Google, Dark-Web-Überwachung

Google beendet kostenlose Dark-Web-Überwachung – was Nutzer jetzt wissen müssen

29.01.2026 - 13:56:12

Google beendet sein kostenloses Frühwarnsystem gegen Identitätsdiebstahl. Gleichzeitig starten Hacker neue Angriffswellen, was den Markt für aktive Schutzlösungen befeuert.

Google hat sein kostenloses Frühwarnsystem gegen Identitätsdiebstahl abgeschaltet. Das Ende des Dark Web Reports markiert eine Zeitenwende im Verbraucherschutz – just als Cyberkriminelle mit einer neuen Angriffswelle starten.

Warum Googles Warnsystem ausfiel

Seit dem 15. Januar scannt Google nicht mehr aktiv das Dark Web nach gestohlenen Daten seiner Nutzer. Bis zum 17. Februar verschwindet das Feature komplett aus den Konten. Der Grund: Nutzer kritisierten, dass die Warnungen zwar Probleme zeigten, aber keine konkreten Lösungen boten. „Die Meldung ‚Ihre E-Mail-Adresse ist geleakt‘ hilft wenig, wenn nicht erklärt wird, was jetzt zu tun ist“, fasst ein Branchenkenner das Kernproblem zusammen. Damit endet die Ära des passiven Monitorings, das lediglich auf vergangene Datenlecks hinwies.

Neue Bedrohung: ShinyHunters greift Konzerne an

Das Timing könnte ungünstiger nicht sein. Die berüchtigte Hackergruppe ShinyHunters startete am 26. Januar eine großangelegte Attacke auf Single-Sign-On-Daten. Über 100 Unternehmen, darunter große Technologieplattformen, sind betroffen. Die Methode ist tückisch: Statt einfach gestohlene Passwörter zu kaufen, erbeuten die Kriminellen aktive Sitzungstokens. Diese ermöglichen Zugang, ohne dass Passwörter eingegeben werden müssen. Herkömmliche Überwachungstools, die nur nach statischen Datenlecks suchen, sind gegen solche Angriffe machtlos.

Bitdefender und Co. bieten aktiven Schutz

Als Reaktion auf die Lücke drängen spezialisierte Anbieter mit neuen Lösungen auf den Markt. Bitdefender erweiterte am 28. Januar seinen Digital Identity Protection Service. Der Unterschied zum alten Modell: Das System sucht nicht nur im Dark Web, sondern auch auf Datenmakler-Websites und Foren. Entscheidend ist, dass jeder Alarm mit konkreten Handlungsanweisungen verbunden ist – etwa wie man Daten bei Brokern löschen lässt.

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Die Angriffe von Gruppen wie ShinyHunters zeigen, wie schnell Kriminelle über gestohlene Sitzungstokens Zugriff erlangen – und warum passives Monitoring nicht mehr reicht. Ein kostenloses E-Book fasst aktuelle Cyber-Security-Trends zusammen, erklärt, wie Dark-Web-Überwachung mit aktiver Betrugserkennung kombiniert werden kann, und nennt sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen. Der Guide zeigt auch, weshalb 73% der Firmen unzureichend vorbereitet sind und welche Schritte Sie heute ergreifen sollten. Jetzt kostenlosen Cyber-Security-Guide herunterladen

Gleichzeitig konsolidiert sich der Markt. Mozilla stellte seinen Monitor Plus-Dienst bereits Ende 2025 ein. Es entsteht eine Lücke für Plattformen, die Dark-Web-Überwachung mit professioneller Datenentfernung kombinieren. Branchenexperten sehen genau diese Kombination als neuen Standard für Identitätsschutz.

Vom Wissen zum Handeln: Die neue Ära des Datenschutzes

Die Entwicklung zeigt einen grundlegenden Wandel. „Die ‚Mach-es-selbst‘-Phase des Identitätsschutzes geht zu Ende“, analysiert eine Sicherheitsexpertin. Die Bedrohungen durch Gruppen wie ShinyHunters sind zu komplex für einfache Überwachungstools. Der Fokus der Datenschutzwoche 2026 spiegelt dies wider: Es geht nicht mehr um reines Problembewusstsein, sondern um konkrete Kontrolle.

Bis Mitte Februar müssen sich ehemalige Nutzer von Googles Dienst nach Alternativen umsehen. Die Nachfrage dürfte spezialisierten Anbietern zugutekommen. Für 2026 erwarten Experten, dass Dark-Web-Monitoring zunehmend mit aktiven Abwehrmaßnahmen wie biometrischen Authentifizierungen und KI-gestützter Betrugserkennung kombiniert wird. In der Bekämpfung von Identitätsdiebstahl zählt künftig vor allem eines: Geschwindigkeit.

@ boerse-global.de