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Google Assistant verschwindet: Gemini übernimmt Android

26.01.2026 - 21:54:12

Google hat seinen klassischen Assistant durch die KI Gemini ersetzt. Der Wechsel verändert die Interaktion mit Android-Geräten grundlegend und markiert den vollständigen Übergang zu einer KI-gesteuerten Zukunft.

Google schließt ein Kapitel der Smartphone-Geschichte: Der legendäre Google Assistant wird durch die KI Gemini ersetzt. Dieser strategische Wechsel verändert, wie Millionen Nutzer mit ihren Android-Geräten sprechen.

Seit dieser Woche ist die Umstellung vollzogen. Die Ära einfacher Sprachbefehle ist vorbei. Stattdessen dominiert Googles fortschrittliche Konversations-KI die Geräte. Das Unternehmen vollzieht damit endgültig den Wandel zu einer KI-gesteuerten Zukunft. Für Nutzer bedeutet das den Abschied von vertrauten Funktionen – und den Start in eine dynamischere, aber auch komplexere Interaktion.

Vom Befehl zum Dialog: Die Strategie hinter dem Wechsel

Der mehrjährige Umbau war kein Zufall. Google bereitete den Weg für Gemini schon lange vor. Bereits Anfang 2024 begann das Unternehmen, wenig genutzte Funktionen des Assistants zu streichen. Damals verschwanden rund 17 Sprachbefehle, darunter die Steuerung von Hörbüchern oder die Nutzung von Musik als Weckerklingel.

Die offizielle Begründung: Das Produkt sollte vereinfacht werden. Doch Analysten sahen darin eine klare Vorbereitung. Das alte, transaktionale System – „Stelle einen Timer“ oder „Wie wird das Wetter?“ – musste weichen. Es machte Platz für die anspruchsvolleren Sprachverarbeitungsfähigkeiten von Gemini. Das Ziel ist ein kontextbewussterer Dialog.

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Gewinne und Verluste: Was sich für Nutzer ändert

Die Umstellung fordert Anpassung. Langjährige Android-Nutzer mussten Abschied nehmen von liebgewonnenen Features. Dazu gehörten per Sprachbefehl versendete E-Mails, die Umplanung von Kalenderterminen oder die Integration von Drittanbieter-Apps für Notizen und Einkaufslisten.

Auch das vertraute Mikrofon-Symbol in der Suchleiste hat eine neue Funktion. Es startet nun Websuchen, nicht mehr Assistant-Aktionen. Eine kleine Änderung mit großer Wirkung auf die Nutzergewohnheiten.

Im Gegenzug bietet Gemini deutlich mehr Leistung. Die KI agiert als Forschungsassistent, kann Informationen aus mehreren Quellen zusammenführen und beantwortet komplexe Fragen. Sie versteht auch multimodale Anfragen, bei denen Nutzer Bilder und Sprache kombinieren. Eine Wochenendplanung basierend auf Wetter und persönlichen Vorlieben? Für Gemini kein Problem – für den alten Assistant undenkbar.

Allerdings gibt es auch Rückschritte. Einige Nutzer berichten, dass Gemini bei einfachen, verketteten Befehlen stockt, die der Assistant problemlos meisterte. Die Übergangsphase ist also noch nicht vollständig abgeschlossen.

Das neue Android-Erlebnis: Konversation statt Kommando

Das Leben mit Gemini als Standard-Assistent fühlt sich grundlegend anders an. Die KI ermutigt zu einem gesprächigen Umgang, merkt sich Kontexte und ermöglicht natürliche Nachfragen. Dieser Wandel erfasst auch das Smart Home. Google rollt ausgefeiltere Automatisierungen aus, die von Gemini gesteuert werden. Intelligente Routinen lassen zum Beispiel das Licht dimmen, sobald ein Film auf dem Fernseher startet.

Doch die Evolution bringt auch ein neues Geschäftsmodell mit sich. Die Abschaffung der „Fortgesetzten Unterhaltung“ – ein Feature für mehrere Befehle ohne ständiges Aktivierungswort – sorgte für Unmut. Beobachter sehen darin eine strategische Lenkung. Nutzer sollen zu „Gemini Live“ geführt werden, einem Echtzeit-Konversationsmodus, der Teil eines kostenpflichtigen Abonnements ist. Google monetarisiert seine KI-Dienste neu.

Analyse: Googles Antwort auf den KI-Wettlauf

Die Entscheidung, den Assistant einzustellen und voll auf Gemini zu setzen, ist eine direkte Reaktion. Der Tech-Konzern reagiert damit auf den eskalierenden KI-Wettbewerb im Silicon Valley. Während Konkurrenten eigene große Sprachmodelle vorantreiben, setzt Google auf seine tiefe KI-Expertise.

Das Ziel: Ein mächtigerer, integrierter Assistent, der zum zentralen Pfeiler des Android-Ökosystems wird. Ein einheitliches, konversationsfähiges KI-System soll ein nahtloseres Nutzererlebnis bieten – und einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Ein weiterer Trend spiegelt sich wider: die Verlagerung der KI-Verarbeitung in die Geräte. Geminis Architektur ermöglicht mehr On-Device-Berechnungen. Das kann Antwortzeiten verbessern und die Privatsphäre für viele Alltagsaufgaben stärken. Dieser Fokus wird zur kritischen Schlachtzone für Tech-Giganten, denn er beeinflusst Leistung und Sicherheit der persönlichen Assistenten unmittelbar.

Ausblick: Die Zukunft nach dem Assistant

Mit der endgültigen Abschaltung des Google Assistant im März 2026 steht das Android-Ökosystem vor einer neuen Ära. In den kommenden Monaten werden die letzten Überreste des Assistants verschwinden. Gemini wird zur alleinigen Sprachschnittstelle auf allen Google-Plattformen – inklusive Android Auto, Wear OS und Google TV.

Die Zukunftsvision ist ambitioniert. Der Assistent der Zukunft soll nicht mehr nur reagieren, sondern proaktiv handeln. Er soll Bedürfnisse vorhersehen und Hilfe anbieten, bevor der Nutzer überhaupt danach fragt.

Die tiefere Integration von Gemini in Android könnte das Smartphone vom Werkzeug zum echten KI-Begleiter transformieren. Der Erfolg dieser Transformation hängt an einer Frage: Kann Google ein durchgängig zuverlässiges und wirklich hilfreiches Erlebnis liefern? Nur dann werden die Nutzer vergessen, was sie verloren haben – und die neue Art der Interaktion vollständig annehmen.

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