Französische Zollreform: Einheitliche EORI-Nummern für Unternehmen
12.01.2026 - 00:01:12Französische Importeure und Exporteure müssen ab sofort ihre Zollnummern auf eine neue Basis umstellen. Die französische Zollverwaltung (Douane) hat die Pflicht zur Verwendung einer einheitlichen EORI-Nummer pro Unternehmen eingeführt. Wer nicht umstellt, riskiert Verzögerungen bei der Abfertigung.
Von der Niederlassung zum Unternehmen: Das Ende der SIRET-Nummer
Zum 1. Januar 2026 ist eine zentrale Änderung in Kraft getreten. Bisher wurden in Frankreich Zollnummern (EORI) auf Basis der 14-stelligen SIRET-Nummer vergeben, die eine konkrete Niederlassung identifiziert. Jetzt ist die neunstellige SIREN-Nummer des Hauptsitzes oder der juristischen Person verpflichtend.
Diese Umstellung harmonisiert Frankreich mit dem Grundsatz des EU-Zollkodex: „Ein Unternehmen, eine EORI-Nummer“. Für ein Unternehmen mit mehreren Standorten entfällt damit die Notwendigkeit mehrerer Zollnummern. Die neue Nummer folgt dem Format „FR + 9 Ziffern“. Die alten Nummern werden schrittweise abgeschaltet.
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Unterschiedliche Durchsetzung: DELTA H7 ist strenger als DELTA I/E
Obwohl die Frist zum Jahreswechsel ablief, zeigt sich in der Praxis ein gestaffelter Übergang. Die Durchsetzung hängt vom verwendeten Zollsystem ab.
- DELTA H7: Für den E-Commerce-Import mit niedrigen Werten gilt bereits strikte Einhaltung. Hier werden alte, SIRET-basierte Nummern sofort abgewiesen.
- DELTA I/E: Bei Standard-Import-/Exportdeklarationen herrscht derzeit noch eine gewisse Toleranz. Die Zollbehörden wollen offenbar einen abrupten Handelsstopp verhindern.
Experten warnen jedoch davor, sich auf diese Kulanz zu verlassen. Eine Steuerberatungsfirma wies am 6. Januar darauf hin, dass die alten Nummern 2026 „dauerhaft deaktiviert“ werden sollen. Das Risiko einer plötzlichen Blockade bleibt hoch, da automatisierte Löschvorgänge im Hintergrund laufen.
Was Unternehmen jetzt tun müssen
Die Umstellung betrifft nicht nur ein Formularfeld. Sie erfordert eine systematische Überprüfung aller Geschäftsprozesse.
Dringende Maßnahmen für Handelsunternehmen:
* Nummer prüfen: Ist die eigene EORI-Nummer im neuen Format (FR + 9 Ziffern) oder noch im alten?
* Lieferanten informieren: Importeure müssen sicherstellen, dass ihre Lieferanten außerhalb der EU die neuen Nummern auf Handelsdokumenten wie Rechnungen verwenden. Alte Nummern können zur Zurückhaltung der Ware führen.
* Systeme anpassen: ERP- und Zollsoftware müssen so konfiguriert werden, dass alle Transaktionen der Niederlassungen mit der einen Hauptsitz-Nummer verknüpft werden.
Die Beantragung der neuen Nummer über das Zollportal „SOPRANO“ ist unkompliziert. Die Verbreitung der neuen Kennung entlang der Lieferkette braucht jedoch Zeit.
Hintergrund: EU-weite Harmonisierung
Frankreich war eines der letzten EU-Länder, das noch Niederlassungsnummern für Zollzwecke nutzte. Dies erschwerte den Datenaustausch im zentralen EU-System für Wirtschaftsbeteiligte (EOS).
Durch die Umstellung auf SIREN gleicht Frankreich seine Praxis der von wichtigen Handelspartnern wie Deutschland und den Niederlanden an. Dies erleichtert Verfahren wie die zentrale Zollabfertigung und die gegenseitige Anerkennung des Status als zugelassener Wirtschaftsbeteiligter (AEO).
Ausblick: Erster Quartalsende als kritische Phase
Die Handelsbranche erwartet, dass die Zollbehörde (DGDDI) nach dem Januar-Hoch ein finales Abschaltdatum für alte Nummern im DELTA I/E-System bekannt gibt.
Analysten rechnen damit, dass die Durchsetzung bis Ende des ersten Quartals 2026 deutlich verschärft wird. Unternehmen, die noch nicht umgestellt haben, sollten die aktuelle Phase nicht als Aufschub, sondern als letzte Warnung verstehen. Die weiterhin funktionierenden alten Nummern sind ein technisches Provisorium, das jederzeit ohne Vorwarnung enden kann – mit der Folge, dass Waren am Grenzübergang festsitzen.
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