro/Monat) richtet sich an Entwickler und Power-User. Er bietet deutlich höhere Limits: 1.500 „Thinking“- und 500 „Pro“-Anfragen pro Tag. Zudem erhalten Abonnenten Prioritätszugang zu Experimentalmodelle wie „Nano Banana“ oder „Gemini 3 Deep Think“ sowie erweiterte Kontextfenster für große Datensätze. Eine klare Positionierung im hochpreisigen Enterprise-Segment.
Getrieben von Gemini 3 und „Nano Banana“
Die gesamte Offensive basiert auf der Gemini 3-Modellfamilie. Das spezialisierte „Nano Banana“-Modell soll dabei Latenzzeiten für On-Device-Aufgaben drastisch reduzieren – trotz verspieltem Namen ein ernsthafter technischer Ansatz.
Bereits kursieren Gerüchte über Gemini 3.5, das sich in Tests befinden soll. Undichte Quellen sprechen von 40 Prozent mehr Leistung bei Logikaufgaben. Google bestätigt dies zwar nicht, doch der aggressive Release-Zyklus – von Gemini 2.5 Ende 2025 zu Gemini 3 Anfang 2026 – zeigt das Tempo, das der Konzern vorlegt.
Strategischer Grabenbau und Datenschutzdebatte
Mit „Personal Intelligence“ versucht Google, seinen Vorteil auszuspielen: den Zugriff auf Milliarden persönlicher Cloud-Konten. Während Konkurrenten wie OpenAI ähnliche Systeme entwickeln, fehlt ihnen diese tiefe Integration in Mail, Fotos und Kalender. Vice President Josh Woodward sieht darin den Schritt zum „proaktiven Agenten“, der Bedürfnisse vorhersagt.
Doch die Kehrseite ist die Privatsphäre. Die Normalisierung, dass KI persönliche Korrespondenz liest, bleibt umstritten. Google betont die Opt-in-Pflicht und Sicherheitsvorkehrungen. Datenschützer bleiben wachsam.
Marktbeobachter erwarten, dass Google die personalisierte KI noch 2026 auch kostenlosen Nutzern in eingeschränkter Form anbieten wird. Bis dahin soll das Premium-Angebot die milliardenschweren Investitionen in die Gemini-Infrastruktur refinanzieren. Der Wettlauf um die intelligenteste und persönlichste KI ist in eine neue, entscheidende Phase getreten.
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