Google Gemini: Whistleblower wirft Militärhilfe für Israel vor
01.02.2026 - 23:09:12Ein ehemaliger Google-Mitarbeiter hat die US-Börsenaufsicht SEC alarmiert. Der Vorwurf: Der Tech-Riese soll 2024 einem israelischen Militärunternehmen geholfen haben, Drohnenaufnahmen mit seiner KI Gemini auszuwerten. Das würde gegen die eigenen, öffentlichen KI-Grundsätze des Konzerns verstoßen.
Kern der Vorwürfe: KI für die Aufklärungsarbeit
Im Zentrum der vertraulichen Beschwerde steht eine Anfrage vom Juli 2024. Ein Mitarbeiter des israelischen Unternehmens CloudEx, das für das Militär arbeitet, bat über eine IDF-E-Mail-Adresse um Unterstützung. Das Ziel: Die Zuverlässigkeit des Gemini-Modells für die Analyse von Luftaufnahmen verbessern, um Objekte wie Drohnen, Soldaten oder Panzer besser identifizieren zu können.
Laut der Beschwerde reagierte Googles Cloud-Abteilung. Mitarbeiter sollen Vorschläge gemacht und interne Tests durchgeführt haben, um die Anfrage zu bedienen. Diese direkte technische Hilfe wäre ein klarer Bruch von Googles eigenen Regeln. Diese verbieten ausdrücklich den Einsatz ihrer KI für Waffen oder Überwachungszwecke.
Passend zum Thema KI-Regulierung: Seit der Einführung des EU-AI-Acts sind Dokumentationspflichten, Risikoklassifizierung und Kennzeichnungspflichten Pflicht für Anbieter und Anwender von KI-Systemen. Unser kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt kompakt, welche Pflichten jetzt gelten, wie Sie Ihr System korrekt klassifizieren und welche Schritte hohe Bußgelder verhindern. Ideal für Entwickler, Compliance-Teams und Verantwortliche. Jetzt kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden herunterladen
Altes Muster: Interne Proteste und militärische Projekte
Für Google ist das Thema heikel. Schon 2018 zwangen massive Mitarbeiterproteste den Konzern, den Vertrag für das US-Militärprojekt „Project Maven“ nicht zu verlängern. Damals ging es ebenfalls um die Auswertung von Drohnenvideos. Als Konsequenz veröffentlichte Google seine ethischen KI-Prinzipien.
Die aktuellen Vorwürfe könnten den internen Konflikt neu anheizen. Seit Jahren protestieren Beschäftigte auch gegen „Project Nimbus“, einen 1,2-Milliarden-Dollar-Cloud-Vertrag mit der israelischen Regierung. Im April 2024 entließ Google 28 Mitarbeiter, die mit Sitzstreiks dagegen demonstriert hatten. Die neuen Enthüllungen stellen die Glaubwürdigkeit der Führung erneut infrage.
Globale Tendenz: KI wird zur Schlüsseltechnologie für Militärs
Der Fall fällt in eine Zeit, in der Tech-Konzerne weltweit enger mit Verteidigungsbehörden kooperieren. Das US-Verteidigungsministerium treibt mit „GenAI.mil“ die Integration leistungsstarker KI-Modelle – auch von Google Gemini – voran. Konkurrenten wie OpenAI und Anthropic haben ebenfalls Verträge mit dem Pentagon.
Doch die Zusammenarbeit ist voller Spannungen. Erst Ende Januar 2026 wurde bekannt, dass Anthropic im Streit mit dem Pentagon über Sicherheitsvorkehrungen liegt. Die Frage lautet: Wie können KI-Firmen verhindern, dass ihre Technologie für autonome Waffen oder Massenüberwachung missbraucht wird? Google muss diesen Balanceakt nun unter extremem Druck meistern.
Was kommt auf Google zu?
Die SEC prüft die Vorwürfe. Sollten sie sich bestätigen, drohen Google nicht nur regulatorische Konsequenzen. Der Konzern riskiert, das letzte Vertrauen einer kritischen Öffentlichkeit und eigener Mitarbeiter zu verspielen. Bisher hat das Unternehmen zu den konkreten Vorwürfen geschwiegen.
Der Fall wird zum Präzedenzfall für die gesamte Branche. Muss Google seine KI-Prinzipien strenger durchsetzen oder seine Geschäftsbeziehungen überdenken? Die Antwort wird zeigen, wie mächtige Tech-Konzerne in Zukunft mit der ethischen Verantwortung für ihre bahnbrechenden Technologien umgehen wollen.
PS: Seit 1. August 2024 gelten in der EU verbindliche Regeln für KI-Systeme – und Übergangsfristen laufen. Wer jetzt nicht dokumentiert, klassifiziert und Prozesse anpasst, riskiert Bußgelder und Reputationsschäden. Unser kostenloser Leitfaden fasst die wichtigsten Fristen, Kennzeichnungspflichten und Prüfpflichten kompakt zusammen und liefert eine sofort einsetzbare Checkliste für Unternehmen. Kostenlosen Leitfaden zur EU‑KI‑Verordnung herunterladen


