Google Pixel: KI-Feature nach heimlichem Lauschangriff deaktiviert
31.01.2026 - 19:33:12Ein schwerer Datenschutzfehler hat Google gezwungen, eine prominente KI-Funktion auf älteren Pixel-Smartphones abzuschalten. Der Fehler ließ das Mikrofon nach verpassten Anrufen aktiv, wodurch Umgebungsgeräusche an Anrufer übertragen wurden. Das Problem untergräbt das Vertrauen in die KI-Strategie des Konzerns, die ein zentrales Verkaufsargument der Pixel-Reihe ist.
Wie der Fehler zum Lauschangriff wurde
Im Zentrum des Skandals steht die Funktion „Take a Message“. Sie sollte verpasste Anrufe automatisch annehmen, den Anrufer zum Hinterlassen einer Nachricht auffordern und diese in Echtzeit transkribieren. Ein Softwarefehler verhinderte jedoch, dass sich das Mikrofon korrekt abschaltete.
Anrufer konnten so unbeabsichtigt Gespräche und Geräusche aus der Umgebung des Empfängers hören. Nutzer wurden auf das Problem aufmerksam, entweder durch Rückmeldungen von Anrufern oder durch ein aktives Mikrofon-Symbol in der Statusleiste – obwohl sie den Anruf nie angenommen hatten. Aus einem Komfort-Feature wurde so ein potenzielles Abhörwerkzeug.
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Googles Reaktion: Abschaltung auf älteren Modellen
Nach einer wachsenden Zahl von Nutzerberichten reagierte Google am 28. Januar 2026. Das Unternehmen bestätigte den Bug, der unter „sehr begrenzten und seltenen Umständen auf einer sehr kleinen Anzahl von Pixel 4- und Pixel 5-Geräten“ auftrete.
Aus „übergroßer Vorsicht“ schaltete der Konzern die betroffenen Funktionen – „Take a Message“ und die „Next-Gen Call Screen“-Funktionen – auf allen Pixel-4- und Pixel-5-Modellen sofort ab. Betroffene Nutzer müssen vorerst auf den Standard-Sprachmaildienst ihres Mobilfunkanbieters zurückgreifen. Ob und wann eine Reparatur des Fehlers für diese älteren Modelle kommt, ist unklar.
Ein Rückschlag für Googles KI-Strategie
Der Vorfall trifft Google zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Die on-device-KI ist ein Kernversprechen der Pixel-Smartphones. Features wie intelligenter Anrufschutz und Echtzeit-Transkription sollen die Geräte von Mitbewerbern wie Apple oder Samsung abheben.
Ein Fehler, der die Privatsphäre verletzt, erschüttert jedoch das essentielle Vertrauen der Nutzer. Es ist bereits der zweite Software-Panne in kurzer Zeit: Ein Update im Januar 2026 hatte zuvor bei vielen Nutzern massive WLAN- und Bluetooth-Probleme verursacht. Solche wiederkehrenden Pannen gefährden den Ruf der Marke für ein nahtloses Software-Erlebnis.
Offene Fragen und die Zukunft der KI-Features
Die größte Frage bleibt unbeantwortet: Wird Google den Fehler beheben oder die Funktion für die betroffenen Modelle dauerhaft einstellen? Da die Pixel 4 und 5 das Ende ihres Software-Supportzyklus erreichen könnten, ist Letzteres möglich.
Für Google geht es nun darum, Transparenz zu schaffen. Der Konzern muss die technische Ursache des Fehlers klar kommunizieren und zeigen, wie ähnliche Datenschutzlücken künftig verhindert werden. Für Nutzer ist der Fall eine deutliche Warnung: Auch die cleversten KI-Features bergen Risiken, wenn ihre Entwicklung nicht mit strengster Datenschutz-Sorgfalt einhergeht.
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