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Google Meet: KI-Notizen jetzt mit Dauer-Automatik

13.01.2026 - 20:39:12

Google stattet seine KI-gesteuerte Produktivitätssuite mit einer praktischen Neuerung für Meet aus. Ein neuer Schalter erlaubt es Nutzern, die KI-Notizfunktion dauerhaft zu automatisieren – ein Qualitätssprung für Vielnutzer.

Mountain View. Wer häufig Besprechungen in Google Meet leitet, muss die KI-gestützte Funktion „Notizen für mich erstellen“ nicht länger bei jedem einzelnen Anruf manuell aktivieren. Ein neuer Automatik-Schalter in den Einstellungen ermöglicht es Hosts, die Notizerstellung für alle ihre Meetings standardmäßig zu starten. Bisher musste die Option entweder bei der Terminplanung im Kalender oder während des laufenden Gesprächs aktiviert werden. Die Neuerung soll Reibungsverluste minimieren und den Fokus auf die inhaltliche Diskussion lenken.

Der Kern des Updates ist ein einfacher Umschalter in den Meet-Einstellungen. Standardmäßig ist er ausgeschaltet – eine bewusste Entscheidung von Google, die Nutzerkontrolle und Privatsphäre in den Vordergrund stellt. Wer die Automatik nutzen möchte, muss sie explizit aktivieren.

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Ist der Schalter einmal umgelegt, springt die von der Gemini-KI angetriebene Notizfunktion bei jedem Meeting, das der Nutzer hostet, automatisch an. Das Ziel: Die KI soll sich nahtlos in den Arbeitsfluss einfügen und nicht wie eine zusätzliche Aufgabe wirken. Die KI erstellt Zusammenfassungen, erfasst Kernpunkte und identifiziert Aufgaben. Diese Notizen werden im Google Drive des Meeting-Organisators gespeichert und im Kalendereintrag verlinkt.

Trotz der Automatisierung behalten die Nutzer die Kontrolle. Hosts und bestimmte Teilnehmer können die Notizerfassung auch während eines laufenden Gesprächs jederzeit manuell abstellen – selbst wenn die Automatik aktiviert ist. Das gewährleistet Flexibilität für vertrauliche Besprechungen.

Verfügbarkeit und administrative Steuerung

Die Neuerung richtet sich zunächst an ausgewählte Google Workspace-Kunden. Verfügbar ist sie für die Tarife Business Standard und Plus, Enterprise Standard und Plus, Frontline Plus sowie für Accounts mit dem „Google AI Pro for Education“-Add-on.

Für IT-Administratoren ändert sich an den bestehenden Kontrollmöglichkeiten nichts. Sie können die KI-Notizfunktion weiterhin über die Admin-Konsole für die gesamte Organisation, bestimmte Einheiten oder Gruppen aktivieren oder deaktivieren. Der neue Schalter gibt den Endnutzern lediglich individuelle Kontrolle innerhalb dieser vorgegebenen administrativen Richtlinien.

Die stufenweise Einführung hat bereits begonnen. Für „Rapid Release“-Domains startete das Rollout am 8. Januar 2026 und wird bis zu zwei Wochen dauern. „Scheduled Release“-Domains sollen ab dem 22. Januar 2026 folgen.

Im Wettlauf der KI-Meeting-Assistenten

Googles Schritt zur Automatisierung ist Teil eines branchenweiten Trends. Große Kollaborationsplattformen integrieren künstliche Intelligenz immer tiefer, um die Produktivität zu steigern. Mit der Neuerung positioniert sich Google Meet wettbewerbsfähiger gegenüber Rivalen wie Microsoft Teams mit seinem Copilot-Assistenten und Zooms KI Companion. Beide bieten ähnliche automatisierte Zusammenfassungsfunktionen.

Die betonte Nutzerkontrolle mit Standard-„Aus“-Einstellung und manuellen Overrides adressiert wachsende Bedenken von Nutzern und Unternehmen bezüglich Privatsphäre und Selbstbestimmung im KI-Zeitalter. Indem Google die Automatisierung zu einer expliziten Entscheidung macht, will es Vertrauen aufbauen – ohne auf den Komfort für Power-User zu verzieten. Beobachter sehen in solchen „Quality-of-Life“-Updates den Schlüssel, damit KI-Integration nicht aufdringlich, sondern natürlich hilfreich wirkt.

Ausblick: Tiefere Integration der Gemini-KI

Das Update unterstreicht Googles Bestreben, seine leistungsstarke Gemini-KI weiter in die Workspace-Produktfamilie einzubetten. Während die aktuelle Funktion nur den Start automatisiert, dürften künftige Entwicklungen die Fähigkeiten erweitern.

Denkbar sind etwa ausgefeilteres Aufgaben-Management, eine tiefere Verzahnung mit anderen Workspace-Apps wie Tasks und Docs oder Mehrsprachen-Unterstützung über die derzeitige Englisch-Beschränkung hinaus. Mit fortschreitender Entwicklung der KI-Modelle könnten Meeting-Assistenten künftig nicht nur Gespräche dokumentieren, sondern auch tiefere Einblicke liefern, Projektfortschritte verfolgen und proaktiv nächste Schritte vorschlagen.

Vorerst steht die einfache, aber wirkungsvolle Neuerung im Zeichen der Entlastung: Sie reduziert die kognitive Last für Meeting-Hosts und überlässt administrative Aufgaben der Technologie – damit sich Menschen auf Zusammenarbeit und Innovation konzentrieren können.

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