Google Gemini erlaubt Import von ChatGPT & Co.
03.02.2026 - 19:24:12Google öffnet die KI-Gärten: Nutzer können jetzt ihre Chat-Historien von Konkurrenzdiensten wie ChatGPT zu Gemini übertragen. Das soll den Wechsel erleichtern und die Bindung an eine Plattform lockern.
KI-Wechsel ohne Datenverlust
Die neue Funktion „Import AI chats“ erschien diese Woche für erste Nutzer. Sie ermöglicht es, Gesprächsverläufe von Diensten wie ChatGPT, Claude oder Microsoft Copilot direkt in Googles KI-Assistenten zu importieren. Damit bleiben wertvolle Kontexte, laufende Projekte und persönliche Daten erhalten. Der Schritt zielt klar darauf ab, die Hürde für einen Plattformwechsel zu senken. Für Nutzer, die viel Zeit in die Interaktion mit einem KI-Chatbot investiert haben, war genau dies bisher ein starkes Bindemittel.
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So funktioniert der Umzug
Der Prozess ist bewusst einfach gehalten: Nutzer laden ihr Gesprächsarchiv vom bisherigen Dienst herunter und importieren die Datei in Gemini. Die Option findet sich im Anhang-Menü. Noch trägt das Tool ein Beta-Label, doch die Richtung ist klar. Besonders für professionelle Anwender ist der Erhalt des Kontexts entscheidend. Komplexe Projekte müssen nicht neu begonnen werden, und Gemini kann von der ersten Interaktion an präziser antworten. Die technische Qualität der Übertragung – auch von Dateien und Bildern – wird über die Akzeptanz entscheiden.
Angriff auf geschlossene Ökosysteme
Bislang war der aufgebaute Chat-Verlauf eine Art „Ökosystem-Schloss“. Je länger man einen Dienst nutzte, desto nützlicher und persönlicher wurde er – ein Wechsel erschien unattraktiv. Googles Move für mehr Daten-Portabilität könnte nun Druck auf andere Anbieter ausüben, ähnliche Export- und Import-Funktionen anzubieten. Analysten sehen darin einen strategischen Schachzug im Kampf um Marktanteile. In einer Zukunft, in der KI-Assistenten immer enger mit Betriebssystemen verwoben sind, wird eine nahtlose Übertragbarkeit zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Datenschutz und weitere Updates
Die Bündelung von Konversationsdaten aus verschiedenen Quellen in einem Google-Konto wirft jedoch Fragen zum Datenschutz auf. Google betont, die Nutzer behielten die Kontrolle. Sie könnten den Verlauf in den Gemini-Aktivitätseinstellungen prüfen, löschen und die Aufbewahrungsdauer verwalten.
Die Import-Funktion ist Teil einer Reihe von Gemini-Updates. Kürzlich wurde auch ein „Likeness“-Tool getestet, das KI-generierte Videos verifizieren soll, sowie der Download von Bildern in 2K- und 4K-Auflösung. Alles zielt darauf ab, Gemini zu einer umfassenden KI-Zentrale für Alltagsnutzer und Profis zu machen.
Schritt zu einer portablen KI-Identität
Die Beta-Funktion setzt einen neuen Maßstab für die Branche. Langfristig könnte sie eine Zukunft einläuten, in der die KI-Historie eines Nutzers zu einem übertragbaren digitalen Gut wird. Denkbar sind Erweiterungen um gespeicherte Präferenzen oder individuelle Anweisungen. So ließe sich der Assistent auf jedem neuen Gerät sofort personalisiert einrichten. Googles Vorstoß ist ein Grundstein für eine vernetztere und nutzerzentriertere KI-Zukunft.


