Gerichte, Zoom-Verhandlungen

Gerichte warnen vor gefälschten Zoom-Verhandlungen

06.02.2026 - 04:22:11

Hochprofessionelle Täter nutzen gefälschte Video-Konferenzen, um als Justiz oder Polizei Geld zu erpressen. Selbst der Oberste Gerichtshof warnt vor dieser neuen Masche, die das Vertrauen in den Rechtsstaat untergräbt.

Betrüger nutzen Video-Konferenzen, um als Polizei oder Justiz Geld zu erpressen. Eine neue Welle hochprofessioneller Betrugsmaschen erschüttert das Vertrauen in den Rechtsstaat. Justiz und Strafverfolgungsbehörden warnen eindringlich vor sogenannten „digitalen Verhaftungen“ über Plattformen wie Zoom.

So funktioniert der Betrug mit falschen Beamten

Die Masche beginnt oft mit einer unerwarteten Nachricht. Ein angeblicher Gerichtsdiener oder Polizist behauptet telefonisch, per SMS oder E-Mail, dass eine Vorladung ignoriert oder ein Haftbefehl vorliege. Das Ziel: Panik erzeugen.

Anschließend wird das Opfer in eine Video-Konferenz auf Zoom oder ähnlichen Diensten gebeten. Dort treten die Täter in gefälschten Uniformen auf, präsentieren manipulierte Dokumente vor offiziell wirkenden Hintergründen und nutzen teilweise KI-generierte Stimmen oder Gesichter. Sie drohen mit sofortiger Verhaftung, es sei denn, es wird umgehend eine „Geldstrafe“ gezahlt.

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In der extremsten Variante, der „digitalen Verhaftung“, wird das Opfer stundenlang im Video-Call festgehalten. Die Betrüger behaupten, es stehe unter Beobachtung und erhöhen so den Druck für Überweisungen. Echte Gerichte betonen: Ein solches Verfahren existiert nicht. Eine Verhaftung findet niemals per Video-Call statt.

Höchstrichterliche Warnung vor System-Vertrauensmissbrauch

Die Bedrohung ist so massiv, dass sich sogar der Oberste Gerichtshof eingeschaltet hat. Bereits Ende 2025 äußerte er „tiefe Besorgnis“ über den wachsenden Trend. Die Täter würden den guten Namen von Justiz und Behörden missbrauchen, um Bürger finanziell und emotional zu schädigen. Dies untergrabe die Glaubwürdigkeit des gesamten Rechtssystems.

Viele lokale Gerichtsbezirke und Verbraucherschützer wie die Better Business Bureau haben ähnliche Warnungen veröffentlicht. Sie betonen: Echte Vorladungen zur Jury-Pflicht oder andere behördliche Mitteilungen erfolgen per Post. Keine seriöse Behörde fordert je per Telefon, SMS oder Video-Call zur sofortigen Zahlung einer Geldstrafe auf.

So schützen Sie sich vor den Video-Betrügern

Die wichtigste Regel lautet: Echte Justiz arbeitet nicht so. Bei einem verdächtigen Anruf sollten Sie sofort auflegen. Klicken Sie auf keine Links und treten Sie keinen Video-Calls bei.

Stattdessen kontaktieren Sie das angeblich beteiligte Gericht oder die Polizeidienststelle direkt – über eine Telefonnummer von der offiziellen Website. Nutzen Sie niemals die Kontaktdaten, die der Anrufer Ihnen gibt.

Geben Sie niemals persönliche oder finanzielle Daten wie Sozialversicherungsnummern oder Bankverbindungen preis. Falls Sie betroffen sind, melden Sie den Vorfall umgehend bei der örtlichen Polizei und dem zuständigen Gericht.

KI-gestützte Deepfakes verschärfen die Lage

Die Zukunft sieht düster aus. Die fortschreitende Entwicklung von KI-Tools für Deepfakes und Voice-Cloning macht Betrug noch überzeugender. Täter können täuschend echte Video-Auftritte von Amtsträgern fälschen.

Während Gerichte legitime Video-Verhandlungen für mehr Effizienz ausbauen, wird Aufklärung zur wichtigsten Waffe. Die Botschaft der Justiz ist klar: Sie werden Sie nie anrufen, um Geld zu fordern – und schon gar nicht über Zoom „verhaften“. Wachsamkeit und gesundes Misstrauen sind der beste Schutz.

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