Gemini, Google

Gemini AI: Google führt „Antwort jetzt“-Button für schnellere Antworten ein

21.01.2026 - 17:05:12

Google führt einen 'Antwort jetzt'-Button für Gemini ein, mit dem Nutzer den sichtbaren Denkvorgang der KI überspringen können, um schneller Ergebnisse zu erhalten. Das Feature bietet mehr Kontrolle über Geschwindigkeit und Tiefe.

Google stattet seinen KI-Assistenten Gemini mit einem neuen „Antwort jetzt“-Button aus. Damit können Nutzer den Denkprozess der KI überspringen und schneller direkte Antworten erhalten. Das Feature wird für alle Nutzer auf Android, iOS und im Web eingeführt und markiert eine strategische Wende im Umgang mit der Geschwindigkeit von KI-Gesprächen.

Die Neuerung adressiert ein klassisches Dilemma: Braucht man eine schnelle Tatsache oder eine ausführliche Erklärung? Fortschrittliche KI-Modelle wie Gemini „zeigen ihre Arbeit“ durch schrittweise Denkvorgänge. Doch genau das kostet Zeit, wenn nur eine simple Antwort benötigt wird. Der neue Button bietet eine spontane Lösung, um die Geschwindigkeit zu priorisieren, ohne die Grundeinstellungen dauerhaft zu ändern. Die Einführung erfolgt parallel zu anderen Updates wie der „Persönlichen Intelligenz“, die Gemini enger mit anderen Google-Apps verknüpft.

So funktioniert die neue Geschwindigkeitskontrolle

Der „Antwort jetzt“-Button erscheint dynamisch im Gemini-Interface neben dem Lade-Indikator, sobald die KI eine Anfrage bearbeitet. Er ist speziell in den leistungsstärkeren Modi „Pro“ oder „Denken“ verfügbar, die für komplexe Fragen ausgelegt sind und daher länger für eine Antwort brauchen. Im bereits auf maximale Geschwindigkeit optimierten „Schnell“-Modus ist das Feature bewusst nicht vorhanden.

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Tippt ein Nutzer den Button, erscheint die Meldung „Vertieftes Denken wird übersprungen“, bevor sofort die finale Antwort geliefert wird. Der entscheidende Unterschied: Es wird nicht das zugrundeliegende KI-Modell gewechselt. Ein früherer „Überspringen“-Button leitete die Anfrage noch an das schnellere Modell weiter. „Antwort jetzt“ weist stattdessen das aktuell gewählte Pro- oder Denk-Modell an, seinen sichtbaren Abwägungsprozess abzubrechen und schneller zum Ergebnis zu kommen. So profitiert die Antwort weiterhin von der Leistungsfähigkeit des stärkeren Modells.

Der Balanceakt zwischen Geschwindigkeit und Tiefe

Im Kern externalisiert „Antwort jetzt“ einen fundamentalen KI-Zielkonflikt: Verarbeitungstiefe gegen Antwortzeit. Indem Google diese Kontrolle pro Anfrage in die Hand des Nutzers legt, erkennt der Konzern an, dass nicht jede Frage denselben Detaillierungsgrad erfordert. Bei komplexer Recherche oder kreativen Aufgaben kann der sichtbare „Gedankengang“ der KI Vertrauen schaffen und Einblick in die Schlussfolgerung geben. Für eine simple Faktenabfrage oder Umrechnung wirkt derselbe Prozess jedoch wie eine unnötige Verzögerung.

Das Update stellt die Nutzererfahrung in den wettbewerbsintensiven KI-Markt. Es dient als manuelle Überschreibung des Standardverhaltens: Der Nutzer kann signalisieren, dass bei einer spezifischen Anfrage das Ziel (die Antwort) wichtiger ist als der Weg (die sichtbare Argumentation). Dieser Schritt deutet auf eine Reifung im KI-Produktdesign hin – weg von reiner Leistungsfähigkeit, hin zur Flexibilität und Intuitivität der Oberfläche. Berichten zufolge kann die Beschriftung auf iOS während der Übergangsphase vorübergehend noch den alten „Überspringen“-Text anzeigen.

Strategische Positionierung im KI-Wettbewerb

Die Einführung des Buttons ist ein strategischer Schachzug, um Gemini in einem Markt mit unterschiedlichen Nutzerbedürfnissen zu differenzieren. Konkurrierende KI-Assistenten setzen oft auf einen einzigen Antwortmodus, typischerweise durch Streaming von generiertem Text. Geminis Multi-Modell-Ansatz („Schnell“, „Denken“, „Pro“) bot bereits eine gewisse Wahlfreiheit. Das neue Feature fügt eine weitere Ebene granularer Kontrolle hinzu.

Indem Nutzer den Denkprozess unterbrechen können, ohne die Anfrage abzubrechen oder das Modell zu wechseln, experimentiert Google mit einer interaktiveren und adaptiveren Schnittstelle. Dieser Fokus auf Workflow-Integration und nutzergesteuerte Effizienz könnte einen neuen Standard für KI-Assistenten setzen. Statt eines Einheitsmodells bietet Gemini nun eine Mittelstraße für alle, die die Leistung fortgeschrittener Modelle schätzen, aber gelegentlich die Geschwindigkeit eines einfacheren brauchen. Dies passt zum Branchentrend, KI-Werkzeuge für Alltagsaufgaben praktischer und weniger starr zu gestalten.

Ausblick: Der Weg zur personalisierten KI

Das Rollout von „Antwort jetzt“ unterstreicht Googles Bestreben nach einer kontrollierbareren und personalisierten KI-Erfahrung. Zusammen mit der „Persönlichen Intelligenz“ deutet sich eine Roadmap an, auf der Nutzer das Verhalten von Gemini immer genauer an ihre Bedürfnisse anpassen können.

Zukünftig könnten weitere Steuerelemente folgen. Denkbar wären Regler, um etwa Kreativität, Ausführlichkeit oder Formalität einer KI spontanzu anzupassen. Je komplexer die Modelle werden, desto entscheidender wird die intuitive Steuerbarkeit für die Akzeptanz und langfristige Nutzerbindung. Das Feedback zum „Antwort jetzt“-Button wird die Entwicklung solcher Verbesserungen maßgeblich beeinflussen und den Trend festigen, differenzierte Kontrolle direkt in die Hände der Nutzer zu legen.

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