Google schaltet POP3 für externe Konten in Gmail ab
01.01.2026 - 15:00:12Die Ära der einfachen E-Mail-Sammlung in Gmail ist vorbei. Seit heute, dem 1. Januar 2026, erzwingt Google den Wechsel von POP3 zu IMAP für die Integration externer Postfächer. Damit endet eine jahrelange Praxis für Millionen Nutzer.
Bisher konnten Nutzer über die Funktion „E-Mails von anderen Konten abrufen“ Post von Diensten wie Yahoo oder Outlook direkt in ihr Gmail-Postfach holen. Diese bequeme, aber veraltete Technik basierte auf dem POP3-Protokoll aus den 1980er Jahren. Parallel stellt Google auch den Dienst Gmailify ein, der externe Konten mit Gmail-Funktionen wie Spam-Schutz verband.
Ab sofort lassen sich keine neuen POP3-Verbindungen mehr einrichten. Bestehende Abrufe funktionieren nicht mehr. Nutzer werden in den Einstellungen zu alternativen Methoden geleitet. Wichtig: Der Zugriff auf Gmail-Konten von externen Programmen wie Outlook per POP3 oder IMAP bleibt möglich. Betroffen ist nur Gmail als Empfänger für andere Dienste.
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Sicherheit als treibende Kraft
Hinter dem drastischen Schritt steckt vor allem ein Sicherheitsimperativ. POP3 gilt als veraltet und anfällig. Das Protokoll nutzt oft nur einfache Benutzername-Passwort-Authentifizierung, die für Phishing-Angriffe und Credential Stuffing anfällig ist.
IMAP hingegen ermöglicht eine sichere, synchronisierte Zwei-Wege-Kommunikation mit dem Server und unterstützt moderne Authentifizierungsstandards wie OAuth. Indem Google POP3 abschaltet, schließt das Unternehmen eine potenzielle Sicherheitslücke. Die Entscheidung passt in den Trend der letzten Jahre, bei dem Tech-Giganten veraltete Protokolle und „weniger sichere Apps“ ausmustern, um Cyberangriffe einzudämmen.
Drei Wege zum neuen Posteingang
Für betroffene Nutzer gibt es praktikable Alternativen, um weiterhin alle E-Mails zentral zu verwalten:
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Automatische Weiterleitung einrichten: Die empfohlene Methode ist, im Quell-Konto (z.B. bei Yahoo) eine Regel zu erstellen, die alle neuen E-Mails automatisch an die Gmail-Adresse weiterleitet. Das ist oft schneller als der alte Abruf.
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Gmail-App nutzen: Die Gmail-App für Android und iOS unterstützt weiterhin die Verwaltung mehrerer Konten via IMAP. So behält man auf dem Smartphone den Überblick, die Nachrichten erscheinen aber nicht im Webbrowser.
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Zu einem Desktop-Client wechseln: Programme wie Mozilla Thunderbird, Microsoft Outlook oder Apple Mail erlauben es, Gmail und andere Konten in einer Oberfläche zu verwalten – unabhängig von Googles Web-Oberfläche.
Folgen für Unternehmen und die Branche
Die Umstellung trifft besonders kleine Unternehmen und Freiberufler, die Gmail nutzen, um E-Mails von eigenen Domains zu verwalten. Viele sparten sich so die Kosten für einen Google Workspace-Account.
Marktbeobachter erwarten nun einen Schub für kostenpflichtige E-Mail-Hosting-Lösungen. Wenn die kostenlose Sammlung wegfällt, könnten viele zu Anbietern wie Google Workspace oder Microsoft 365 migrieren. Langfristig markiert Googles Schritt das mögliche Ende des „Protokoll-Zeitalters“ im Consumer-Bereich. Proprietäre APIs und sichere OAuth-Verbindungen verdrängen zunehmend Standardprotokolle wie POP3.
Experten rechnen damit, dass andere große Anbieter 2026 nachziehen werden. Der Aufwand, alte Protokolle zu pflegen, steht in keinem Verhältnis zum Sicherheitsrisiko. Für Nutzer heißt es jetzt: Einstellungen prüfen und umstellen. Der Wechsel zu IMAP ist keine Option mehr – er ist der neue Standard.
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