Google Tasks übernimmt Keep-Erinnerungen: Das Ende der Fragmentierung
29.11.2025 - 23:31:12Google migriert Erinnerungen aus Keep zu Tasks und streicht dabei Geofencing-Funktionen. Parallel erhöht Todoist seine Preise für KI-Features, während Konkurrenten Rabattaktionen starten.
Google zieht einen radikalen Schlussstrich unter seine jahrelange Zersplitterung im Produktivitäts-Bereich. Seit gestern erhalten Millionen Nutzer eine unmissverständliche Nachricht in Google Keep: „Erinnerungen sind jetzt Google Tasks.” Was nach einer simplen Benachrichtigung klingt, markiert das Ende einer Ära – und zwingt gleichzeitig Konkurrent Todoist zu einer Preissteigerung.
Die Migration, die Google bereits Anfang des Jahres andeutete, läuft nun aktiv auf Android- und iOS-Geräten aus. Wer heute in Keep auf das Glockensymbol tippt, erstellt keine eigenständige Erinnerung mehr, sondern einen Google Task, der automatisch mit der Notiz verknüpft wird.
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Was sich für Nutzer ändert
Die Integration bringt erhebliche Umwälzungen mit sich. Alle in Keep erstellten Erinnerungen erscheinen fortan direkt in der Google-Tasks-App und im Google-Kalender – gekennzeichnet mit dem Label „Von Keep”. Das klingt zunächst nach einer sinnvollen Vereinheitlichung, kommt aber mit einem schmerzhaften Verlust: Ortsbasierte Erinnerungen existieren nicht mehr.
Die praktische Funktion „Erinnere mich, wenn ich nach Hause komme” hat Google ersatzlos gestrichen. Tasks unterstützt kein Geofencing, weshalb bestehende Standortdaten nun lediglich in einem Textfeld der Aufgabe landen. Für viele Nutzer dürfte das ein herber Rückschlag sein – gerade diese kontextabhängigen Alerts machten Keep-Erinnerungen wertvoll.
Auch die Benachrichtigungslogik verschiebt sich: Keep selbst sendet künftig keine Alarme mehr für diese Einträge. Wer rechtzeitig erinnert werden will, muss sich auf Tasks oder den Kalender verlassen.
Todoist erhöht die Preise – wegen KI
Während Google seinen Nutzern kostenlos Veränderungen aufzwingt, dreht der Premium-Anbieter Todoist am Preisrad. Am 10. Dezember steigt der monatliche Pro-Tarif von 4,20 Euro auf 5,90 Euro (umgerechnet von 5 auf 7 US-Dollar). Der Business-Plan klettert von 6,70 auf 8,40 Euro pro Nutzer.
Es ist die erste Preisanpassung seit 2022 – und Todoist begründet sie mit massiven Investitionen in „Ramble”, ein KI-Feature, das derzeit in der Beta-Phase steckt. Was unterscheidet Ramble von gewöhnlicher Spracherkennung? Statt bloß Worte zu transkribieren, analysieren Large Language Models (LLMs) die natürliche Sprache und extrahieren automatisch Fälligkeitsdaten, Prioritäten und Projekt-Zuordnungen.
Ein Beispiel: Der Satz „Ich muss nächste Woche unbedingt die Steuererklärung fertigmachen, hohe Priorität” wird zu einer strukturierten Aufgabe mit Deadline, roter Markierung und Kategorie-Tag – ohne manuelle Eingabe. Für das Unternehmen ist Ramble der Rechtfertigungsanker für die Preiserhöhung.
Altnutzer werden abgehängt: Wer sich gegen das neue Preismodell entscheidet, bleibt auf einem „Pro Legacy”-Plan – verliert aber den Zugriff auf alle Features, die nach dem Stichtag erscheinen. Eine aggressive Taktik, um Upgrade-Druck aufzubauen.
Obsidian feintuned die Details
Weniger spektakulär, aber für die Community nicht minder wichtig: Am 25. November veröffentlichte die Notiz-App Obsidian Version 1.10.6 für Desktop und Mobile. Die Wissensdatenbank, die ohne Venture-Capital auskommt, poliert ihre Tabellenansicht und behebt Probleme mit rechts-nach-links-Sprachen wie Arabisch oder Hebräisch.
Nutzer können jetzt endlich einspaltige Daten aus Excel oder Google Sheets fehlerfrei in mehrzeilige Tabellen einfügen – eine scheinbare Kleinigkeit, die im Alltag für Frustration sorgte. Auch externe Links im Property-Editor sprengen nicht mehr das visuelle Layout.
Black Friday als Kampfzone
Heute, am letzten Tag des Black Friday, versuchen kleinere Anbieter, von der Verunsicherung zu profitieren. Superlist, gegründet von den Wunderlist-Machern, bietet 50 Prozent Rabatt auf Jahresabos (Code: SUPERFRIDAY2025) – ein klares Signal, dass das Startup die Umbrüche bei Google und Todoist als Chance begreift.
Die neue Produktivitäts-Realität
Was hier geschieht, ist mehr als eine technische Anpassung. Google opfert spezialisierte Features wie Standort-Alerts zugunsten eines geschlossenen Ökosystems. Todoist rechtfertigt Preissprünge mit KI-Spielereien, die noch nicht einmal aus der Beta raus sind. Und Nutzer stehen vor der Wahl: Entweder die eingeschränkte, aber kostenlose Welt der Tech-Giganten akzeptieren – oder ein Premium zahlen für unabhängige Tools mit künstlicher Intelligenz.
Die Fragmentierung ist vorbei. Doch ob die neue Einheit wirklich ein Fortschritt ist, bleibt fraglich.
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