Google Meet: KI-Notizen starten jetzt automatisch
22.01.2026 - 09:22:12Googles KI-Assistent in Meet kann ab sofort dauerhaft aktiviert werden. Die neue Einstellung soll digitale Zusammenarbeit reibungsloser machen und verhindern, dass wichtige Besprechungsdetails vergessen werden.
Vom manuellen Tool zum „Always-On“-Assistenten
Seit heute, dem 22. Januar, erhalten Nutzer in Scheduled Release-Domänen eine neue Option in den Google Meet-Einstellungen. Ein einfacher Schalter erlaubt es, dass die KI-Funktion „Take notes for me“ („Mach Notizen für mich“) künftig bei jedem eigenen Meeting automatisch startet. Bisher mussten Hosts das Tool manuell für jede Besprechung aktivieren oder bei der Terminplanung in Google Calendar auswählen.
Diese Änderung adressiert ein zentrales Problem: die kognitive Last, sich an die Aktivierung von Produktivitätstools zu erinnern. Indem Google die KI-Notizfunktion als dauerhafte Präferenz behandelt, wird Gemini zu einem stets bereiten Assistenten. Beobachter sprechen von einem Wandel vom passiven Werkzeug zum proaktiven Sekretär. So erhalten Zuspätkommende oder abwesende Kollegen automatisch Zusammenfassungen, ohne dass der Gastgeber eingreifen muss.
Seit August 2024 gelten in der EU neue Regeln für KI – viele Unternehmen riskieren unwissentlich Bußgelder, weil Kennzeichnungspflichten, Risikoklassifizierung und Dokumentationsanforderungen oft fehlen. Gerade wer KI‑Funktionen in Meetings nutzt (z. B. automatische Notizen oder Zusammenfassungen), sollte jetzt handeln. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden erklärt verständlich, welche Pflichten für Ihr Unternehmen gelten, welche Fristen laufen und welche konkreten Schritte Sie sofort umsetzen können. Jetzt kostenlosen KI-Verordnungs-Leitfaden herunterladen
Trotz der Automatisierung bleibt der Ansatz streng „Opt-in“. Die Einstellung zum automatischen Start ist für alle Nutzer standardmäßig deaktiviert. Wer sie nutzen will, muss sie explizit aktivieren. Zudem behalten Hosts und Teilnehmer die volle Kontrolle: Sie können die Notizerfassung während eines laufenden Calls jederzeit stoppen, etwa bei sensiblen Gesprächsthemen.
Rollout für Unternehmen und administrative Kontrolle
Für die Mehrheit der Unternehmen, die standardmäßig den Scheduled Release nutzen, beginnt der breite Rollout jetzt. Die Einführung soll innerhalb der nächsten ein bis drei Tage abgeschlossen sein. Nutzer in Rapid Release-Domänen haben die erweiterten Kontrollen bereits seit dem 8. Januar schrittweise erhalten.
Verfügbar sind die neuen Optionen für Kunden mit bestimmten Google Workspace-Editionen, darunter Business Standard/Plus, Enterprise Standard/Plus und Google AI Pro for Education. Die höchste Entscheidungsgewalt behalten die Administratoren: Sie können die KI-Notizfunktion für die gesamte Organisation oder einzelne Einheiten global aktivieren oder deaktivieren. Ist die Funktion auf Domain-Ebene abgeschaltet, steht auch der Nutzer-Schalter für die Automatik nicht zur Verfügung.
Die Evolution der KI im Arbeitsalltag
Die Entwicklung markiert einen weiteren Reifeschritt für „Take notes for me“, das im August 2024 eingeführt wurde. Seitdem hat sich das Feature von einem simplen Transkriptionswerkzeug zu einem ausgefeilten System gewandelt. Es erstellt nun prägnante Zusammenfassungen, erkennt Aktionspunkte und schlägt nächste Schritte vor.
Tech-Analysten sehen 2026 als das Jahr der Nutzerkontrolle bei KI-Tools. Nachdem die Vorjahre die rohen Fähigkeiten von Modellen wie Gemini in den Fokus rückten, geht es nun um die nahtlose Integration in Arbeitsabläufe. Durch granulare Kontrolle darüber, wann und wie die KI agiert, will Google Vertrauen bei jenen Professionals aufbauen, die automatisierten Tools bisher skeptisch gegenüberstanden.
Aktuelle Updates verbesserten auch die Nachbereitung: Notizen werden automatisch an Kalenderereignisse angehängt und an den Gastgeber gemailt. Enthält das Meeting eine Aufzeichnung, verlinkt die Zusammenfassung direkt auf das Transkript.
Marktkontext und nächste Schritte
Mit der Automatik-Funktion tritt Google Meet in direkte Konkurrenz zu spezialisierten Drittanbieter-Diensten für KI-Notizen. Doch die native Integration bietet Vorteile bei Sicherheit und Bedienbarkeit, da kein externer Bot als „Teilnehmer“ dem Call beitreten muss.
Was kommt als Nächstes? Branchenkenner erwarten weitere Verfeinerungen von Gemini in Meet. Spekulationen deuten auf fortschrittlichere Echtzeit-Übersetzungen und eine tiefere Integration mit Google Tasks hin. Dort könnten von der KI erkannte Aufgaben direkt in die To-do-Liste des Nutzers übernommen werden.
Mit dem Abschluss des Rollouts diese Woche dürften für Millionen Workspace-Nutzer die Tage des hektischen Stiftesuchens – oder des Erinnerns an einen Klick – endgültig vorbei sein.
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