Gmail: Google stellt Gmailify und POP3-Abruf ein
08.01.2026 - 12:45:12Google räumt auf und beendet zwei etablierte Funktionen in Gmail: Gmailify und den POP3-Mailversand über die Weboberfläche. Die Änderungen gelten ab dieser Woche und treffen Millionen Nutzer, die Gmail als zentrale Drehscheibe für mehrere E-Mail-Konten nutzen – etwa von Yahoo, Outlook oder ISP-Providern.
Ein Jahrzehnt lang war es möglich: Nutzer konfigurierten Gmail so, dass es regelmäßig E-Mails von externen POP3-Servern abholte und direkt neben den Gmail-Nachrichten anzeigte. Diese „E-Mails von anderen Konten abrufen”-Funktion wird nun im Laufe dieses Monats schrittweise deaktiviert.
Zeitgleich wird Gmailify abgeschaltet – jenes Hybrid-Feature, das externe Konten mit Gmails erweiterten Funktionen verband. Nutzer konnten damit Yahoo- oder Outlook-Adressen mit Googles Spamfilter, intelligenten Kategorien und erweiterten Suchoperationen verbinden.
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Das Ziel ist klar: Modernisierung und Sicherheit. Google möchte seine Infrastruktur verschlanken und auf aktuelle Sicherheitsstandards trimmen. Entwarnung gibt es für Mobile-Nutzer – die Gmail-App auf Android und iOS unterstützt externe Konten weiterhin über IMAP-Verbindungen.
Das ändert sich konkret
Die Umstellung startete Montag, 5. Januar und betrifft sowohl private als auch Google-Workspace-Konten:
Web-Interface verliert POP3-Abruf: Die Option “E-Mail von anderen Konten abrufen” verschwindet aus den Einstellungen. Der manuelle Abruf von E-Mails über das alte POP3-Protokoll funktioniert dann nicht mehr.
Gmailify-Links werden inaktiv: Externe E-Mails erhalten weder Googles Spamschutz noch werden sie automatisch in Kategorien wie “Primär” oder “Werbung” sortiert.
Entwarnung bei bestehenden Mails: Wer E-Mails bereits synchronisiert hat, kann diese behalten. Nur neue Nachrichten werden ab sofort nicht mehr abgerufen.
Die Folge ist klar: Desktop-Nutzer müssen sich zwischen zwei Wegen entscheiden – entweder Weiterleitungen konfigurieren oder auf klassische Mail-Clients wie Thunderbird oder Outlook ausweichen.
Sicherheit als Hauptmotiv
POP3 gehört zu einer anderen Internetära – und das ist das Problem. Das Protokoll überträgt Anmeldedaten häufig unverschlüsselt, was modernen Sicherheitsstandards nicht standhält. Experten deuten darauf hin, dass Google damit die Angriffsfläche für kompromittierte Passwörter deutlich verkleinern möchte.
Ein weiterer Aspekt: Die Gmailify-Verwaltung war technisch aufwändig und ressourcenintensiv. Mit dem Boom von Mobile-first-Workflows lohnte sich der Aufwand für immer weniger Nutzer. Moderne IMAP- und API-Integrationen machen solche hybriden Mittelsmänner überflüssig.
So funktioniert es noch
Wer betroffen ist, hat mehrere Optionen:
Automatische Weiterleitungen (empfohlen): Im Yahoo-, Outlook- oder Provider-Konto einfach eine Weiterleitung zur Gmail-Adresse einrichten. Das funktioniert schneller und zuverlässiger als der alte POP3-Abruf mit stundenlangen Verzögerungen.
Mobile-App-Integration: Die Gmail-App zeigt mehrere Konten parallel an und verbindet sich direkt über IMAP mit den Servern – allerdings nur auf dem Smartphone, nicht am Desktop.
Alternative Mail-Clients: Thunderbird oder das neue Outlook für Windows bieten echte Unified Inboxes und erinnern an das frühere Gmail-Erlebnis.
Was das für kleine Unternehmen bedeutet
Besonders Kleinbetriebe trifft diese Entscheidung hart. Wer bisher E-Mails von info@meineseite.de über ein privates Gmail-Konto abgerufen hat, um Hosting-Kosten zu sparen, muss sich neu orientieren. Weiterleitungen funktionieren, können aber SPF- und DKIM-Authentifizierung verkomplizieren. Die Alternative: Migration zu einem kostenpflichtigen Google Workspace-Plan.
Das ist beabsichtigt. Google lenkt damit gezielt mehr Nutzer und Unternehmen in das eigene Ökosystem – nicht nur als Interface, sondern als zentrale Hosting-Lösung.
Blick nach vorne
Mit dieser Entfernung von Legacy-Funktionen schafft Google Platz für das, was wirklich kommt: KI-gestützte Features wie Gemini-Integration. Diese erfordern Daten, die nativ in Googles sicherer Infrastruktur liegen. Die technischen Schulden sind bezahlt, der Weg ist frei für intelligentere Mail-Management-Tools im Laufe des Jahres 2026.
Die Botschaft ist unmissverständlich: Wer Googles volle Kraft nutzen will, sollte auch bei Google bleiben – nicht nur oberflächlich, sondern vollständig.
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