Google, Spitzen-KI

Google macht Spitzen-KI für Schulen kostenlos

21.01.2026 - 14:00:12

Googles Top-Modell Gemini 3 Pro ist ab sofort kostenlos für Lehrer verfügbar. Der Konzern öffnet auf der Bildungsmesse BETT in London den Zugang zu seiner leistungsfähigsten KI – ein strategischer Schachzug im Wettlauf um die Klassenzimmer der Zukunft.

Bisher war das fortschrittlichste KI-Modell des Tech-Riesen nur gegen Aufpreis erhältlich. Jetzt wird Gemini 3 Pro fester Bestandteil von Google Workspace for Education Fundamentals, der kostenlosen Variante, die weltweit von Millionen Bildungseinrichtungen genutzt wird. Diese Kehrtwende soll die Hürden für den Einsatz von KI im Unterricht radikal senken.

„Die Entscheidung wurde von direktem Feedback aus der Bildungscommunity getrieben“, erklärt Vivek Chachcha, Produktmanager bei Google for Education. Pilotprogramme hätten gezeigt, dass Lehrer durch den Einsatz der Tools erhebliche Zeit bei Verwaltungsaufgaben sparen und sich stärker auf ihre Schüler konzentrieren können.

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Seit Google Gemini 3 Pro nun für Lehrkräfte verfügbar ist, stellen sich auch rechtliche Fragen, die Schulen und Anbieter nicht ignorieren sollten: Die EU‑KI‑Verordnung verlangt Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und umfangreiche Dokumentationspflichten für eingesetzte KI‑Systeme. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden erklärt praxisnah, welche Schritte Schulleitungen, IT‑Teams und Anbieter jetzt gehen müssen, welche Fristen gelten und wie Sie erforderliche Nachweise aufbereiten. Mit konkreten Checklisten und Handlungsempfehlungen für den schulischen Alltag. Kostenlosen KI‑Verordnungs‑Leitfaden herunterladen

Workspace Studio: KI-Agenten ohne Programmierkenntnisse

Parallel stellt Google die neue Plattform Workspace Studio vor. Sie ermöglicht es Lehrkräften, ohne Programmierkenntnisse eigene KI-Agenten zu erstellen. Diese können dann repetitive Aufgaben übernehmen – etwa wöchentliche Elternbriefe formatieren, Quizfragen aus Unterrichtsmitschnitten generieren oder Einverständniserklärungen verwalten.

Der große Vorteil: Die Plattform ist tief in die bereits genutzten Google-Dienste wie Docs, Sheets und Slides integriert. Alle Daten, die in diesen individuellen Agenten verarbeitet werden, bleiben geschützt und werden nicht zum Training öffentlicher KI-Modelle verwendet.

Tiefe Integration in den Unterrichtsalltag

Die Neuerungen gehen noch weiter. Google Classroom, die zentrale Lernplattform, erhält eine direkte KI-Integration. In den kommenden Wochen wird der Gemini-Assistent direkt in die Oberfläche eingebettet. Lehrer erhalten so Echtzeit-Unterstützung beim Entwerfen von Aufgaben, Zusammenfassen von Lernfortschritten oder Differenzieren von Unterrichtsmaterial.

Ziel ist es, die „digitale Reibung“ zu verringern, die entsteht, wenn Lehrer zwischen einem KI-Chatbot und ihrer Lernplattform hin- und herwechseln müssen. Die neuen Funktionen sind zwar kostenlos, unterliegen aber strengen Vorgaben. Schul-Administratoren behalten die volle Kontrolle darüber, wer auf die KI zugreifen kann. Vollumfänglicher Zugang für Schüler unter 18 Jahren soll erst nach und unter strengen Aufsichtsprotokollen folgen.

Strategische Antwort auf den Ed-Tech-Wettbewerb

Hinter der Großzügigkeit steckt klare Strategie. Der Markt für Bildungs-Technologie wird immer wettbewerbsintensiver. Indem Google sein Flaggschiff-Modell zum kostenlosen Standard macht, sichert es sich die Dominanz in einem Ökosystem, das viele Schulen bereits mit Chromebooks und Workspace nutzen.

Ein kostenpflichtiges Angebot, Google AI Pro for Education, bleibt für Institutionen mit speziellen Anforderungen bestehen. Es umfasst exklusive Funktionen wie „Deep Research“ für akademische Recherchen oder erweiterte Integrationen mit Drittanbieter-Plattformen.

Die Umstellung auf das neue, kostenlose Modell beginnt sofort. Berechtigte Bildungseinrichtungen sollen die Gemini-3-Pro-Updates in den nächsten Wochen erhalten. Für 2026 kündigte Google bereits weitere Entwicklungen an, darunter die Integration des schnelleren Gemini 3 Flash und erweiterte Multimodal-Fähigkeiten zur Analyse handschriftlicher Arbeiten.

Die Botschaft aus London ist eindeutig: Die Ära, in der Premium-KI ein Luxus für Schulen war, geht zu Ende. Die Frage wird sich von „Wie können wir uns KI leisten?“ zu „Wie setzen wir sie pädagogisch sinnvoll ein?“ verschieben.

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PS: Wenn Ihre Schule oder Bildungseinrichtung bereits Gemini 3 Pro oder andere KI-Systeme einsetzt oder plant, dies zu tun, hilft der kostenlose Leitfaden zur EU‑KI‑Verordnung bei der praktischen Umsetzung. Er zeigt Schritt für Schritt, wie KI-Systeme korrekt zu klassifizieren sind, welche Dokumentation nötig ist und wie Haftungs- sowie Datenschutzrisiken minimiert werden können. Ideal für Schulleitungen, IT‑Verantwortliche und Lehrkräfte, die KI sicher in den Unterricht integrieren möchten. Gratis‑Leitfaden zur KI‑Verordnung sichern

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