Google Search lernt persönliche Daten kennen
24.01.2026 - 07:01:12Googles KI durchsucht jetzt auch private E-Mails und Fotos, um Antworten zu liefern. Mit „Personal Intelligence“ macht der Konzern den nächsten Schritt vom Websuchmaschinen- zum persönlichen Assistenten.
KI als persönlicher Gedächtnis-Stütze
Die neue Funktion, die seit dieser Woche für US-Abonnenten rollt, erlaubt es der KI in der Google-Suche, sicher auf Inhalte aus Gmail und Google Photos zuzugreifen. Das Ziel: komplexe Fragen zu beantworten, die persönlichen Kontext erfordern. Statt mühsam Bestätigungs-E-Mails und Fotoalben zu durchforsten, soll die KI alle relevanten Informationen bündeln.
„Wir reduzieren die Reibung beim manuellen Suchen in verschiedenen Apps“, erklärt Robby Stein, Vice President of Product für Google Search. Die Suche werde so zu einem individuell angepassten Erlebnis. Kern der Technik ist ein neues System namens „Context Packing“, das auf dem aktuellen Gemini-3-Modell läuft. Es identifiziert nur die für eine Frage relevanten Daten.
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Praktische Anwendungen im Alltag
Google zeigt konkrete Nutzungsszenarien. Plant ein Nutzer eine Reise, kann die KI Hotelbuchungen aus Gmail mit Restaurant-Empfehlungen aus dem Web kombinieren. Beim Einkaufen analysiert sie vergangene Käufe: Hat jemand Sneaker einer Marke gekauft, schlägt sie passende Styles derselben Marke vor.
Eine weitere Schlüsselfunktion ist die visuelle Suche im persönlichen Archiv. Die KI kann Google Photos scannen, um etwa eine Autokennzeichen-Nummer zu finden oder ein WLAN-Passwort von einem Router-Foto abzulesen. Dieses „Cross-Source Reasoning“ überbrückt die Lücke zwischen textbasierten Anfragen und visuellen Daten.
Die Beta-Funktion ist aktuell Nutzern der kostenpflichtigen Pläne Google AI Pro und Google AI Ultra vorbehalten. Die Nutzung ist strikt opt-in – Nutzer müssen den Zugriff explizit erlauben.
Datenschutz als zentrale Frage
Die Integration höchst privater Daten wirft Fragen auf. Google betont strenge Datengrenzen. „Die Funktion ist standardmäßig deaktiviert, und Nutzer behalten die volle Kontrolle“, so Josh Woodward von Google Labs. Die persönlichen Daten würden nicht zum Training der Basismodelle genutzt, sondern nur für die jeweilige Anfrage verarbeitet.
Die Verarbeitung finde in einer sicheren Umgebung statt, mit Schutzvorkehrungen, damit die KI keine eigenständigen Annahmen zu sensiblen Themen wie Gesundheit trifft.
Strategischer Schachzug im KI-Wettlauf
Die Entwicklung ist ein strategischer Move, um den Ökosystem-Vorteil gegenüber Wettbewerbern wie OpenAI auszuspielen. Diese haben keinen vergleichbaren Zugang zur persönlichen Nutzerhistorie. Indem Google Dienste mit Milliarden Nutzern wie Gmail und Photos einbindet, schafft es einen „Data Moat“ – einen Datengraben, der seinen Assistenten für Alltagsaufgaben nützlicher macht als reine Chatbots.
Die Integration in die Hauptsuchleiste bringt die Funktion vor ein riesiges Publikum und positioniert Google im direkten Wettbewerb mit Apples „Apple Intelligence“, das auf On-Device-Verarbeitung setzt.
Was kommt als Nächstes?
Google will in den kommenden Wochen Nutzerfeedback auswerten, um die Genauigkeit zu verbessern. Frühe Beta-Berichte deuten an, dass die Technik bei komplexen Anfragen mit mehrdeutigem Kontext noch Schwierigkeiten hat.
Ein Zeitplan für eine internationale Veröffentlichung oder eine kostenlose Nutzung steht noch nicht fest. Die Technologie weist jedoch auf eine Zukunft hin, in der die Grenze zwischen Websuche und der Suche im eigenen Gedächtnis verschwimmt. Experten erwarten, dass künftig auch Dienste wie Kalender, Drive und Maps integriert werden könnten.
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